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ALTSTÄTTEN: «Heimisches Gut ist gut»

Josef Gabriel Rheinberger, ein Komponist der Romantik, hat nur eine Orchestermesse geschrieben. Der Konzertzyklus wagt sich an das weitgehend unbekannte Werk heran und führt es auf.
Monika von der Linden
Präsident Hanspeter Küng (links) und Bartholomäus Prankl sehen kein Wagnis darin, eine weitgehend unbekannte Orchestermesse aus der Romantik aufzuführen. Das Rheintaler Publikum kenne und schätze Josef Gabriel Rheinberger, sagen sie. (Bild: Monika von der Linden)

Präsident Hanspeter Küng (links) und Bartholomäus Prankl sehen kein Wagnis darin, eine weitgehend unbekannte Orchestermesse aus der Romantik aufzuführen. Das Rheintaler Publikum kenne und schätze Josef Gabriel Rheinberger, sagen sie. (Bild: Monika von der Linden)

Monika von der Linden

Das Schlusskonzert ist der Saisonhöhepunkt des Altstätter Konzertzyklus. Am Sonntag, 19. November, führen Chor, Chorakademie und Orchester St. Nikolaus Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Josef Gabriel Rheinberger auf. In der Regel widmet sich der Chor klassischer Literatur, nun begibt er sich auf einen Ausflug in die romantische Kirchenmusik. Josef Gabriel Rheinberger (1839 – 1901) wurde in Vaduz geboren und war ein zu Lebzeiten hoch geschätzter Organist, Komponist und Kompositionslehrer. Bald gerieten seine Werke in Vergessenheit, bis sie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder vermehrt gespielt wurden. Unter den Berufskollegen in der Romantik waren Orchestermessen verpönt. Deshalb widmete Rheinberger sich der Musikgattung nur einmal. Die Messe in C op. 169 für Soli, Chor und Orchester hat der musikalische Leiter, Bartholomäus Prankl, als Hauptwerk des Konzerts ausgewählt. Uraufgeführt wurde die Messe im Jahr 1893 in der Kathedrale St. Gallen. Als Romantiker passen Mendelssohn (1809 – 1847) und Rheinberger stilistisch gut zusammen. Folglich stellt Prankl den von Mendelssohn vertonten Psalm 95 der Orchestermesse voran.

Wird das Publikum den Ausflug in die romantische Kirchenmusik goutieren?

Prankl: Rheinbergers Musik ist hierzulande bekannt. Die Melodien sind eingängig, harmonisch und in moderner Tonsprache. So wie der Chor seit der ersten Probe motiviert ist, bin ich überzeugt, dass er die Herzen der Zuhörer für die romantische Kirchenmusik öffnet. Ich finde eigenartig, dass kaum jemand diese Orchestermesse aufführt. Wir spielen sie und sehen die Chance, die Messe wieder zugänglich zu machen.

Das Publikum muss dafür aber erst einmal am Konzert erscheinen.

Küng: Die Menschen hier sind neugierig auf Rheinberger. Hätten wir einen fremden Komponisten ausgewählt, wäre die Orchestermesse sicher ein Wagnis. Aber: Heimisches Gut ist gut.

Es gibt keine professionelle Tonaufnahme der Rheinbergermesse und eine Aufführung haben Sie nie erlebt. Vermögen Sie es, die Partitur so zu interpretieren, wie es der Komponist vorsah?

Prankl: Der Komponist Josef Gabriel Rheinberger kam mit zwölf Jahren nach München und blieb dort bis zu seinem Tod. Als Bayer wuchs ich mit seiner Chormusik auf. Meine Stilkenntnisse unterstützen mich in der Interpretation.

Zu welcher Art Konzerte kommen die meisten Besucher?

Küng: Die Besucherzahl hängt auch sehr von Zufällen ab. In den letzten Jahren hat die Konkurrenz in der Rheintaler Kultur zugenommen. Es ist nicht immer leicht, sich als Laienveranstalter zu behaupten. Die Ankündigung Markus Landerers (Domkapellmeister am Wiener Stephansdom) stiess auf grosse Resonanz. Weil die Gehsteige am Konzertabend aber vereist waren, blieben trotzdem viele Leute daheim. Einmal engagierten wir einen ­renommierten Jazz-Musiker. Es kamen nur dreissig Besucher. Man verbindet den Konzertzyklus wohl nicht mit Jazz. Also machen wir das, was wir gut können.

Nämlich?

Küng: Wir bieten eine verlässliche Plattform für klassische Konzerte.

Inwiefern ist die Besucherzahl für den Verein wichtig?

Küng: Jeder Künstler möchte ­Applaus und Wertschätzung bekommen. Käme niemand an die Konzerte, müssten wir das Projekt Konzertzyklus hinterfragen. Dazu gibt es aber nicht den kleinsten Anlass. Uns gibt es seit bald fünfzig Jahren. Erst kürzlich sprachen mich nach einer Feierabendmusik drei Personen an. Eine Woche später hatten wir drei neue zahlende Mitglieder.

Mit der Vereinsgründung vor fünf Jahren überarbeitete der Konzertzyklus sein Konzept. Sind Sie mit dem Anklang zufrieden?

Küng: Es hat sich bewährt, die Fixpunkte (Dreikönigskonzert, Forstkonzerte, Feierabendmusik, Bettags- und Karfreitagskonzert) beizubehalten. Wir hoffen, dass unser Grossprojekt erneut erfolgreich ist. Vor zwei Jahren sahen wir beim Mozart-Requiem, welche hohe Qualität wir mit der Chorakademie erreichen. Wir haben uns einen guten Ruf bei Akteuren und Publikum erarbeitet.

Ziehen Sie eine Expansion mit noch mehr Konzerten pro Saison in Betracht?

Küng: Wir haben viele Bewerber, die gern bei uns auftreten möchten. Weil unser Budget aber beschränkt ist, müssen wir immer wieder Musikerinnen und Musikern absagen. Eine Expansion ist uns als Laienveranstalter auch aus Zeitgründen nicht möglich.

Der Saisonabschluss ist mit «Mendelssohn & Rheinberger» am Sonntag, 19. November, um 17 Uhr in der katholischen Kirche in Altstätten. Tickets gibt es im Vorverkauf: Reise-Treff Steiger, Telefon 071 755 66 27 sowie ab 16.15 Uhr an der Abendkasse. www.konzertzyklus.ch

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