ALTSTÄTTEN: Harmonischer Genuss-Dreiklang

Zum zehnten Mal laden Fredi Koller und Jack E. Griss zum Dezembergrün ins Grüntal ein. Dieses Jahr musikalisch auf der Blockflöte begleitet von Hanspeter Küng. Am Donnerstagabend war Premiere.

Max Pflüger
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Jack E. Griss las nicht nur aus seinen humorvollen Geschichten, am E-Piano begleitete er auch den Blockflötenvirtuosen Hanspeter Küng. (Bild: Max Pflüger)

Jack E. Griss las nicht nur aus seinen humorvollen Geschichten, am E-Piano begleitete er auch den Blockflötenvirtuosen Hanspeter Küng. (Bild: Max Pflüger)

Max Pflüger

Der Dreiklang aus kulinarischem Genuss, humorvollen Texten und gediegener Musik hat im Dezember im Restaurant Grüntal Tradition. Am Donnerstag eröffneten Fredi Koller, Jack E. Griss und Hanspeter Küng den gut besuchten Anlass «Dezembergrün» zum zehnten Mal.

Gaststube bis auf den letzten Platz besetzt

Bis auf den letzten Platz war die Gaststube besetzt. Für die beiden nächsten Abende vom 13. und 20. Dezember sind noch einige freie Plätze erhältlich. Fredi Koller servierte zu Dezembergrün einen herrlichen Viergänger. Da wurde marinierter Thunfisch vom Feinsten auf kraftvoller Wasabi-Meerrettich-Creme aufgetragen, schmackhafte Steinpilz-Quiche, zarte Entenbrust an Orangensauce und Baumnussglace zum Dessert gereicht.

Geschichten stets humorvoll angerichtet

Dies nur einige wenige Details aus der reichhaltigen und abwechslungsreichen Speisekarte. Beste Küche für das Auge gefäl- lig angerichtet und präsentiert. Und zu jedem Gang gab es ein Glas vom passenden Wein. Das zweite Standbein des Anlasses waren die Geschichten von Jack E. Griss. In Götzner Mundart und in Schriftsprache plauderte er aus dem Nähkästchen seiner Erlebnisse.

So vom trauten Kochabend zusammen mit seiner Gattin Madeleine. Spaghetti Bolognese. Kulinarisch fast so perfekt geköchelt wie der Gildekoch Fredi Koller, jedoch nicht ganz so professionell angerichtet, wie dieser. Kurz: Die herrliche italienische Sauce verunglückte auf dem Weg von der Küche zum Esstisch und spritzte auf Boden, Wände und Teppiche. Fast selbstverständlich ist, dass die Geschichten von Griss, dem ehemaligen «Diogenes»-Kabarettisten, zwar nicht immer ganz jugendfrei, aber immer humorvoll und unterhaltsam daherkamen.

Applaus für den Koch, den Poet und den Musiker

Viel zum Erfolg des Abends trug Hanspeter Küng bei. Seine Virtuosität auf der Blockflöte begeisterte. Händels Wassermusik über einer Pariser Musette-Melodie bis zum heimischen Köbeli-Walzer, gefällige und abwechslungsreiche Melodien. Erstaunlich, was sich mit Blockflöten musi- zieren lässt. Insbesondere überraschte er mit temperamentvollen Allegro-Sätzen aus der Sonate in a-Moll von Diogenio Biga­- glia (um 1671 bis 1745) und einem jiddischen Klezmer-Stück. Flink tanzten seine Finger über die Flötenlöcher, und ebenso rasch steuerte er mit schneller Zunge den Luftstrom in der Flöte.

Alle drei Künstler, der Koch, der Poet und der Musiker, erhielten zum Schluss des genuss- reichen Dezembergrün-Abends wohlverdienten und tosenden Applaus.

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