Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ALTSTÄTTEN: Grundwasserschutz verhebt

Angesichts der regen Bautätigkeit sorgt sich Kantonsrat Meinrad Gschwend in einem Vorstoss um den Schutz des Grundwassers. Die Regierung beschwichtigt.
Max Tinner
Im Rheintal stammt ein Grossteil des Trink- und Brauchwassers aus Grundwasservorkommen. Blick in die Pumpwerk- und Filteranlage des Wasserwerks Mittelrheintal beim Viscoseareal in Widnau. (Archivbild: Max Tinner)

Im Rheintal stammt ein Grossteil des Trink- und Brauchwassers aus Grundwasservorkommen. Blick in die Pumpwerk- und Filteranlage des Wasserwerks Mittelrheintal beim Viscoseareal in Widnau. (Archivbild: Max Tinner)

Max Tinner

Die rege Bautätigkeit der letzten Jahre gibt dem Altstätter Kantonsrat Meinrad Gschwend (Grüne Partei) zu denken. Als Folge der vielen Bauprojekte sieht er die Grundwasserschutzzonen bedroht. In einer Interpellation, die er während der Septembersession eingereicht hat, will er von der Regierung wissen, ob der Grundwasserschutz «verhebt».

Nach Ansicht der Regierung tut er das, wie der nun vorlie­genden Antwort zu entnehmen ist. Örtlich begrenzt stellt sie zwar Beeinträchtigungen infolge von Nutzungskonflikten oder Verunreinigungen fest. Das in der Grundwasserschutzzone S2 geltende Bauverbot werde aber flächendeckend eingehalten. Ausnahmen würden sehr restriktiv gehandhabt und seien nur für standortgebundene Anlagen möglich, aus wichtigen Gründen und wenn eine Gefährdung des Trinkwassers ausgeschlossen werden könne.

Generell sei der Zustand des Grundwassers im Kanton St. Gallen gut. Sauberes Trinkwasser ­gehöre zu unseren wertvollsten Ressourcen, stimmt die Regierung Meinrad Gschwend zu.

Die Grundwasservorkommen und Quellen dauerhaft zu schützen, sei ihr wichtig. Sie verweist dazu auf einen Bericht von 2012 zur Grundwasserbewirtschaftung im Kanton, in dem als Leitlinie festgehalten wird, «dass die Grundwassernutzung für die Trinkwasserversorgung Vorrang vor anderen Nutzungen hat». In ihrem Leitbild für die Wasserversorgung im Kanton von 2014 bekräftigt die Regierung dies und konkretisiert noch, dass sich die Trinkwasserversorgung auf örtliche Vorkommen stützen soll. Mit über 60 über den ganzen Kanton verteilten Messstationen werde die Qualität des Grundwassers auch überwacht.

Die Gemeinden sind in der Pflicht

Von zentraler Bedeutung sei die Gewässerschutzkarte mit den Grundwasserschutzzonen und -arealen. Diese ermögliche einen langfristigen Schutz der nutzbaren Grundwasservorkommen. Zuständig für die Einrichtung der Grundwasserschutzareale sind die Gemeinden. Aktuell seien über 98 % der Grundwasserfassungen so geschützt. Bei den Quellwasserfassungen seien es gut 85 %. Bei den restlichen Fassungen seien die Gemeinden noch daran, die Schutzvorgaben an die 1999 erlassene Gewässerschutzverordnung des Bundes anzupassen. Ausserdem seien die Gemeinden gehalten, nichts zu entscheiden, was die künftige Nutzung des Grundwassers beeinträchtigen könnte, hält die Regierung fest.

Der Schutz der Grundwasservorkommen von kantonaler Bedeutung sei ausserdem durch den Eintrag im Richtplan gewährleistet, schreibt die Regierung.

Dutzende Wasserfassungen aufgegeben

Gschwend wollte in seiner Interpellation auch wissen, wie viele Grundwasserfassungen in den letzten 25 Jahren (1992 trat das Gewässerschutzgesetz des Bundes in Kraft) aufgehoben worden sind und weshalb. Das gab es tatsächlich: Rund 30 mittlere und grössere Grund- und Quellwasserfassungen seien von den Wasserversorgern aufgegeben worden. Hauptsächlich, weil sie bereits in Bauzonen lagen, die seit Beginn der Raumplanung bestehen, oder wegen bestehender Anlagen mit hohem Gefährdungspotenzial nahe bei den Fassungen. Damit könne für diese Fassungen keine Grundwasserschutzzone nach heutigen Vorgaben mehr geschaffen werden.

Ausserdem sei «eine grös­sere Anzahl» kleinerer Quellwasserfassungen von Kleinstwasserversorgungen aufgehoben worden, nachdem die von ihnen versorgten Liegenschaften an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen worden seien. Manchmal werde eine Wasserfassung auch aufgegeben, weil sie zu wenig ergiebig ist oder die Wasserqualität nicht mehr genügt. Aktuell weiss der Kanton von einer mittleren und von fünf kleineren Quellwasserfassungen, die ebenfalls noch aufgehoben werden sollen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.