ALTSTÄTTEN: Gratis Verjüngungskur

Wer sein Auto in der gebührenfreien Zeit auf einem Parkplatz der Stadt abstellt und das Parkbillett in der Parkingpay-App löst, gewinnt Lebenszeit. Scheinbar.

Max Tinner
Drucken
Teilen
In der Abrechnung sieht man’s: Auf diesem Parkplatz hat man von 13.30 Uhr bis 12.39 Uhr parkiert – und dabei gratis eine Zeitreise zurück mitten in die Mittagszeit gemacht. (Bild: Max Tinner)

In der Abrechnung sieht man’s: Auf diesem Parkplatz hat man von 13.30 Uhr bis 12.39 Uhr parkiert – und dabei gratis eine Zeitreise zurück mitten in die Mittagszeit gemacht. (Bild: Max Tinner)

Max Tinner

Über Mittag ist das Parkieren auf dem Parkplatz vis-à-vis dem Schulhaus Feld an der Heidenerstrasse gratis. Nutzt man statt des Parkticketautomaten die Parkingpay-App auf dem Smartphone (mit der dazu gehörenden Vignette an der Autoscheibe), geschieht in dieser Zeit etwas Erstaunliches. Im System eingetragen wird beim Anmelden des Parkvorgangs nämlich die Zeit, ab welcher wieder Gebühren fällig werden, nämlich 13.30 Uhr. Fährt man weg, wird die tatsächliche Zeit registriert. Bricht man also vor halb zwei Uhr wieder auf, steht auf der Abrechnung dann eine Zeit, die vor der registrierten Ankunftszeit liegt.

Zeit, zu tun, was man immer schon tun wollte

Herrlich! Das bedeutet doch nichts weniger, als dass man Lebenszeit gewonnen hat! Bis anderthalb Stunden ist man jünger geworden, hat man zurückbekommen, um vielleicht noch etwas zu tun, was man doch eigentlich schon immer tun wollte und dann doch nie getan hat!

Schön wär’s! Natürlich hebt die Parkingpay-App die bekannten physikalischen Gesetze nicht auf. Probleme werde man aber keine bekommen, heisst es seitens Parkingpay; weil der Parkvorgang während der nicht gebührenpflichtigen Zeit gestartet und auch wieder beendet wurde, sei die Aufzeichnung zwar tatsächlich etwas verwirrend, das sei im System aber nicht zu ändern. Probleme mit Parkplatzkontrolleuren brauche man nicht zu fürchten.

Während der gebührenfreien Zeit werde ja nicht kontrolliert. Und parkiert man länger, läuft die Zeit wieder, wie man es sich gewohnt ist.

Parkieren, ohne Münz dabei haben zu müssen

Die Parkingpay-App ermöglicht es, auf dafür eingerichteten gebührenpflichtigen Parkplätzen bargeldlos zu parkieren. Man braucht nicht mehr dran zu denken, ausreichend Münz für Parkuhren dabei zu haben. Höchstens noch, dass der Akku des Smartphones ausreichend geladen ist und noch Guthaben auf dem Parkingpay-Konto liegt. Die Stadt Altstätten hat das System auf ihren Parkplätzen Ende letztes Jahr eingeführt. Wer lieber konventionell Parkgebühren bezahlt, kann dies aber nach wie vor so machen.

Details zum bargeldlosen Parkieren auf den Parkplätzen der Stadt Altstätten findet man auf www.altstaetten.ch (im Suchfeld «parkingpay» eingeben).

Bis man im Parkhaus ohne Münz parkieren kann, dauert’s noch

Altstätten Im Parkhaus unter dem Rathaus und der Freihof-Passage kann man die Parkgebühr nach wie vor nur bar bezahlen.

Zwar hat die Stadt in Aussicht gestellt, dass man hier künftig mit einem Badge von Parkingpay ausfahren können wird und auf diese Weise ebenfalls ein bargeldloses Parkieren möglich wird. Die Umrüstung der Lesegeräte sei zwar grundsätzlich möglich, sagt Stadtpräsident Ruedi Mattle auf Nachfrage. Sie sei allerdings aufwendig und relativ teuer. Weil die technologische Entwicklung mobiler Zahlungslösungen momentan in vollem Gange sei – auch bei andern Anbietern – gelte es die Investition detaillierter zu prüfen. Auch weil die Stadt nicht alleinige Eigentümerin des Parkhauses sei und die Investition vom Eigentümer der Freihof-Passage mitzufinanzieren wäre. Die Stadt wolle nun zunächst beobachten, wie sich das bargeldlose Bezahlen auf den übrigen Parkplätzen der Stadt entwickelt – und auch, wie sich die Nutzung des Parkhauses entwickelt, die seit der Eröffnung unter den Erwartungen geblieben war.

Erst im Mai hatte man deshalb die ersten 30 Minuten kostenlos gemacht, um den Anreiz, das Parkhaus zu nutzen, zu erhöhen. (mt)