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ALTSTÄTTEN: Grastrocknungsanlage weicht dem Gefängnis

Wegen der Gefängniserweiterung schliesst die Grastrocknungsanlage. Ein Neubau lohnt sich nicht.
Monika von der Linden
Maschinist Sepp Oeler (links) und Präsident Sepp Willi müssen Abschied von der Grastrocknungsanlage nehmen. Am Donnerstag war der letzte Betriebstag vor der endgültigen Schliessung. (Bild: Monika von der Linden)

Maschinist Sepp Oeler (links) und Präsident Sepp Willi müssen Abschied von der Grastrocknungsanlage nehmen. Am Donnerstag war der letzte Betriebstag vor der endgültigen Schliessung. (Bild: Monika von der Linden)

Als Nachbarin des Regionalgefängnisses betreibt eine Aktiengesellschaft seit den 1960er-Jahren eine Grastrocknungsanlage. Nun stehen die Maschinen still. Am Donnerstag wurden sie zum letzten Mal angeschaltet und Mais getrocknet. Was jetzt folgt, ist der Verkauf des Inventars an die Anlage in Haag und die Liquidation des Unternehmens.

Der Schritt war nötig geworden, weil der Kanton das Grundstück und das Gebäude vor fünf Jahren gekauft hatte. Er benötigt das Land für die Erweiterung des Gefängnisses. «Ein Neubau kommt für uns nicht infrage», sagt Präsident Sepp Willi. Die ­Anlage hätte trotz der weniger gewordenen Aufträge weiter betrieben werden können. Die Reserven hätten gereicht. Die Investition in einen Neubau rentiert aber nicht. In besten Zeiten hat die Anlage bis zu 1500 Tonen Trockengut pro Jahr erzeugt. Mit nur noch 450 Tonnen war 2016 das Jahr mit der kleinsten Menge überhaupt.

Gegründet wurde die Gesellschaft am 15. September 1960 auf Initiative des Altstätter Gemeindeammanns Anton Stadler. Es sollte mit einer weiteren Art der Futterkonservierung eine zusätzliche Dienstleistung für Landwirte in Altstätten und Umgebung geschaffen werden. «In Balgach und Haag gab es bereits eine Anlage. Altstätten habe auch eine benötigt, meinte damals Anton Stadler», sagt Sepp Willi.

Damals gab es in Hinterforst, Eichberg, Lienz, Marbach und auf dem Stoss je eine Käserei. Die ihnen Milch liefernden Landwirte durften ihren Kühen keine Silage verfüttern. Sie enthält Mikroorganismen, die dem Reifungsprozess des Käses nicht gut tun. Das in der Anlage getrocknete Gras ist dem Heu gleich.

Die Landwirte wurden dadurch vom Wetter unabhängiger, hatten immer ein optimales Grundfutter. Denn sie liessen den Grasschnitt im Frühjahr in der Anlage trocknen. Im Sommer standen die Maschinen meist still, im Herbst wurde der Mais, der ebenfalls nicht in die Silage darf, zu Pellets getrocknet.

«Schade», sagt der Präsident, der zuvor zehn Jahre lang Maschinist war, über den Abschied. «Es ist noch nicht lange her, seit wir das Inventar erneuert und die Leistung gesteigert haben.»

Wie andere Landwirte fährt Sepp Willi künftig zur Balgacher Anlage. Die Maschinisten Sepp Oeler und Ueli Eugster sind im Nebenerwerb beschäftigt und haben beide einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb.

Monika von der Linden

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