ALTSTÄTTEN: Glögglifrosch in der Wieswanne gefördert

Die Glögglifrosch-Population in der Wieswanne oberhalb von Altstätten soll sich langfristig ausbreiten. Die Aufwertung des Vereins Pro Riet wird dazu beitragen.

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Neuer Weiher in der Wieswanne ob Altstätten. (Bild: pd)

Neuer Weiher in der Wieswanne ob Altstätten. (Bild: pd)

Wer an einem warmen Frühsommerabend auf dem Altstätter Vita-Parcours unterwegs ist und sich in der Wieswanne die Zeit nimmt, stehen zu bleiben, hat gute Chancen, die unverkennbaren Rufe der Geburtshelferkröte zu hören. Weil diese an weit entferntes Geläut von Kuhglocken erinnern, haben sie dem nur fünflibergrossen, grauen Froschlurch den Mundartnamen Glögglifrosch eingetragen.

Der typische Ruf ist heute vielerorts verstummt. Auch im Rheintal sind die Bestände ausgedünnt und einzelne Popula­tionen erloschen. Das spezielle Fortpflanzungsverhalten der Geburtshelferkröte macht ihre Förderung zu einer anspruchsvollen Aufgabe. Die Paarung erfolgt an Land. Um den sympathischen Winzling wieder zurückzuholen, hat der Verein Pro Riet in den vergangenen Jahren oberhalb von Lüchingen und Altstätten verschiedene neue, speziell auf dessen Bedürfnisse zugeschnittene Lebensräume geschaffen. Die Geburtshelferkrötenpopulation in der Wieswanne soll als Ausbreitungszentrum die Spontanbesiedlung der neuen Lebens­räume ermöglichen. Dies setzt allerdings eine grosse, langfristig stabile Population voraus. Das Aufwertungsprojekt zielte deshalb darauf ab, durch Bereitstellen von neuen Wasser- und Landlebensräumen die bestehende Population nachhaltig zu stärken.

Entsprechend vielfältig und facettenreich sind die umgesetzten Massnahmen auf der 38 Aren grossen Projektfläche. Ein Weiher mit Steinsohle, Ruderalfläche und Steinriegel, zwei Steinlinsen, 33 Aren artenreiche Blumenwiese und eine neue Hecke wurden angelegt. Bestehende Strukturen wurden nach Möglichkeit in die Aufwertung einbezogen. Der alte Armeebunker wurde für Fledermäuse geöffnet. Neu montierte Hohlblocksteine sorgen dafür, dass sich das Bunkerinnere als Fledermausquartier eignet. Ein stark verlandeter Weiher wurde entschlammt und von Wasserpflanzen befreit. Im Umfeld wurde eine Ruderalfläche durch Aufwühlen und Einbringen von Sand wiederhergestellt. Bestehende Steinstrukturen im Umfeld wurden neu aufgeschichtet und mit Sand ergänzt.

Das Projekt Wieswanne ist breit abgestützt. Die Stadt Altstätten als Grundeigentümerin einer betroffenen Parzelle und der Bewirtschafter, Michael Steiger, boten Hand zur ökologischen Aufwertung. Die Realisierung war nur möglich dank grosszügiger finanzieller Unterstützung durch das Amt für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF) des Kantons St. Gallen, die Karl-Zünd-Stiftung und den naturemade- star-Fonds von EWZ. Durch die Gewährung von Ökorabatten trugen die beteiligten Unternehmer zu Projektfinanzierung bei. (pd)