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ALTSTÄTTEN: "Gebühren sind für uns existenziell"

Am Podium der CVP-Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft warnten Exponenten des Schweizer Fernsehens und von Tele Ostschweiz davor, die No-Billag-Initiative anzunehmen.
Max Tinner
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Max Tinner

Zur No-Billag-Initiative standen für einmal Fernsehleute auf dem Podium im Altstätter Sonnensaal und keine Politiker, weder solche aus dem Pro-, noch solche aus dem Kontra-Lager. «Wir wollen Fakten vermitteln», begründete Urs Dörig von der CVP-Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft AWG dies. Leute vom Fernsehen sind seiner Auffassung nach die richtigen Leute dafür, selbst wenn sie natürlich gegen die Initiative eintreten.

Und das vehement: «Für uns Private geht es um Leben oder Sterben», stellte Tele-Ostschweiz-Geschäftsführer André Moesch klar. TVO erhält wie 12 andere Regionalfernsehsender seit 2010 einen geringen Anteil an den Gebühreneinnahmen, weil es nicht ausreichend Werbung generieren kann, um selbsttragend zu sein. In den zehn Jahren zuvor habe TVO zwar auch ohne Gebührengelder gesendet, aber mit erheblichem Verlust.

Pay-TV funktioniert nur mit Sport, Spielfilmen und Sex

Das Defizit von 20 Mio. Franken innert gut zehn Jahren habe das Mutterhaus, das St. Galler Tagblatt, getragen. Das wäre nicht mehr möglich, stellte Moesch klar: «Die Zeitungen kämpfen heute selbst ums Überleben.» Auch zu glauben, die Kantone würden einen Teil der Finanzierung übernehmen, sei nicht realistisch. Ebenso wenig Fernsehen im Abo: «Pay-TV funktioniert nur für Sport, Spielfilme und Sex – aber nicht für regionale Nachrichtensendungen.»

Wie sehr auch das Schweizer Fernsehen ein Ja zur Initiative fürchtet, zeigt sich schon darin, dass SRG-Generaldirektor Gilles Marchand selbst an einer solch kleinen Veranstaltung wie jener in Altstätten mit weniger als 60 Besuchern auftritt. «Die Gebühren sind für uns existenziell», betonte er. Die von den Initianten kritisierten hohen Kosten begründet er mit dem gesetzlichen Auftrag, die Bevölkerung mit Information, Kultur, Bildung und Unterhaltung zu versorgen, in allen vier Landessprachen, flächendeckend.

Dieser Service public koste einiges, komme bei den Leuten aber gut an, sagte Ladina Heimgartner, die Direktorin für den Bündner Ableger der SRG. 94 % der Einwohnerinnen und Einwohner seien mindestens einmal die Woche auf einem der SRG-Sender. Sie veranschaulichte die Leistungen des Schweizer Fernsehens dann am Sport: Die SRG berichte über 60 Sportarten, über 25 davon auch live. Ein Drittel der Bevölkerung schaue wöchentlich SRG-Sport. Bei Grossanlässen sei der Anteil noch deutlich höher.

Wie vielfältig die Ansprüche an die SRG sind, zeigte gestern ein Votum des Diepoldsauers Hans Rohner, der auf die Aufzeichnungen von Kirchenglockengeläute im Radio zu sprechen kam. Er hat zwar seit Jahren keinen Fernseher mehr, hört aber umso mehr Radio. Und da nervt er sich über die regelmässigen Verweise auf zusätzliche Beiträge im Internet. «Ich habe auch kein Internet», meinte er und damit sei er wohl längst nicht allein.

«Einen Franken pro Tag – das ist mir das Schweizer Radio und Fernsehen doch wert», meinte CVP-Nationalrat Markus Ritter, der für einmal nicht auf dem Podium, sondern im Publikum sass. Er meinte damit die 365 Franken, die künftig noch an Radio- und Fernsehempfangsgebühren zu bezahlen sein werden, vorausgesetzt, die No-Billag-Initiative wird am 4. März abgelehnt.

Gilles Marchand warnt davor, der SRG am Abstimmungssonntag mit einem Nein einfach nur einen Denkzettel verpassen zu wollen. Werde dadurch die Initiative angenommen, wäre das fatal. Der Entscheid würde gelten; es wäre nicht möglich, auf ihn zurückzukommen, mahnte er.

Aus der laufenden Diskussion folgert Marchand aber auch, dass man noch mehr über den Service public reden müsse. Angesichts der zunehmenden Gratiskultur und des modernen Medienkonsums werde das umso wichtiger. «Die Generation Netflix versteht das Modell der Gebührenfinanzierung sonst nicht», fürchtet er. «Wir müssen noch besser erklären, was wir für die Schweiz tun.»

Befürworter der No-Billag-Initiative verzichteten gestern, sich zu Wort zu melden. Umso mehr Flyer legten sie danach beim Ausgang zum Mitnehmen auf.

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