ALTSTÄTTEN: Für die Wanderer geschuftet

Die Forstgemeinschaft hat mit Unterstützung von Asylbewerbern den eindrücklichen Wanderweg durchs Mültobel instandgestellt. Gestern wurde die mehrwöchige harte Arbeit mit grilliertem Fisch im Wald verdankt.

Max Tinner
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Zentnerweise Hackschnitzel, Holzschwellen und Kies hat man den steilen Weg hinabgebuckelt. (Bild: Max Tinner)

Zentnerweise Hackschnitzel, Holzschwellen und Kies hat man den steilen Weg hinabgebuckelt. (Bild: Max Tinner)

Max Tinner

Der Wanderweg dem Tobelbach entlang durchs Mültobel hinauf ist in den letzten Wochen von Asylbewerbern und Mitarbeitern der Forstgemeinschaft Altstätten instand gestellt worden. Der Weg wurde über weite Strecken neu befestigt, Steilstellen wurden mit Schwellen ausgebaut und wo der Weg durch eine Schlucht führt, wurde er zusätzlich mit einem Stahlseil gesichert.

Zentnerweise Hackschnitzel und Kies gebuckelt

Für diese Arbeit waren starke Hände nötig, hebt Karl Segmüller, der Chef der Unterhaltsdienste des Altstätter Stadtbauamts, hervor. Zentnerweise musste die Gruppe Hackschnitzel, Kies und Holzschwellen in das teils steile Gelände hinauf- bzw. hinuntertragen. Steine zur Wegbefestigung holten die Arbeiter vom Bach herauf.

Rund 25000 bis 30000 Franken kostete die mehrwöchige Instandstellung. Zwar beteiligt sich an diesen Kosten auch der Kanton. Segmüller betont aber, dass die Wegsanierung ohne die Unterstützung der Leute aus dem Empfangs- und Verfahrenszentrum noch einiges teurer wäre.

Als Dank für die geleisteten Dienste waren darum gestern die Asylbewerber, die hier mitgearbeitet hatten, zum Grillieren neben der Bogenbrücke im Lamerentobel eingeladen. Hanspeter Meier, der stellvertretende Betriebsleiter der Forstgemeinschaft, servierte an Brettern über der offenen Glut gegarte Lachsforellenfilets zu Folienkartoffeln, gebackene Zwiebeln und Salat.

Ebenfalls dabei waren Ernst und Rita Steger, die von sich aus 1000 Franken an die Wanderwegsanierung gespendet hatten. Die beiden begehen den Weg bis viermal die Woche. Weil er zuletzt in einem schlechten Zustand war, fürchteten Stegers schon, man könnte ihn womöglich stillschweigend aufgeben wollen.

Zur Diskussion sei das tatsächlich gestanden, bestätigt Karl Segmüller. Allerdings ist auch er glücklich, dass es anders gekommen ist. Der Wanderweg das Mültobel hinauf ist für ihn einer der schönsten und eindrücklichsten auf Stadtgebiet. Besonders attraktiv machen diesen Weg Passagen durch Schluchten und unter überhängenden Nagelfluhbändern hindurch. 200 Höhenmeter überwindet man so auf etwas mehr als einem Kilometer von den Parkplätzen bei den Sportanlagen Gesa bis zum Wegweiser Steigershüser unterm Oberstall.

Mit den vielen Steilstellen, Schmalstellen, nötigen Stegen, Geländern und Sicherungen sei die Baustelle eine Herausforderung gewesen, sagt Förster Werner Zogg, Betriebsleiter der Forstgemeinschaft. Die Forstgemeinschaft sei aber dankbar um solche Aufträge, trügen sie doch zur besseren Auslastung bei. Die Forstgemeinschaft hat sich nun auch bereit erklärt, den künftigen Unterhalt des Wanderwegs zu gewährleisten. Das freut nicht nur die Stadt, welche die Kapazität dazu kaum aufbringen könnte, wie Karl Segmüller erklärt, sondern auch Pirmin Baumgartner, den Regionschef des Vereins St. Galler Wanderwege für das Rheintal. Erst mit Gewährleistung des Unterhalts werde diese aufwendige Instandstellung nachhaltig, betont Baumgartner.

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