ALTSTÄTTEN: Frost und Frust am Forst

Am Torkel und in den Reben der Ortsgemeinde muss häufig Unrat aufgelesen werden. Es wurden zuletzt auch vermehrt Sachbeschädigungen festgestellt.

Max Tinner
Drucken
Teilen

Der Forst ist einer der schönsten Aussichtspunkte Altstättens. Weil er vom Städtli aus leicht erreichbar ist, treffen sich offenbar auch gerne Jugendliche hier. Das würde Jacques Sinz, den Präsidenten des Ortsbürgerrats, ja nicht weiter stören. Immerhin gehören Leistungen zugunsten der Allgemeinheit zu den Aufgaben einer Ortsgemeinde. Was ihn aber ärgert, sind Flaschen, Scherben, Zigarettenstummel und anderer Unrat, der häufig zurückgelassen wird. «Und das keine zehn Meter vom nächsten Abfallkübel entfernt», stellte Sinz an der Ortsbürgerversammlung gestern in der reformierten Kirche fest.

Neuerdings würden sogar Steinplatten aus befestigten Plätzen ausgebaut. «Wir wollen den Torkel wirklich nicht mit einem zwei Meter hohen Zaun absperren – aber wenn es nicht bessert, werden wir uns Massnahmen überlegen müssen», meinte Sinz. Er bat die Ortsbürger, bei Spaziergängen achtsam zu sein und Auffälligkeiten zu melden.

Frost hat Reben schwer zugesetzt

Auch mit den Reben hatte die Ortsgemeinde wenig Glück. Der Frost im April 2017 hat ihnen schwer zugesetzt. Rund 80 % der Triebe seien abgefroren, bilanzierte Sinz. Nach einem Monat Wachstumsstillstand hätten sich zwar aus schlafenden Knospen neue Triebe gebildet. Diese brachten aber weniger Ertrag als gewohnt. Gemessen am Durchschnitt aus fünf normalen Jahren resultierte beim Blauburgunder ein Ertragsausfall von 55 %, beim Chardonnay von 65 %.

Gefragte Weinspezialitäten

Freude bereitet dem Präsidenten des Ortsbürgerrats hingegen der aus einem Teil der Blauburgundertrauben gekelterte Federweisse. Nicht nur wegen dessen Qualität, sondern auch wegen der Nachfrage danach. Der Jahrgang 2016 ist ausverkauft. Der Jahrgang 2017 werde demnächst erhältlich sein. Länger warten muss man auf den Barrique der Ernte 2016. Dieser ruht noch weitere anderthalb Jahre im Eichenfass.

Gespannt ist Jacques Sinz auch auf den Johanniter. Rebstöcke dieser Weissweinsorte hat die Ortsgemeinde erst vor ein paar Jahren gepflanzt. Eigentlich rechnete man letztes Jahr mit einer ersten kleinen Ernte. Wiederum wegen des Frosts wurde nichts draus. Die Rebstöcke hätten sich aber gut erholt, sagt Sinz. Dieses Jahr werde man noch Hagelschutznetze montieren.

Ausserdem wird die Rebbergerweiterung und -terrassierung weitergeführt, mit der 2015 begonnen wurde. Weil damit auch eine erhebliche ökologische Aufwertung des Hangs verbunden ist, wird die Ortsbürgergemeinde dabei vom Verein Pro Riet Rheintal unterstützt.

Die Rechnung der Ortsbürgergemeinde schliesst mit einem Ausgabenüberschuss von 32071 Franken ab, rund 9800 Franken schlechter als budgetiert. Dies nicht zuletzt wegen einer erheblichen Korrektur auf den Lagerbeständen infolge der schlechten Ernte 2017. Fürs laufende Jahr wird mit einem Ausgabenüberschuss von 13200 Franken gerechnet. Die Versammlung hiess Rechnung und Budget einstimmig gut.

Max Tinner