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ALTSTÄTTEN: Farbenreiche Musikschätze

Mit dem traditionellen Dreikönigskonzert eröffnete der Konzertzyklus in der Klosterkirche Maria Hilf die neue Konzertsaison, dieses Mal mit dem Ensemble Viatoribus.
Theodor Looser
Das Ensemble Viatoribus freut sich über den kräftigen Schlussapplaus des Altstätter Publikums, von links: Adrien Pièce, John Martling, Mirjam Striegel, Phillip Edvard Boyle und Katharina Haun. (Bild: Theodor Looser)

Das Ensemble Viatoribus freut sich über den kräftigen Schlussapplaus des Altstätter Publikums, von links: Adrien Pièce, John Martling, Mirjam Striegel, Phillip Edvard Boyle und Katharina Haun. (Bild: Theodor Looser)

Theodor Looser

Für das diesjährige Dreikönigskonzert hatte der Konzertzyklus das Ensemble Viatoribus engagiert. Dessen international tätige Musikerinnen und Musiker haben sich im Herbst 2015 an der Schola Cantorum Basiliensis zur Erforschung der Musik des 17. Jahrhunderts zusammengefunden. Mirjam Striegel (Gesang), Katharina Haun (Zink – ein historisches Blasinstrument), Phillip Edvard Boyle (Posaune), John Martling (Laute) und Adrien Pièce (Truhenorgel) stammen aus fünf verschiedenen Ländern. Sie spielten am Samstag in der Klosterkirche Maria Hilf ein beeindruckendes Programm mit alten Werken, die in verschiedenen Besetzungen aufgeführt wurden.

Hanspeter Küng begrüsste das Publikum und wies darauf hin, dass mit dem Konzert wie jedes Jahr zu Dreikönig des Kunstmalers und Altstätter Ehren­bürgers Ferdinand Gehr gedacht werde. Von diesem bedeutenden Meister der Sakralkunst stammen auch die herrlichen Glasfenster der Klosterkirche.

400 Jahre alte Musik

Eröffnet wurde das Konzert mit einem aussergewöhnlichen Werk, war doch der Komponist, Ferdinand III. (1608 – 1657), ein Grossfürst, der in seiner Jugend Unterricht beim berühmten Giovanni Valentini (1582 – 1649) erhalten hatte. Das Stück «Deus, tuorum militum» wurde von allen fünf Musikern gespielt und zwar von hoher Qualität. Besonders die Sängerin Mirjam Striegel beeindruckte mit ihrer gehaltvollen Stimme. Das folgende, wiederum sehr alte Werk von Marco Antonio Ferro (1600 – 1662) war rein instrumental, ein ungewöhnliches Zeugnis alter Spielkunst. Stück für Stück wurde das Publikum eingeführt in die 400 Jahre alte Kunst der frühbarocken Musik. In wechselnden Besetzungen wurden Kompositionen verschiedener Meister aufgeführt. So das «Natus est Jesu» aus «Sacra Partitura» von Philipp Friedrich Böddecker (1607 – 1683), «Angelus ad Pastores» aus «Promtuarii Musici» von Wilhelm Biener (1590 bis 1651), «Ricercar pro Festis Natalytis» von Caspar Ferdinand Fischer (1662 – 1746), Musik aus dem Archiv der Münchner Hofkapelle um 1590, zwei Werke, «O radix Jesse» und «Gloria in excelsis Deo», von Urban Loth (1580 bis 1636), «A solis ortus cardine» von Christian Erbach (1568 bis 1635), ein Instrumentalwerk des besagten Giovanni Valentini, «Canzon a doi», und zum Schluss «Adesto Multitudo» aus «Theatrum Musicum» von Samuel Capricornus (1628 – 1665).

Musiziert wurde bei diesem weihnachtlichen Programm meist als vollständiges Ensemble mit Gesang, Zink, Posaune, Laute und Truhenorgel. Manche Stücke waren wiederum rein instru­mental. Bei einem Stück wurde, begleitet von der Truhenorgel, deutsch und lateinisch gesungen. Besonders interessant war der Einsatz von Zink und Laute, beides alte und selten gehörte, hier meisterhaft gespielte Instrumente. Auch der Posaunist fiel durch virtuoses Spiel auf. Trotz verschiedener Besetzung war die Zugehörigkeit aller Werke zur gleichen musikalischen Epoche hörbar. Vom Ort her stammte die Musik vor allem aus dem süddeutschen Raum, aber auch aus Wien.

«Salve Regina» als Zugabe

Als Zugabe für den lautstarken Applaus wurde ein «Salve Regina» von Giovanni Valentini gespielt, bei dem nochmals das ganze Ensemble sein Einfühlungsvermögen für diese alte Kunst zeigen konnte.

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