Altstätten
Ein Pavillon, der Zeit verschafft bis zur Renovation

Das Altersheim Haus Blumenfeld bietet keinen zeitgemässen Komfort mehr. Der Heimbetrieb soll nun in ein Provisorium verlegt werden bis das heutige Heim entweder renoviert oder durch einen Neubau ersetzt ist.

Max Tinner
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Der Modulbau fürs Altersheim Haus Blumenfeld kommt an die Heidenerstrasse zu stehen, in die Wiese neben dem Altersheim Haus Viva.

Der Modulbau fürs Altersheim Haus Blumenfeld kommt an die Heidenerstrasse zu stehen, in die Wiese neben dem Altersheim Haus Viva.

Bild: Max Tinner

Das Altersheim Haus Blumenfeld ist in die Jahre gekommen. Lange Zeit machte gerade dies das Heim für manche Betagte zwar besonders einladend, vielleicht erschien es ihnen sogar heimeliger als andere Heime. Zuletzt ist die Nachfrage nach den Heimplätzen im Haus Blumenfeld aber zurückgegangen. Für die Trägerschaft ist dies ein Anzeichen dafür, dass Leute, die sich heute nach einem Heimplatz umsehen, das «Blumenfeld» nicht mehr besonders attraktiv finden.

Das Altersheim Haus Blumenfeld gehört der Evangelischen Waisenguts- und Fondsgemeinde Altstätten, einer orts­bürgerlichen Korporation, der alle evangelischen Ortsbürger von Altstätten angehören. Der Verwaltungsrat hat schon vor einiger Zeit ein Architekturbüro (dasselbe, das auch die Alterswohnungen Blumenfeld gleich neben dem Altersheim geplant hat) beauftragt, zu analysieren, wie das Heim auf einen zeit­gemässen Stand zu bringen wäre.

Im heutigen Heim gibt’s nur Etagenbäder

Als nicht mehr zeitgemäss gilt im Besonderen, dass es in den Zimmern des Heims kein WC und keine Dusche hat. Es gibt im Haus Blumenfeld lediglich Etagenbäder.

Aber auch die Arbeit im Heim fiele leichter, wäre die Küche geräumiger, gäbe es einen Raum, in dem die Wäsche bearbeitet werden könnte, und wäre der (1977 eingebaute) Lift grösser.

Fraglich, ob sich eine Renovation lohnt

Die Studie ergab, was bei solchen Analysen oft herauskommt, nämlich dass die Renovation eines solch alten Gebäudes (es wurde 1868 gebaut und ursprünglich als Waisenhaus genutzt) wohl mehr kosten als nützen würde.

Als Alternative käme auch ein Ersatzbau in Frage. Zu einem Entscheid konnte sich der Verwaltungsrat bislang aber nicht durchringen, auch weil dafür weitere nötige Grundlagen fehlten, wie er in einem Gutachten festhielt, das er im Sommer den Waisengutsbürgern unterbreitet hat. Darin ging es um eine Zwischenlösung, die der Waisengutsgemeinde die Zeit für einen Entscheid und die sich daraus ergebenden Bauarbeiten verschafft: Die Waisengutsgemeinde kann von einem Altersheim in Kreuzlingen einen Modulbau in Fertigbauweise kaufen, der 17 Einzelzimmer und ein Doppelzimmer bietet, alle mit eigenem WC und Lavabo.

Aufgebaut werden soll der Pavillon nicht neben dem Haus Blumenfeld selbst, sondern 200 Meter die Heidenerstrasse hi­nauf, hinter dem Altersheim Haus Viva. Das Grundstück gehört (wie auch jenes, auf dem das Haus Viva im Baurecht gebaut wurde) der Evangelischen Waisenguts- und Fondsgemeinde und liegt bereits in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen.

Die Waisengutsbürger haben dem Kauf des Pavillons an ihrer Bürgerversammlung vom 24.August zugestimmt. Für den Kauf, Transport und Aufbau des Pavillons sowie den Bau von Parkplätzen für Mitarbeiter und Besucher rechnet der Verwaltungsrat mit Kosten von 1,5 Mio. Franken. Abzüglich des erwarteten Wiederverkaufswerts von einer halben Million Franken ergibt sich eine Nettoinvestition von einer Million Franken. Diese Summe vermag die Evangelische Waisenguts- und Fondsgemeinde innert fünf Jahren aus Reserven sowie Liegenschaftserträgen und Baurechtszinsen abzubezahlen.

Das Baugesuch lag vom 25. November bis 8. Dezember bei der Stadt auf. Die Bewilligung steht noch aus; aktuell liege das Projekt zur Beurteilung beim Kanton, heisst es bei der Stadt Altstätten.