ALTSTÄTTEN: Drei Missen fürs Städtli

Darling, Polly und Rina heissen die drei schönsten Altstätter Milchkühe. Sie wurden anlässlich der Herbstviehschau auf der Breite aus 281 aufgeführten Rindviechern gekürt.

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Hingucker und Herzensbrecher beim Einzug auf der Breite. (Bilder: Max Pflüger)

Hingucker und Herzensbrecher beim Einzug auf der Breite. (Bilder: Max Pflüger)

Vor ein paar Tagen sagte Karl Räss, erfolgreicher Züchter am Altstätter Gätziberg, in einem Interview mit unserer Zeitung: «Der Viehschautag ist ein Tag der Familie, und als fanatischer Braunviehzüchter bin ich interessiert, den Stand der Zucht mit Berufskollegen zu messen. Natürlich möchte ich mit meinen Tieren auch in die vorderen Ränge kommen.» Knapper und treffender lässt sich der Anlass wohl kaum zusammenfassen.

Und um es gleich vorweg­zunehmen: Sein Wunsch nach einem guten Rang ging in Erfüllung. Bereits zum siebten Mal kommt die Miss Altstätten Braunvieh aus seinem Stall. Die Schönste trägt den Namen «Darling» und dürfte ab sofort der besondere Liebling von Papa Karl Räss, Mama Sonja und den Kindern Rahel, Andreas und Mathias sein. Darling hat übrigens auch den ersten Rang im Wettbewerb um das schönste Braunvieh-Euter ab 3. Laktation erzielt. Die beiden weiteren Altstätter Missen sind die Miss Altstätten Holstein alias «Polly» von Peter Eugster und die Miss Altstätten Jersey «Rina» von Fredy Sonderegger.

Grosse Anziehungskraft für Schaulustige

Bei strahlendem Sonnenschein begeisterte die Viehschau einmal mehr ein grosses Publikum. Sie war ein Festtag für die Züchter, aber bestimmt auch ein wichtiger Werbeanlass für die Landwirtschaft. Die Kraft der Kühe und des aufgeführten kräftigen Stiers wurde bewundert. Die zierlichen weissen Ziegen und die kleinen, gelbbehosten Appenzeller Geissenpeter eroberten die Herzen am Wegrand im Nu. Hunderte von Schaulustigen säumten denn auch den Strassenrand vom «Appenzellerhof» die Gerbergasse hinauf zur Breite.

281 Stück Rindvieh und 27 Geissen wurden herbeigetrieben und stellten sich der Bewertung durch die Experten. Vorgeführt wurden die bestbewerteten Tiere im kleinen Sägemehlring, um den die Bauern und Viehzüchter interessiert die gezeigten Tiere diskutierten. Zur Freude des staunenden Laienpublikums.

Tiere sind immer wieder für eine Überraschung gut. So auch am Morgen während der Ankunft auf der Breite. Was in den Köpfen einer Kuhgruppe vorging, bleibt wohl immer ein Rätsel. Eine Kuh sah ihn, den komischen Hügel mitten in der Strasse mit den unerklärlich drahtigen Figuren auf dem Gipfel. Und schon stürmte die kleine Herde hinauf, tiefe Klauenspuren in den von den Autoabgasen aufgetauten Permafrost-Resten hinterlassend. Aus grossen Augen sahen sie sich die «Kunst» an. Aber da sie sofort von eifrigen Sennen wieder heruntergejagt wurden, hatte auch sie keine Zeit zum Nachdenken – und so bleibt das Rätsel weiterhin ein Rätsel.

Max Pflüger