ALTSTÄTTEN: Diskussion um Theaterneubau

An der HV des Diogenes-Vereins gab es erneut Kritik an den Umzugsplänen für das Theater. Die Versammlung stellte sich jedoch mit grosser Mehrheit hinter das Projekt.

Max Pflüger
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Michel Bawidamann zeigt ein Modell des künftigen Theaters im Nordflügel der Prestegg. (Bild: Max Pflüger)

Michel Bawidamann zeigt ein Modell des künftigen Theaters im Nordflügel der Prestegg. (Bild: Max Pflüger)

Max Pflüger

Vor allem ehemalige Vorstandsmitglieder tun sich schwer mit dem Auszug aus der alten Diogenes-Heimat an der Kugelgasse. Im Anschluss an den Jahresbericht des Präsidenten forderten sie, der Vorstand solle das Projekt noch einmal überdenken und dann stoppen. Sie erinnerten vor allem an die traditionsreiche Geschichte des Theaters in der Kugelgasse und an die damit verbundenen ideellen Werte.

Im Mai 2016 haben die Mitglieder nach längerer Diskussion den Vorstand beauftragt, den Umzug des Diogenes-Theaters in den Nordflügel der Prestegg vorzubereiten. Dem wurde damals mit grosser Mehrheit gegen eine kleine Minderheit zugestimmt. Im Laufe des vergangenen Vereinsjahrs hat der Vorstand eine Steuergruppe, eine Arbeitsgruppe Bau und eine Arbeitsgruppe Finanzen eingesetzt. Diese und die Hausherrin des neuen Standorts, die Museumsgesellschaft, führten gemeinsam erste Absprachen mit dem kantonalen Amt für Kultur, der Rheintaler Kulturstiftung sowie mit der Ortsbildkommission und der Denkmalpflege. Gleichzeitig wurden Vorbereitungen für eine Kapitalkampagne, ein Fundraising, getroffen.

Einigen Mitgliedern wird die Diskussion zu bunt

Diese Passage im Jahresbericht des Präsidenten führte zur Wiederaufnahme der Grundsatzdebatte über Umzug oder Verbleib in der Kugelgasse. Die lang andauernde und teils emotional geführte Debatte führte letztlich dazu, dass ein Mitglied den Antrag auf Schluss der Diskussion stellte. Dem stimmten die Anwesenden bei einigen wenigen Enthaltungen mit 71:12 Stimmen deutlich zu. Damit stellte sich die Versammlung nach 2016 ein zweites Mal nahezu geschlossen hinter das Neubau- und Umzugskonzept.

Jetzt zügig vorwärts machen

Im entsprechenden Informationstraktandum fasste Michel Bawidamann noch einmal die Argumente zusammen, warum ein Umzug in die Prestegg für den Verein und das Theater die beste und nachhaltigste Lösung ist, die auch in der Öffentlichkeit auf breites Wohlwollen stösst. Schon im Februar 2016 griffen «Rheintaler» und «Volkszeitung» im Titel eines Artikels die Aussage auf: «Das ist ein absolutes Superprojekt». Positiv in die Waagschale geworfen wurde die «kulturelle Leuchtturmfunktion», die das räumliche Zusammengehen von Diogenes-Theater mit dem Museum für Altstätten habe, die Möglichkeit, das neue Theater rollstuhlgängig zu bauen sowie die Berücksichtigung modernster Sicherheitsansprüche. Der Theatersaal soll im Erdgeschoss des Nordflügels realisiert werden, in den heutigen Restaurationsräumen. Im Untergeschoss werden die Toilettenanlagen eingerichtet und im ersten Obergeschoss Räume für eine Werkstatt, für Materiallager und für Workshops.

Sodann zeigte Bawidamann den von der Museumsgesellschaft und dem Diogenes-Verein angestrebten Finanzierungsfahrplan auf: Ab Juni 2017 Fundraisingkampagne, August 2017 erstes Gesuch um 1,25 Mio. Franken aus dem Lotteriefonds; Herbst 2017 Eingabe des Projekts bei der Stadt Altstätten, Februar 2018 zweite Eingabe um 1,25 Mio. Franken aus dem Lotteriefonds, Frühling 2018 Volksabstimmung in Altstätten.

Kritik brachten einzelne Votanten dann an der Bühne an. Sie sei nicht viel grösser als die heutige. Gravierend sei, dass der Auftritt nur von einer Seite möglich sei. Bawidamann nahm die Kritik entgegen und versprach, mit den Architekten nach einer Lösung zu suchen. Der Bühnenbau sei erst angedacht und müsse im Detail erst noch geplant werden.

Vereinsversammlung hat das letzte Wort

Ein Votant wollte wissen, ob die Vereinsmitglieder zu den Projekten noch etwas zu sagen hätten. Ihn konnte Michel Bawidamann beruhigen. Mit dem Budget könne das Projekt noch verworfen werden, sagte er. Auch die Möglichkeit, zur Angelegenheit eine ausserordentliche Versammlung zu verlangen, sei in den Statuten vorgesehen.

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