Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

ALTSTÄTTEN: «Diogenes in der Prestegg wird konkreter»

An der Mitgliederversammlung der Museumsgesellschaft liess der Bericht des Präsidenten Paul-Josef Hangartner aufhorchen. Seinen Ausführungen zufolge hat das Projekt «Diogenes in der Prestegg» konkrete Gestalt angenommen.
Die Vorstandsmitglieder der Museumsgesellschaft Altstätten: (v. l.) Brigitte Schneider, Fredi Frei, Paul-Josef Hangartner (Präsident), Werner Ritter, Walther Baumgartner, Ruedi Dörig, Marcel Zünd, Katharina Dellai-Schöbi und Markus Stieger. (Bild: pd)

Die Vorstandsmitglieder der Museumsgesellschaft Altstätten: (v. l.) Brigitte Schneider, Fredi Frei, Paul-Josef Hangartner (Präsident), Werner Ritter, Walther Baumgartner, Ruedi Dörig, Marcel Zünd, Katharina Dellai-Schöbi und Markus Stieger. (Bild: pd)

Von Hangartner vorgelegte Pläne und eine druckfrische Broschüre veranschaulichten das Vorhaben. Statt des ursprünglich geplanten Gerichtssaals im Nordflügel soll im Erdgeschoss ein Theatersaal eingebaut werden, den das Diogenes-Theater nutzen würde.

Mit den unter einem Dach verbundenen Kulturträgern Thea- ter und Museum entstünde nach Paul-Josef Hangartner ein im Rheintal «einmaliges Kultur- zentrum».

Es wird eine Volksabstimmung geben

Die gemeinsame Nutzung der Prestegg für den Museums- und Theaterbetrieb brächte nicht nur wechselseitige Impulse, sondern ermöglichte auch zahlreiche Synergien wie zum Beispiel Workshop-Räume, Foyer, Cafeteria und Toiletten. Noch ist der Planungsprozess nicht abgeschlossen.

An einer ausserordentlichen Versammlung soll das baureife Projekt den Mitgliedern der Museumsgesellschaft präsentiert werden, und voraussichtlich im kommenden Jahr werden die Altstätter Bürgerinnen und Bürger über die finanzielle Unterstützung durch die Stadt abstimmen können. Dass das Projekt auf guten Wegen ist, zeigte eine konsultative Abstimmung, in der die Anwesenden einmütig Zustimmung zum Projekt bekundeten.

Kurator Marcel Zünd blickte in seinem Bericht auf ein lebendiges Museumsjahr zurück. Die Ausstellung «Aufbruch», kombiniert mit Inventarisierungsarbeiten, signalisierte dem Publikum, dass die Prestegg die Fenster weit geöffnet hat und frischen Wind durch ihre Mauern strömen lässt.

Lebendiges Museumsjahr

In einer Podiumsdiskussion mit Museumsexperten wurde der Frage nachgegangen, was ein Museum sammeln soll und wie mit dem Sammelgut umzuge- hen sei.

Der Lokalhistoriker Meinrad Gschwend erinnerte in einem Vortrag an den Gründer und langjährigen Custos der Prest- egg, Carl Moser, der das Museum sage und schreibe 60 Jahre lang geleitet hat. Die aktuelle Sonderausstellung mit reichhaltigem Begleitprogramm ist der Blüte der Stickereiindustrie im Rheintal und der Fabrikantenfamilie Rohner aus Rebstein gewidmet (Hinweise unter www.mu seum-altstaetten.ch/ausstellungen/sonderausstellungen ).

Stadtrat Dörig neu im Vorstand

Die statutarischen Traktanden liessen sich zügig abhandeln. Der Vorstand wurde in globo und mit Applaus für eine weitere Amtsdauer gewählt. Als Vertretung des Stadtrats nimmt anstelle von Margrit Mattle neu Ruedi Dörig im Vorstand Einsitz. Die Jahresrechnung schliesst mit einem Plus von rund 6000 Franken; hingegen ist fürs neue Vereinsjahr wegen des Bauprojekts mit einem kräftigen Defizit zu rechnen.

Referat über die Reformation

Ausgehend von Luthers Kritik am Ablasswesen vor 500 Jahren zeichnete der Theologe und Kirchenhistoriker Frank Jehle in einem Vortrag ein facettenreiches und farbiges Bild der Re- formation in der Schweiz, besonders in der Ostschweiz, wo die konfessionellen Verhältnisse besonders komplex waren. Im Rheintal fasste die neue Lehre um 1525 Fuss. Bis zum Ende des Jahrzehnts hatte sie sich mit Ausnahme von Oberriet und Montlingen im ganzen Tal durchgesetzt. Doch bereits wenige Jahre später änderten sich die Verhältnisse schlagartig. Einzelne Gemeinden kehrten zum alten Glauben zurück; in anderen, so in Altstätten, hielt eine Mehrheit zwar an der Reformation fest, doch bekam der katholische Bevölkerungsteil das Recht, die Messe wieder einzuführen. Die Kirche wurde fortan von den beiden Konfessionen gemeinsam genutzt.

Diese konfessionelle Zwei- teilung war in der Folgezeit nicht nur Quelle zahlreicher Konflikte, sie spaltete die Gesellschaft auch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. 500 Jahre nach Luther sei es, so der Referent, die vordringli- che Aufgabe unserer Generation, diese Teilung im Zeichen echter Ökumene zu überwinden. (pd)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.