ALTSTÄTTEN: Die Hälfte nutzt das Angebot

Wer im Städtli wohnt, ist im Internet dank Glasfasern schnell unterwegs. Wer ausserhalb der Bauzone zu Hause ist, wartet zum Teil noch darauf – und muss für den Anschluss fast 2000 Franken bezahlen.

Gert Bruderer
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Das Berggebiet ist erst teilweise mit Glasfaserleitungen erschlossen. (Bild: Gert Bruderer)

Das Berggebiet ist erst teilweise mit Glasfaserleitungen erschlossen. (Bild: Gert Bruderer)

Gert Bruderer

Der lokale Netzbetreiber kann je nach Gemeinde ein anderer sein. In Altstätten sind die technischen Betriebe für den Netzausbau zuständig, wobei die Stadt der Interessengemeinschaft Rii-Seez-Net angehört. Seit 2001 versorgt das EW Buchs unter der Marke Rii-Seez-Net zahlreiche Gemeinden mit attraktiven Kommunikationsdiensten. Mittlerweile empfangen über 37'000 Kundinnen und Kunden die Signale von Rii-Seez-Net und nutzen digitales TV/Radio, Internet und Telefonie über die modernen Kabelnetze im Versorgungsgebiet.

Bauzonen sind flächendeckend erschlossen

Die Bauzonen auf Altstätter Gebiet – also auch jene von Lüchingen, Hinterforst, Lienz und Plona – sind seit vielen Jahren fast flächendeckend mit einem Glasfasernetz erschlossen. Die Glasfasern erstrecken sich von der Kopfstation im Werkhof Altstätten bis in die Nähe der Kunden. Nur für die letzten 200 bis 500 Meter wird in den Trafo- und Verteilkabinen auf Kupfer «umgeschaltet».

Bisher nicht erschlossene Gebiete und grössere Wohnüberbauungen werden von den technischen Betrieben seit 2015 bevorzugt in FTTH-Technologie erschlossen. Die Glasfaserkabel führen direkt in die Wohnung des Kunden. Unter anderem ist dies am Kornberg in den Bauzonen Ruppendörfli und Rosenhaus der Fall.

Gegenwärtig werden am Kornberg oberhalb des Gebiets Tannenbaum die Liegenschaften ausserhalb der Bauzone erschlossen. Zudem stehen für dieses Jahr das Bannriet und der Warmesberg auf dem Programm. Ausserdem ist vorgesehen, auch den Vorderen Kornberg und den Gätziberg zu erschliessen, sofern die Grundeigentümer daran interessiert sind.

Auf Bedarfsabklärung folgte der Dank für die Anmeldung

Am Gätziberg haben nun die Bedarfsklärung sowie ein anschliessender Brief zu Missstimmung geführt. Denn der «Bedarfsabklärung» folgte der Dank für die Anmeldung. Obschon das auszufüllende Papier zwar tatsächlich als «Anmeldeformular» bezeichnet war, finden zumindest zwei Anwohner, da habe die Stadt jetzt ein wenig gar forsch vorwärtsgemacht. Bernhard Gätzi, der zwar am Gätziberg wohnt und als ITSupporter aufs Glasfasernetz angewiesen wäre, liegt knapp ausserhalb des Gebiets, dem die Erschliessung bevorsteht. Er wundert sich über die Anschlusskosten von 1950 Franken, die Hauseigentümer zu bezahlen haben. Wer im Städtli wohne, sei gratis bedient worden.

Das trifft zu, wie die Stadt bestätigt. Seit der Anpassung des Reglements der Altstätter Gemeinschaftsantenne per 1. Dezember 2015 seien die Anschlussbeiträge in der Bauzone abgeschafft, was nicht in vielen Gemeinden der Fall sei. Ausserhalb der Bauzone könnten Liegenschaften erschlossen werden, wenn der Hauseigentümer dies wünsche, schreibt die Stadt auf Anfrage, das sei aber nicht gratis. Für abgelegene Liegenschaften oder besonders aufwändige Erschliessungen seien auch höhere Kostenbeteiligungen möglich als die genannten 1950 Franken.

Nach Auskunft der Stadt kann ein Hausanschluss «ohne weiteres mehrere tausend Franken kosten». Auch die «Zubringerleitungen» vom Werkhof in die peripheren Gebiete seien kostenintensiv. Ohne einmalige Beteiligung der Hauseigentümer wäre die Erschliessung nicht vernünftig finanzierbar.

Die Glasfasererschliessung ist für die Hausbesitzer freiwillig. Sei ein bestimmtes Gebiet mit der Erschliessung an der Reihe, erhielten die Liegenschaftsbesitzer jeweils Post von den technischen Betrieben, eben die Bedarfsabklärung. Durchschnittlich nutzt mehr als die Hälfte der Hauseigentümer das Angebot, eine sehr schnelle Internetverbindung zu bekommen.