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ALTSTÄTTEN: Der Erfolg kam mit dem ersten Tag

Man stelle sich die Bevölkerung von ganz Altstätten vor und verdopple sie. Etwa so viele Menschen haben sich in den letzten zweieinhalb Monaten zur Eisbahn auf dem Stossplatz begeben.
Gert Bruderer
Jürg Rissi (Mitte) hat mit seiner Eisbahn und der dazu gehörenden Gastronomie auf dem Stossplatz ins Schwarze getroffen. Stadtpräsident Ruedi Mattle kam beim Eisstockschiessen mit dem Stock der sogenannten Daube nah. Simone Mächler-Fehr hat Rissi im Marketing unterstützt. (Bild: Gert Bruderer)

Jürg Rissi (Mitte) hat mit seiner Eisbahn und der dazu gehörenden Gastronomie auf dem Stossplatz ins Schwarze getroffen. Stadtpräsident Ruedi Mattle kam beim Eisstockschiessen mit dem Stock der sogenannten Daube nah. Simone Mächler-Fehr hat Rissi im Marketing unterstützt. (Bild: Gert Bruderer)

Gert Bruderer

Der Erfolg übertrifft jede Erwartung. Er bestätigt: Eventgastronomie zieht.

Stadtpräsident Ruedi Mattle zieht das Resümee, die Eisbahn sei «wirklich ein Anziehungspunkt und für Altstätten gut». Noch bis am Sonntag ist sie offen.

Die Stadt ist nicht beteiligt

Jürg Rissi, der die Eisbahn samt Gastwirtschaft privatwirtschaftlich führt, hat für den Kauf der Anlage über eine Million Franken aufgewendet. Nicht nur Rissi, auch der Stadtpräsident hat in den letzten Wochen und Monaten viele Gerüchte gehört. Die Stadt sei die Betreiberin, habe viel Geld ausgegeben, war zu ­hören. Doch die Stadt ist nicht ­beteiligt.

Dass Ruedi Mattle selbst oft bei der Eisbahn war, ist seinem privaten Interesse zuzuschreiben. Oft habe er sein Töchterchen begleitet, und einmal übte sich Altstättens ganze Stadtregierung im Eisstockschiessen. Auf dem Eis versuchen bei diesem Volkssport zwei Teams, ihre Eisstöcke möglichst nah an ein Ziel zu bringen, die Daube.

Mattle (der, nebenbei bemerkt, im Siegerteam spielte) sagt, das Spielen falle leicht, viel leichter als zum Beispiel Curling, doch zu treffen sei bedeutend schwerer. Während das Eisstockschiessen dem Stadtpräsidenten Vergnügen bereitete, verzichtete er aufs Schlittschuhlaufen. Das hätte ihn nur in die Fasnachts­zeitung gebracht, mutmasst er lächelnd.

Nicht bloss Zelt aufgestellt, sondern Mut bewiesen

Aber zurück zum Erfolg. Der kam mit dem ersten Tag. «Es isch immer guet gloffe», hat auch der Stadtpräsident festgestellt, das Restaurant mit seinen 180 Plätzen habe er nur voll gesehen. Simone Mächler-Fehr, die Jürg ­Rissi und seine Firma Fuxx 99 GmbH im Marketing unterstützte, zeigt sich erstaunt, dass «es von Anfang an funktionierte». Woran das liegt? Sicher am Trend (Schlittschuhlaufen ist in), zudem am guten Platz (mit schöner Aussicht) nahe beim Altstätter Zentrum, aber vor allem am Mut und an der Professionalität. Jürg Rissi hat nicht bloss zaghaft ein Zelt aufgestellt – nach dem Motto «Mal sehen, wie’s läuft». Sondern er hat Gebäude aufgestellt, die Eindruck machen. Sowieso von innen, aber auch von aussen. Wer an der Eisbahn vorbeifährt, erkennt sogleich: Hier ist etwas entstanden, das Charme hat.

Schulklassen und Firmen kamen

Auch Stadtpräsident Mattle hat Lob zu verteilen: «Das ganze Projekt ist durchdacht und sehr konsequent umgesetzt worden.» Vor der Eröffnung Mitte November war man mit allem zwar ziemlich spät dran (Rissi selbstironisch: «Will i nöd dä Schnellst bi»), aber viel wichtige Vorarbeit war erledigt. Partnerschaften waren eingegangen worden (etwa mit den Appenzeller Bahnen und mit Rheintal Bus), Lehrer und Firmen waren angeschrieben worden. Sicher fünfzig oder sechzig Schulklassen kamen schliesslich zum Eislaufen, und zahlreiche Firmen führten ihr Weihnachtsessen auf dem Stossplatz durch.

Wie viele Gäste seit Mitte November bewirtet wurden? Zehntausend dürften es ungefähr sein, ebenso viele benützten die Eisbahn. Dass Jung und Alt zusammenfanden und nicht nur Altstätter, sondern auch sehr viele Auswärtige herkamen, gefällt Ruedi Mattle angesichts der Wichtigkeit von gutem Standortmarketing. Manchmal habe er «chum öpper gkennt».

Gedeckte Bahn fürs Eisstockschiessen

Altstätten Dass das Schlittschuhlaufen auf dem Stossplatz künftig möglichst jeden Winter stattfinden soll, ist schon länger klar. Nun aber sind die Voraussetzungen um so besser, zumal die erste Saison ohne Unfall oder negativen Vorfall ausklingen kann.

Stadt «wird gern wieder Hand bieten»

«Wir wollen es gern wieder machen», sagt Jürg Rissi, und Stadtpräsident Ruedi Mattle versichert, die Stadt werde gern wieder Hand bieten. Eine zeitliche Ausdehnung würde wohl viele freuen, ist aber kein vordringliches Ziel. Bei einem Betrieb ab drei Monaten wäre ein Baugesuch einzureichen.

Für den nächsten Winter schweben Rissi einige Verbes­serungen vor. Die Beleuchtung stellt er sich nachbarschaftsfreundlicher vor – mit Lampen, die das Licht von oben aufs Eis werfen. Ausserdem besteht die Absicht, die Eisfläche leicht zu erweitern und eine separate, gedeckte Bahn fürs Eisstockschiessen einzurichten. Erstens hat sich dieser Volkssport als sehr beliebt erwiesen, zweitens soll der in den letzten Wochen doch recht häufige Regen kein Hindernis mehr sein.

Ein weiterer Plan ist es, die Eisfläche um rund einen Meter tiefer zu legen. Dies hätte zur Folge, dass sich das Geschehen im Freien vom Restaurant noch besser mitverfolgen liesse.

Abgebaut wird in Windeseile

Um das finanzielle Fundament und die Beziehung zur Wirtschaft zu stärken, ist für nächsten Winter zudem vorgesehen, mit vier starken Sponsorenpartnern (anstatt «nur» mit einem) zusammenzuarbeiten.

Der Abbau wird übrigens zackig geschehen. Statt vier Wochen (wie für den Aufbau der ­Anlage) werden bloss drei Tage nötig sein. (gb)

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