ALTSTÄTTEN.: Bürger sorgen sich um Waldpark

Am 21. Mai stimmt die Bürgerschaft über einen Kredit für das Hochwasserschutzprojekt Tobelbach ab. Gestern wurde das Gutachten vorgestellt. Bürgern fehlen im Gutachten Details zum Thema Naherholungsgebiet.

Kurt Latzer
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Viel Bürgerinnen und Bürger machen sich Sorgen, das Bijou Waldpark könnte wegen der Bauarbeiten am Tobelbach Schaden nehmen. Sie fordern den Stadtrat auf, dem Naherholungsgebiet Sorge zu tragen und Betonbauten möglichst zu vermeiden. (Bild: Kurt Latzer)

Viel Bürgerinnen und Bürger machen sich Sorgen, das Bijou Waldpark könnte wegen der Bauarbeiten am Tobelbach Schaden nehmen. Sie fordern den Stadtrat auf, dem Naherholungsgebiet Sorge zu tragen und Betonbauten möglichst zu vermeiden. (Bild: Kurt Latzer)

Kurt Latzer

Verbesserter Hochwasserschutz ja, aber ohne Veränderungen am Baumbestand, dem Bachbett oder an den Bachverbauungen aus Bruchstein: So können die Wünsche von vielen der Altstätterinnen und Altstätter zusammengefasst werden, die gestern Abend den Informationsabend zum Gutachten Hochwasserschutz-Massnahmen am Tobelbach im Rathaussaal besucht haben.

Mehr Details zur Natur erwünscht

Einige Bürgerinnen und Bürger befürchten, das Naherholungsgebiet Waldpark könnte wegen der Massnahmen und der Bauarbeiten Schaden nehmen. Den meisten Besucherinnen und Besuchern aber fehlen im Gutachten zur Urnenabstimmung detaillierte Angaben zu den Veränderungen, wie etwa dem zu rodenden Baum- und Heckenbestand, der Zugänglichkeit zum Bach und der Beschattung des Gebietes.

Am meisten stört sich die Mehrheit der gestern anwesenden allerdings an den geplanten Bachverbauungen aus Beton. Die müsse man wenn möglich aus Bruchstein bauen. Falls dies nicht möglich sei, könne man die Bachsperren ja verkleiden oder mit einem farbigen Anstrich der Natur besser anpassen.

Auf geometrische Formen verzichten

Ein Bürger brachte gar die Idee, man solle beim Bau der Mauern auf die geraden geometrischen Formen verzichten und bei den Bachverbauungen «Hundertwassermauern» errichten. Eine Bürgerin trat als Vertretung der Elternschaft des Schulhauses Schöntal und des Spitals Altstätten auf. Sie fürchtet nicht nur, der Waldkindergarten könnte durch die Massnahmen zu stark beeinträchtigt werden. «Wir haben hier sehr viele Herzpatienten, mit denen wir das Gebiet beim Waldpark besuchen. Sie schätzen nicht nur die wunderschöne Natur, sondern im Sommer die Kühle, die durch den Bach und das Blätterdach entsteht», sagte die Frau. Das alles sieht sie wegen der geplanten Massnahmen gefährdet. Sie fürchtet, es dauert Generationen, bis die Natur entlang des Tobelbaches wieder einigermassen so ist wie heute.

Kosten nicht aus den Augen verlieren

Ruedi Mattle, Stadtpräsident von Altstätten, versprach, der Stadtrat werde die Anregungen aufnehmen. «Eines aber dürfen wir dabei nicht vergessen. Wir holen einen Kredit ein, an den wir uns halten müssen. Da können wir nicht einfach zusätzliche Dinge realisieren, die am Ende alles verteuern», sagte Mattle. Dem Stadtrat sei es ein Anliegen, dem Naherholungsgebiet Sorge zu tragen. «Eines ist aber klar. Es wird eine Baustelle und Veränderungen geben», sagte Mattle. Ein Bürger wolle wissen, warum man mit dem Tobelbach beginne, ob der Bach oberste Priorität habe. Der Stadtpräsident sagte, man sei mit der Planung an diesem Bach am weitesten. Für die Planung der Hochwasserschutz-Massnahmen am Brenden- und am Stadtbach brauche es weitere Abklärungen. «Wir machen keine Priorisierung innerhalb der priorisierten Projekte», sagte Ruedi Mattle.