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ALTSTÄTTEN: Balmerhaus bald wieder bewohnbar

Fünf Wohnungen soll es im Balmerhaus geben. Am Erscheinungsbild ändert sich aber nur wenig. Und auch drinnen soll möglichst viel Altes erhalten bleiben. Am Samstag wurde das Projekt den Anwohnern vorgestellt.
Max Tinner
Anwohner und Freunde der Architekten machen sich im alten Waschhaus ein Bild vom geplanten Umbau des Balmerhauses. (Bild: Max Tinner)

Anwohner und Freunde der Architekten machen sich im alten Waschhaus ein Bild vom geplanten Umbau des Balmerhauses. (Bild: Max Tinner)

Max Tinner

Anfang Dezember hat die Stadt Altstätten das Balmerhaus der Libertatem GmbH verkauft, hinter der das Ehepaar Timo und Joey Lara Cajacob steht. Zu fünf Wohnungen wollen sie das Balmerhaus umbauen. Ohne dabei an der Struktur des Hauses viel zu verändern, wie sich letzten Samstag im Waschhaus neben dem Balmerhaus zeigte. Hierhin hatten Samuel, Simon und Rahel Wüst die Anwohner eingeladen, um sie darüber zu informieren, was mit dem Balmerhaus geschehen soll. Die drei Geschwister, die gemeinsam das Architek­turbüro Wister gegründet ha­- ben, sind mit der Umbauplanung beauftragt worden. Die neuen Eigentümer des Balmerhauses hatten sie bei Umbauten anderer alter Häuser kennengelernt.

Im Waschhaus haben sie – wie Küchentücher an einer Wäscheleine – Pläne des Umbauprojekts aufgehängt. In der Mitte des Raums steht ein Modell des Balmerhauses, in der Mitte geteilt, sodass man die künftige Raumaufteilung der Wohnungen nachvollziehen kann.

Wohnungen teils über zwei Etagen

Heute ist das Balmerhaus in drei Wohnungen aufgeteilt. Um da­raus fünf zu machen, wird da und dort eine Tür geschlossen oder neu eingebaut. Zwei Dachgauben werden verbreitert, um ausreichend Tageslicht in eine der künftigen oberen Wohnungen zu bringen. Das Garagentor wird durch eine Terrassentür ersetzt, damit auch die Garage zu Wohnraum umgebaut werden kann. An zwei Orten ist der Einbau zusätzlicher, wohnungsinterner Treppen vorgesehen, um mit den Zimmern zweier Etagen ausreichend grosse Wohnflächen hinzubekommen. Äusserlich wird das Balmerhaus künftig kaum anders aussehen als heute.

Den Eigentümern und auch den Architekten ist es ein An­liegen, möglichst viel ursprüng­liche Bausubstanz zu erhalten. Alte Parkettböden beispielsweise. Oder ein kunstvoll mit Malereien gestaltetes Bad. Oder die originalen Wandtäfer. «Das Balmerhaus ist eine Perle», sagt Timo Cajacob, «solche Häuser sind meine Leidenschaft.» Aus reiner Liebhaberei habe er sich auf historische Bauten spezialisiert. So erklärt er auch die eigenartig anmutende Firmenbezeichnung. Lateinisch Libertatem bedeutet Freiheit. «Für mich steht der Firmenname für die Freiheit, solche Sachen mit Leidenschaft machen zu dürfen.»

In Altstätten die Lehre gemacht

Einen besonderen Bezug zum Balmerhaus hatte er zuvor nicht. Zu Altstätten hingegen sehr wohl: Timo Cajacob hat bei der Müggler & Co. Dachdecker gelernt. In Altstätten habe es viele solcher schönen alten Häuser, schwärmt er. Er ist überzeugt, dass sie – kombiniert mit einer modernen Küche und neuen Sanitäranlagen – ein besonders behagliches Wohngefühl vermitteln. Erst kürzlich habe er deswegen ein weiteres Haus in Altstätten gekauft, in der Marktgasse.

Besonders gross werden die Wohnungen im Balmerhaus allerdings nicht: Die grösste wird eine Wohnfläche von 74 m2 haben, in der kleinsten wird man auf lediglich 47 m2 wohnen. «Das ist dem Wohnungsmarkt in Altstätten geschuldet», erklärt Timo Cajacob, «grosse, teure Wohnungen gibt es hier mehr als genug; kleiner, günstiger Wohnraum ist hingegen knapp.» Für den Umbau rechnet er mit Kosten in der Höhe von etwa einer Dreiviertelmillion Franken. Anvisiert hat er Wohnungsmieten in der Grössenordnung von 1000 Franken inklusive Nebenkosten.

Ausstellungen im Waschhaus und im Keller

Nicht allein den Mietern vorbehalten sein werden das Waschhaus, das Entree und der Ge­wölbekeller. Sie sind für eine öffentliche Nutzung vorgesehen. Beispielsweise für Ausstellungen, Koffermärkte oder gelegentlichen Kafistubenbetrieb, damit sich der eine oder andere Verein die Kasse ein wenig aufbessern kann. «Es soll nicht grad jedes Wochenende etwas los sein hier, nur dann und wann», relativiert Cajacob. Diese Räume hätten mit ihrem Ambiente aber durchaus das Potenzial, das Kulturleben im Städtli zu bereichern.

Bis nächsten Dienstag läuft noch die Planauflage für den Umbau. Sobald die Baubewilligung vorliegt, soll damit begonnen werden. Timo Cajacob geht davon aus, dass die Wohnungen Ende Jahr, spätestens im Frühling 2019 bezugsbereit sein werden.

Hinweis

Die Libertatem GmbH verfügt noch über keinen Internetauftritt. Einen Eindruck über die Art und Weise, wie die neuen Eigentümer des Balmerhauses mit alter Bausubstanz umgehen, bekommt man aber auf www.casa-jacob.ch (und hier vor allem unter «Referenzen»). Dies ist die Homepage der Immobilienverwaltungsfirma Casa Jacob AG, hinter der ebenfalls Timo Cajacob steht.

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