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ALTSTÄTTEN: Aus Protest erst recht

Der grosse Fasnachtsonntagsumzug war farbenfroh wie eh und je – aber auch zahm. Fasnächtliche Kritik gab es nur wenig zu sehen. Eine Ausnahme waren die Freunde Sauftruppe Rheintal. Sie griffen das neue Reglement für die Wagenbaugruppen als Thema auf.
Max Tinner
Fasnachtsinspektion samt Gerichtsbarkeit: Die Freunde Sauftruppe Rheintal nehmen das neue Wagenbaureglement aufs Korn – ohne Musik. (Bilder: Max Tinner)

Fasnachtsinspektion samt Gerichtsbarkeit: Die Freunde Sauftruppe Rheintal nehmen das neue Wagenbaureglement aufs Korn – ohne Musik. (Bilder: Max Tinner)

Max Tinner

Der grosse Fasnachtssonntag­umzug kam so farbenfroh und fröhlich daher wie eh und je. Guggenmusiken und fasnächtliche Brauchtumsgruppen dominierten ihn. Dünn vertreten waren hingegen (im Gegensatz etwa zum Umzug in Oberriet am Tag zuvor) Themen mit lokalem Bezug. Die meisten Gruppen, de­-ren Auftritt wie etwa bei den Hexen- oder Perchtengruppen nicht schon von vornherein gegeben ist, kamen mit klassischen Fasnachtssujets daher, als Cowboys oder Piraten beispielsweise, wenn auch imposant dargestellt.

So fuhren etwa die Sonnen­taler Zugvögel aus Oberbüren gleich mit einem kompletten Piratenschiff ein. Die Schpualis usm Oschta haben für ihren Westernauftritt einen ganzen Saloon auf ihren Wagen gezimmert. Und die Partywölf Rheintal haben für ihr A-Team (die amerikanische Fernseh-Actionserie erlebt gerade ein Revival) den gepanzerten Kastenwagen nachgebaut.

Fasnächtlicher Protest

Fasnächtliche Kritik wurde nur in zwei Sujets dargestellt. Im Besonderen durch die Freunde Sauftruppe Rheintal. Die Gruppe hatte letztes Jahr das neue Wagenbaureglement für die Umzüge in Altstätten, Rebstein, Oberriet, Kriessern und Diepoldsau nach der Präsentation durch die Umzugsorganisatoren scharf kritisiert. Sie stellte sogar in Frage, ob sie überhaupt noch teilnehmen würde. Das tat die Gruppe nun doch. Und sie hat just das Reglement zum Motto gemacht.

Glacé, Glasflaschen, Musik: «Alles verboten», schrieben die Freunde Sauftruppe Rheintal auf ihren Wagen. Das «Sauftruppe» in ihrer Bezeichnung strichen sie durch, weil’s der heutigen Political Correctness widerspricht. Die Polizei- und richterlichen Organe zur Durchsetzung des Reglements stellten sie gleich selbst. Ausserdem gab es aus ihrem Wagen heuer keine musikalische Beschallung. Solche ist gemäss dem neuen Reglement nur noch ins Wageninnere und nur bis zu einer Lautstärke von 93 Dezibel erlaubt. Statt mit einem Boykott, protestierten die Freunde Sauftruppe Rheintal mit ihrem Auftritt auf intelligente Art und Weise. Vorbildlich – solches macht einen guten Fasnachtsumzug aus! Das zweite zeitkritische Sujet wurde nicht von einer Gruppe dargestellt, sondern von einer Einzelperson. Hans Rohner aus Diepoldsau fuhr am Ende des Umzugs mit seinem Oldtimertraktor mit.

Oldtimerfahrer gegen Oldtimersteuerbefreiung

Rohner war nicht angemeldet und darum auch nicht auf dem Programm aufgeführt. Über den Traktor hatte er ein Transparent montiert, auf dem er den Vorstoss im Kantonsrat kritisierte, Oldtimer von der Motorfahrzeugsteuer zu befreien. Der Altstätter CVP-Kantonsrat Michael Schöbi hatte dies mit zwei weiteren Kantonsräten von der Regierung gefordert. Obwohl Rohner selbst profitieren würde, ist er gegen eine solche Bevorteilung der Eigentümer von Oldtimern. Ein kleines, aber feines Supplément zum Abschluss des Umzugs.

Hinweis

Viele weitere Bilder von den Alt­stätter Umzügen von diesem Wochenende findet man auf www.rheintaler.ch unter Bilderstrecken.

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