ALTSTÄTTEN: Auch diesmal kein Sitz für die Grünliberalen

3,9 Prozent Wähleranteile reichten nicht: Für die glp gibt es erneut keinen Rheintaler Sitz im Kantonsrat. Die kleine Mittepartei hat weniger Stimmen geholt als vor vier Jahren, Aushängeschild Benno B. A. Stadler hat aber leicht zulegen können.

Remo Zollinger
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Benno B. A. Stadler (rechts) mit Sabine Greiser (ganz links), Margrit Kessler und Wolfgang Kessler: Er will mit den Grünliberalen zukünftig mehr agieren statt reagieren. (Bild: Remo Zollinger)

Benno B. A. Stadler (rechts) mit Sabine Greiser (ganz links), Margrit Kessler und Wolfgang Kessler: Er will mit den Grünliberalen zukünftig mehr agieren statt reagieren. (Bild: Remo Zollinger)

ALTSTÄTTEN. 3,9 Prozent Wähleranteile reichten nicht: Für die glp gibt es erneut keinen Rheintaler Sitz im Kantonsrat. Die kleine Mittepartei hat weniger Stimmen geholt als vor vier Jahren, Aushängeschild Benno B. A. Stadler hat aber leicht zulegen können. «Es ist ein lachendes und ein weinendes Auge», kommentierte Stadler.

Wo steht die glp?

Als die Grünliberalen das Wahlergebnis diskutierten, fiel immer wieder die Frage, wo die Partei in den Augen der Wähler denn überhaupt stehe. «Die Leute sind sich gar nicht bewusst, wer wir sind», sagte Sabine Greiser, die am drittmeisten Stimmen holte. Beatrice Schäfer aus Widnau sagte, die Abgrenzung zu den Grünen gelinge nicht immer optimal. Es sei ein steter Kampf, als grünliberale Partei überhaupt wahrgenommen zu werden. Diese Ansicht teilte Benno B. A. Stadler, der anfügte, dass die zunehmende Polarisierung der Politik dazu führe, dass die Mitteparteien immer mehr an Gunst verlieren würden.

«In der Tat ist es schwierig, gegen diese Art von Politik anzukommen», sagte Greiser, «andere Parteien haben eine viel grössere Basis, obwohl sie nur wenige Themen bewirtschaften. Es ist aber für die Wähler leichter, einfachen Konzepten zu folgen als sich bewusst mit einem Thema auseinanderzusetzen.»

Katzenjammer war es nicht, auch nicht die grosse Enttäuschung, die im Lager der Grünliberalen überwog. Ihnen war schon vorher bewusst gewesen, dass sie im Rheintal vor einer Herkulesaufgabe stehen würden und ihre Chancen in den Kantonsrat einzuziehen klein waren.

Ein blaues Auge

«Wir haben über den ganzen Kanton hinweg zwar zwei von vier Sitzen verloren», zog Stadler Bilanz, «aber immerhin sind wir nicht wie die BDP oder die EVP ganz aus dem Rat ausgeschieden.» Stadler wertete dies als Bekenntnis dazu, dass der glp der Spagat zwischen umweltbewusster und wirtschaftsliberaler Politik gelungen sei: «Vielleicht aber zu wenig spektakulär», das sei die Krux der Mitteparteien.

«Die Mitte muss sich überlegen, mehr über Parteigrenzen hinweg zusammen zu arbeiten», sagte Stadler zu den kommenden Aufgaben.

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