ALTSTÄTTEN: Asylsuchende auf Ego-Areal befragen

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) mietet am heutigen EgoKiefer-Standort Räume und richtet darin Arbeitsplätze für bis zu 106 Mitarbeitende ein. In der bestehenden Asylunterkunft werden bis zu 340 Asylsuchende untergebracht. Es ist eine Übergangslösung.

Gert Bruderer
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Am Standort des Altstätter Fenster- und Türenherstellers EgoKiefer sollen ab 2019 Asylsuchende befragt werden. (Bild: Gert Bruderer)

Am Standort des Altstätter Fenster- und Türenherstellers EgoKiefer sollen ab 2019 Asylsuchende befragt werden. (Bild: Gert Bruderer)

Gert Bruderer

Die dauerhafte Lösung ist seit der Volksabstimmung vom letzten Herbst bekannt: Im Gebiet Hädler, neben dem Regionalgefängnis, wird der Bund eine grosse Asylunterkunft mit 390 Plätzen für Asylsuchende sowie rund 110 Arbeitsplätzen bauen. Die heutige, deutlich kleinere Unterkunft in einem Wohnquartier wird dann geschlossen. Das Grundstück wird der Stadt Altstätten verkauft.

Zu wenig Platz ab dem Jahr 2019

Zu einer Übergangslösung in Altstätten kommt es, weil das künftige Bundesasylzentrum Hädler voraussichtlich ab 2022 zur Verfügung steht, das revidierte Asylgesetz aber schon 2019 in Kraft tritt. Sobald dieses neue Gesetz gilt, werden die neuen beschleunigten Asylverfahren durchgeführt.

Der dafür nötige Platz steht allerdings erst zur Verfügung, wenn das neue Bundesasylzentrum beim Altstätter Regional­gefängnis gebaut sein wird. Es ist eines von zwei Bundesasylzentren in der Ostschweiz. Der zweite Standort ist Kreuzlingen.

Befragungen auf EgoKiefer-Areal

Das Platzproblem, das in den Jahren 2019 bis 2022 bestehen wird, löst das SEM für die genannte Zeit so: An der Schöntalstrasse 2, am Standort des (seit letztem Jahr markant geschrumpften) Fenster- und Türenherstellers EgoKiefer richtet das SEM gut 100 Arbeitsplätze ein. Ab 2019 werden hier dann die beschleunigten Asylverfahren durchgeführt. Asylsuchende kommen hierher, wenn sie einen Termin haben. Gründe können zum ­Beispiel die Klärung der Identität, eine Befragung oder eine Besprechung mit einem Rechts­vertreter sein. Die bestehenden Asylzentren sind gegenwärtig nur etwa zur Hälfte ausgelastet, wie der für die Kommunikation zuständige Martin Reichlin sagt. Bei Bedarf sollen im heutigen Altstätter EVZ aber bis zu 340 Menschen untergebracht werden können.

Anpassungen im ­bisherigen Zentrum

Heute ist das Gebäude auf knapp 180 ausgelegt, durch die Aus­lagerung der Büros wird aber Platz für die Unterbringung von mehr Asylsuchenden frei. Innerhalb der bestehenden Gebäudehülle werden noch entsprechende Anpassungen (wie eben die Umwandlung der Büros in Unterbringungsplätze) erfolgen.

Auf diese Weise liessen sich die Aufgaben bis zum Bezug eines neuen Bundesasylzentrums im Gebiet Hädler erfüllen, sagt Martin Reichlin. Das Nebeneinander von Büros und Unterkunftsplätzen unter einem Dach möglichst ab dem Jahr 2022 wird die Arbeit allerdings stark erleichtern.

Infoveranstaltung folgt später

Für die Übergangsphase bis dahin verfährt das Staatssekretariat für Migration nach einem spe­ziellen Betriebs- und Sicherheitskonzept. Dieses werde der Be­völkerung zu gegebener Zeit an einer Informationsveranstaltung vorgestellt, wie es in einer Medienmitteilung heisst.