ALTSTÄTTEN: An die Rhema zur Kirche gehn

Oft werden leere Kirchen bedauert. Der regionale ökumenische Gottesdienst an der Rhema zieht hingegen viel Publikum an. An die 400 Frauen, Männer und Kinder kamen.

Max Tinner
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Uwe Rohloff befreit eine Gottesdienstbesucherin von den ihr zuvor verpassten Fesseln. Ein symbolischer Akt, mit dem man sagen wollte: Auch Gottes Liebe ist befreiend. (Bild: Max Tinner)

Uwe Rohloff befreit eine Gottesdienstbesucherin von den ihr zuvor verpassten Fesseln. Ein symbolischer Akt, mit dem man sagen wollte: Auch Gottes Liebe ist befreiend. (Bild: Max Tinner)

Es ging um Wahrheit, am diesjährigen Rhema-Gottesdienst. Und darum, dass die Wahrheit frei macht, so man sie denn erkennt, wie es im Johannesevangelium in Kapitel 8, Vers 32, heisst.

Ein fesselnder Gottesdienst

Thematisiert wurde dies ebenso modern wie dramatisch. Einigen Gottesdienstbesuchern wurden mit Kabelbindern die Hände gebunden. Später wurden sie natürlich auch wieder von den Fesseln befreit, mit Hilfe von Zangen. Marcel Ammann (Evangelisch Altstätten), Bruno Dietrich (Katholisch Berneck-Au-Heerbrugg), Ute Neef (Evangelisch Eichberg-Oberriet), Renato Tolfo (Evan- gelisch Rebstein-Marbach) und Uwe Rohloff (Kirchliche Jugendarbeit Rheintal), die den Gottesdienst miteinander gestalteten, liessen aber auch darüber sinnieren, was denn einen selbst bindet und wie man sich von diesen Fesseln lösen könnte.

Manchmal fühle man sich gefangen in seinen Gewohnheiten, guten wie schlechten, in der Arbeit, im eigenen Bestreben, al- les perfekt machen zu müssen … Man müsse aber nicht darin gefangen bleiben. Man könne stattdessen zu seinen Fehlern stehen und lernen, Kritik anzunehmen, sich Hilfe zu suchen, wo es sinnvoll ist und sich aufraffen, wenn man unten ist.

Befreiend sei, wie eingangs angetönt, auch das Wort und die Liebe Gottes. Damit diese aber greife, müsse man von sich aus nach ihr greifen. «Sonst bleibt sie nichts als schöne Rede, nichts als Theorie», meinte Marcel Ammann. Musikalisch unterstrichen wurde das Ganze von David Mäder an der Gitarre, von Anna Danielewicz am Piano und von Carlo Lorenzi am Schlagzeug.

Max Tinner