ALTSTÄTTEN: Am Tag vor dem Fest

Die Kirche soll an Weihnachten festlich geschmückt sein und die Gottesdienste sollen reibungslos ablaufen. Bis alles stimmt, hat Mesmer Peter Thür viel zu tun, meistens dezent im Hintergrund.

Monika von der Linden
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Wenn Peter Thür vor der Christmette in der Heiligen Nacht die Kerzen in der Kirche anzündet, dann stellt sich auch beim ihm die Weihnachtsstimmung ein, obwohl er arbeiten muss. (Bild: Monika von der Linden)

Wenn Peter Thür vor der Christmette in der Heiligen Nacht die Kerzen in der Kirche anzündet, dann stellt sich auch beim ihm die Weihnachtsstimmung ein, obwohl er arbeiten muss. (Bild: Monika von der Linden)

Monika von der Linden

Es ist Freitagmorgen. Bis Weihnachten dauert es nicht mehr lange. Im Chor der Stadtkirche steht ein fast neun Meter hoher Christbaum. Er ist fertig dekoriert, die Kerzen leuchten aber noch nicht. Die schaltetet Peter Thür erst ein, wenn es am Heiligenabend eindunkelt. Links neben dem Altar hat der Mesmer gerade die wertvollen Holzfiguren in die Krippe gestellt. Beim Ambo stehen Schafe, sie warten darauf, dass ihnen der Mesmer einen Platz bei der Heiligen Familie zuweist.

Der Christbaum darf nicht in die Fenster fallen

Peter Thür ist hier seit elf Jahren Mesmer. Er trägt die Verantwortung dafür, dass in der katholischen Kirche alles rund läuft. Dabei hält er sich gerne dezent im Hintergrund. Das Gotteshaus für Weihnachten herzurichten, ist auch für ihn etwas Besonderes. «Nur wenn alles stimmt, kommt im Gottesdienst die rechte Stimmung auf», sagt er.

Die Kirche zu dekorieren, ist nicht die einzige, wenn auch augenfälligste Aufgabe des Mesmers. Bereits zu Jahresbeginn stimmt er seine Arbeiten mit der Belegung der Kirche durch Gottesdienste und Proben ab. «An einem Tag habe ich die Kirche komplett für mich.» Alleine ist er dann aber nicht. Viele helfende Hände packen mit an, zum Beispiel beim Stellen des Baumes. «Das ist heikel, er darf nicht umfallen, schon gar nicht gegen die Kirchenfenster.» Für das Anbringen der Lichterketten benötigt er einen halben Tag Zeit, dabei unterstützt ihn ein Elektriker. Der bringt eine Drehleiter mit.

Peter Thür liegt gut in der Zeit, seine Planung geht wohl auf. An Heiligabend kann er ein paar Stunden mit seiner Familie feiern, bevor er um 22 Uhr wieder in der Kirche ist und die Christmette vorbereitet. «Zuerst zünde ich alle Kerzen an, auf den Apostelleuchtern, dem Altar und an der Krippe. Sie sind äusseres Zeichen meines Werkes. Dann ist Weihnachten.»

Schon bald kommt der Chor und singt sich ein. Währenddessen bereiten sich 13 Ministranten in der Sakristei auf ihren Einsatz vor. Jeder weiss, was zu tun ist, den Ablauf hat Peter Thür mit ihnen geprobt. Beim Einzug tragen die Ministranten je eine Schale mit einer brennenden Kerze. «Sie leuchten den Weg zur Krippe, wie damals die Hirten mit ihren Laternen.»

Seitdem Peter Thür den Mesmerdienst in Altstätten leistet, ist die Christmette jedes Jahr etwas weniger gut besucht. Vor elf Jahren war sie zu etwa zwei Drittlen gefüllt, heute ist sie nur noch halb voll. «Es fehlen die Jungen», meint der Mesmer. «So spiegelt der Gottesdienst nur noch das Weihnachten der ältern, nicht aber der jüngeren Menschen wider. Das ist schade.»

Seitdem Peter Thür als Mesmer mitverantwortlich ist für das Gelingen der Weihnachtsgottesdienste, hat sich das Fest für ihn verändert. «Jetzt ist es voll von Arbeit», sagt er, strahlt dabei aber Zufriedenheit aus.

Nach der Christmette wird Peter Thür die Lichter löschen und die Kirche aufräumen. Am Weihnachtsmorgen wird er wieder parat sein für das Hochamt.