ALTSTÄTTEN: 700 drahtige Blüemli für die Kultur

Die Staablueme-Konzerte werden auch dieses Jahr keinen Eintritt kosten. Man kann die Kulturwoche aber freiwillig mit dem Kauf eines Abzeichens unterstützen. Diese Woche waren die Organisatoren am Basteln.

Max Tinner
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So aufwendig war das Abzeichen noch nie: Petra Sieber mit einem Sträusschen Staablüemli. Bilder oben, von links: Nadine Kehl, Martin Hagmann, Pesche Mathis und Gabriel Collet beim Abzeichenanfertigen. (Bilder: Max Tinner)

So aufwendig war das Abzeichen noch nie: Petra Sieber mit einem Sträusschen Staablüemli. Bilder oben, von links: Nadine Kehl, Martin Hagmann, Pesche Mathis und Gabriel Collet beim Abzeichenanfertigen. (Bilder: Max Tinner)

Max Tinner

Um die 50 Konzerte unterschiedlichster Musikrichtungen und Vorstellungen von Tanzgruppen, Zauberern und Komödianten bietet die Altstätter Kulturwoche Staablueme jeweils. Das wird auch dieses Jahr so sein: Vom 12. bis 19. August, Samstag bis Samstag, findet im Städtli wieder eine Staablueme statt. Den Termin sollte man sich unbedingt vormerken. Das Programm ist zwar noch nicht veröffentlicht, Programmchef Guido Poznicek gerät aber ins Schwärmen, wenn man ihm die Höhepunkte zu entlocken versucht.

Auch wenn die Mitglieder des Vereins Staablueme ehrenamtlich arbeiten, fallen für eine Staablueme jeweils Kosten von weit über 100000 Franken an. Und doch wird der Eintritt auch dieses Jahr an allen acht Tagen frei sein. Möglich ist dies dank der finanziellen Unterstützung von Sponsoren und Stiftungen sowie Beiträgen der öffentlichen Hand. Ausserdem wird man die Besucherinnen und Besucher auch dieses Jahr einladen, die Kultur- und Konzertwoche mit dem freiwilligen Kauf eines Abzeichens zu unterstützen.

700 Abzeichen, alle von Hand gefertigt

Es ist jeweils kein industriell produziertes, sondern wird von den Staablueme-Organisatoren höchstpersönlich in Handarbeit gefertigt. Gerade diese Woche trafen sich die OK-Mitglieder in ihrer Staablüemli-Manufaktur im Werkraum des Schulhauses Wiesental. 700 Abzeichen fertigten sie dort an.

Diese Abzeichen sehen jede Staablueme anders aus und haben damit auch Potenzial zum Sammlerstück. Und «so aufwendig anzufertigen wie dieses war bislang noch kein Abzeichen», betont OK-Präsidentin Petra Sieber. Auch dieses Jahr stellt es ein Blüemli dar. Es ist aus Son­neriedraht (wie Elektriker ihn für die Verdrahtung von Türglockenanlagen verwenden) gewickelt und wächst aus einem Stück Speckstein, das an die Pflastersteine im Städtli erinnert.

Das Abzeichen greift damit die Symbolik der ersten Staabluemen auf: Ein zähes, drahtiges Blüemli wächst aus dem steinigen Pflaster Altstättens – womit man sagen wollte: Im verschlafenen Städtli blüht mit dieser Veranstaltung die Kultur auf.

Kulturarm kann man Altstätten zwar wirklich nicht mehr bezeichnen. Dies ist aber nicht zuletzt auch ein Verdienst der alle zwei Jahre stattfindenden Staablueme, die zum grössten Teil Künstlerinnen und Künstlern aus Altstätten und der Region eine Auftrittsgelegenheit bietet und der Bevölkerung abwechslungsreiche Unterhaltung.