Altmetall zu Kunstobjekten geformt

Isabelle Rutz fertigt seit zwölf Jahren Aussergewöhnliches aus Metall. In einer eigenen Formensprache entstehen phantasievolle Werke und Skulpturen mit dem Schweissbrenner. Am nächsten Wochenende stellt sie ihre Arbeiten im Atelier Fantasy in Balgach vor.

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BALGACH. Vor zwölf Jahren fing Isabelle Rutz klein und bescheiden in ihren Atelier im Viscose-Areal in Widnau an. Bereits ihre erste Ausstellung, bei der die Metall-Bäume im Mittelpunkt standen, war ein grosser Erfolg. Mit Katzen, Bäumen und Vögeln aus Neumetall hat sie begonnen. Heute experimentiert sie gerne auch mit anderen Materialien. Geschickt weiss sie Schrauben oder Ringe in ihre Figuren einzusetzen. So kann sie jedes Hobby, jede Sportart und auch jeden Beruf ins Bild setzten. Immer auf der Suche nach neuen Ideen präsentiert sie ihre neuesten Kunstwerke.

Kunst als Deko

In ihrem Atelier findet man Figuren aus Besteck, aber auch praktische Gegenstände, wie Kerzenständer, Gläser aus Metall, Serviettenringe, Schalen, Vasen oder Weinständer. Seit drei Jahren fertigt sie auch Figuren an. Schmale Figuren, musizierend, lesend oder einfach stehend, schmücken bereits ihr Atelier. Speziell ist zum Beispiel die Bar, gefertigt aus einer alter Druckereimaschine und original Viscose-Metallplatten oder der Rebstock mit Blättern und Trauben aus Metall. Wunderschön ist auch ihr neustes Werk, ein Adler, hergestellt aus Löffelstielen. Dabei wurde die Idee, Figuren aus Besteck zu schweissen, rein zufällig geboren. «Ich erhielt den Auftrag, eine Krähe aus Metall zu formen», erinnert sich Rutz. Lange habe sie überlegt, wie sie die Federn dieser Krähe am effektivsten zur Geltung bringen könnte. Schliesslich entschied sie sich, diese aus Messern zu machen. «Das Resultat hat mich selbst überwältigt, und der Drang, weitere Figuren auf diese Art zu schweissen, war riesig», so Rutz. Heute steht bereits ein kleiner Zoo mit einem Krokodil, einem Vogel Strauss, einigen Skorpionen und einem Fischreiher in ihrem Atelier.

Abschiedsschmerz

Bei der Arbeit mit dem Schweissgerät ist volle Konzentration gefragt. «Metall schenkt Dir nichts», sagt Isabelle Rutz. Die handgefertigten Kunstwerke werden aus Stahl zuerst gebogen und geschnitten, dann geschweisst und zu guter Letzt gebürstet und lackiert. Diese aussergewöhnliche Technik verleiht den Figuren einen besonderen Ausdruck. Je länger sie an einem Kunstwerk arbeitet, umso grösser ist der Abschiedsschmerz. «Die Figuren wachsen mir ans Herz», sagt die Künstlerin. (mia)

Am Samstag, 31. Oktober, von 13 bis 20 Uhr und am Sonntag, 1. November, von 10 bis 17 Uhr lädt Isabelle Rutz zur Ausstellung in ihr Atelier Fantasy an der Hauptstrasse 44 (gegenüber des Gemeindehauses) in Balgach, ein.