Altersheim Müllersberg schliesst

HEIDEN. Weil die Infrastruktur veraltet sei und ein hoher Investitionsbedarf bestehe, schliesst der Gemeinderat Ende Mai 2012 das Altersheim Müllersberg. Die Heimbewohner und die Mitarbeiter erhalten bei der Suche nach einem neuen Heim- beziehungsweise Arbeitsplatz Unterstützung.

Drucken
Die 15 Bewohner des Altersheims Müllersberg in Heiden müssen umziehen. (Bild: pd)

Die 15 Bewohner des Altersheims Müllersberg in Heiden müssen umziehen. (Bild: pd)

Das Altersheim Müllersberg wird auf Ende Mai 2012 geschlossen; dies teilt die Gemeindekanzlei mit. Die Kapazität des Altersheims Müllersberg liege weit unter den Standards für einen eigenwirtschaftlichen Betrieb. Die Infrastruktur sei veraltet, und es sei ein sehr hoher Unterhalts- bzw. Investitionsbedarf erforderlich. Die zur Selbstfinanzierung nötigen Mittel könnten vom Heimbetrieb nicht mehr erarbeitet werden, heisst es in der Mitteilung.

Nach dem gesundheitsbedingten Ausfall von Marcel Truxius, Leiter Heime, wurde die Leitung der Heime Quisisana und Müllersberg seit Februar interimsweise im Auftragsverhältnis der Firma Seiler-Treuhand, Gossau, übertragen. Inzwischen wurde das Arbeitsverhältnis mit Truxius im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst und ein definitives Auftragsverhältnis mit der Treuhandfirma abgeschlossen. Ab sofort wird damit die bisherige interimistische Leiterin der Heime Quisisana und Müllersberg, Rosy Seiler, langfristig eingesetzt.

Pflegebedürftigkeit nimmt zu

Im Jahr 2008 liess der Gemeinderat von einer auswärtigen Firma eine Betriebsanalyse für das Altersheim Müllersberg erstellen. Unterdessen liegt eine aktuelle Studie «Zukunft Heime Heiden» vor. Die Kommission Heime hat sich auf dieser Basis an einem Workshop mit den Zukunftsaussichten der Altersheime Müllersberg und Quisisana befasst. Der Gemeinderat, die Kommission Finanzen und Verwaltung sowie die Kommission Heime setzten sich gemäss Medienmitteilung mit diesem Thema auseinander. Dabei seien verschiedene Fakten zur Kenntnis genommen worden: So bestehe etwa der deutliche Trend, dass das Alter, in dem ältere Menschen in ein Altersheim eintreten, steigt. Beim Eintritt in ein Heim seien zudem die meisten Menschen bereits pflegebedürftig. Dies bedeute, dass sich auch Altersheime zunehmend in Pflegeheime wandeln. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liege in vielen Heimen noch bei ein bis zwei Jahren. Auch das Altersheim Müllersberg müsste sein Betriebskonzept dieser Entwicklung anpassen. Weiter biete das Wohn- und Altersheim Müllersberg Platz für 18 Pensionäre. Es war im Jahr 2010 durchschnittlich mit 15 Bewohnerinnen und Bewohnern belegt. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, gab es seit dem 1. Januar 2010 nur einen einzigen Eintritt.

Minus im Jahr 2010

Das Altersheim Müllersberg hat den Auftrag, sich selbst zu finanzieren. Bis 2009 waren laufend Ertragsüberschüsse zu verzeichnen, die dem Verpflichtungskonto und dem Erneuerungskonto zugewiesen wurden. Ende 2009 enthielt das Erneuerungskonto 132 000 Franken und das Verpflichtungskonto 423 000 Franken. Es habe sich gezeigt, dass diese Überschüsse nur entstanden sind, weil Unterhalt und Erneuerung der Liegenschaft vernachlässigt wurden und der Aufbau eines Pflegeteams zur heute benötigten Kapazität und Kompetenz ausblieben, heisst es in der Mitteilung. Dies erzeuge einen enormen Nachholbedarf. Es sei absehbar, dass die vom Altersheim Müllersberg selbst erwirtschafteten Mittel nicht mehr lange ausreichen würden. Im vergangenen Jahr resultierte ein Ausgabenüberschuss von 358 000 Franken.

Der Betrieb wird bis zur Schliessung aus dem Verpflichtungskonto und dem Erneuerungskonto finanziert. Sind diese Mittel aufgebraucht, werden Ausgabenüberschüsse aus öffentlichen Mitteln finanziert. Die vorhandenen Mittel des Altersheims Quisisana werden dazu nicht beansprucht.

Sozialverträgliches Vorgehen

Die Schliessung des Altersheims Müllersberg soll sozialverträglich vorgenommen werden. Die von der Schliessung und damit von der Aufhebung des Anstellungsverhältnisses betroffenen 13 Mitarbeitenden werden bis zum Stellenwechsel besoldet, längstens bis 31. Mai 2012. Die Mitarbeitenden werden ausserdem bei der Stellensuche unterstützt. Die Heimleitung wird die Bewohner bei der Suche nach einem neuen Platz unterstützen. (gk/pk)

Aktuelle Nachrichten