Altersheim dürfte 35 Mio. kosten

WIDNAU. Die Gemeinde Widnau schickt sich an, mitten im Dorf ein neues Altersheim zu bauen und das Altersheim Augiessen aufzugeben. Die Gemeindepräsidentin widersprach Gerüchten, wonach das Heim Augiessen ein Flüchtlingsheim werde.

René Schneider
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Der Neubau des Schulhauses Schlatt gestern Nachmittag. (Rechts mit Sgraffito das alte Schlatt-Schulhaus, das später abgebrochen wird) (Bild: René Schneider)

Der Neubau des Schulhauses Schlatt gestern Nachmittag. (Rechts mit Sgraffito das alte Schlatt-Schulhaus, das später abgebrochen wird) (Bild: René Schneider)

Die aktuell grösste Investition in die Zukunft der Gemeinde Widnau, der Neubau des Schulhauses Schlatt (Bild), wird etwa 20 Mio. Franken kosten. Der Neubau eines Altersheims mit hundert Pflegebetten in Einzelzimmern wird rund 35 Mio. Franken kosten. Die «über den Daumen geschätzte» Zahl nannte gestern Gemeinderat und Architekt Marco Köppel am Rand der Infoveranstaltung. Baubeginn auf Land der Ortsgemeinde im Zehntfeld soll 2017 sein. Zwei Jahre später soll der Neubau bezogen werden. Die Ortsgemeinde stellt dafür im Zehntfeld rund eine Hektare Land im Baurecht zur Verfügung.

Folgt die Bürgerschaft dem Gemeinderat, realisiert dieser «zmeazt im Dorf» ein Generationenprojekt in Form eines Altersheims, wie Gemeindepräsidentin Christa Köppel an der gestrigen «Vorgemeinde»-Infoveranstaltung im Schülerhort Stoffel ausführte. Knapp 60 Interessierte nahmen daran teil. Diskutiert wurde angeregt hinterher beim Apéro, aber zu Rechnung, Budget und Altersheim-Projekt gab es nur wenige Fragen. Diese beantwortete Christa Köppel kompetent und zur Zufriedenheit der Fragenden.

Kein Flüchtlingsheim

Deutlich stellte die Gemeindepräsidentin Gerüchte im Quartier Augiessen in Abrede, das dortige Altersheim am Dorfrand werde nach dem Neubau im Zentrum als Flüchtlingsheim genutzt. «Die Liegenschaft gehört der Gemeinde, und wir werden sie quartierverträglich als Wohnraum nutzen, aber nicht mit öffentlichem Zweck. Also nicht als Schulhaus und ganz sicher nicht als Heim für Flüchtlinge.» Die Gemeindepräsidentin präsentierte das Altersheim-Neubau-Projekt als nötige, wichtige und richtige Generationen-Investition in die Zukunft.

Grosser Platzbedarf

Der Kanton prognostiziert der Gemeinde Widnau bis zum Jahr 2020 einen Bedarf von 100 Pflegeplätzen und von 140 Plätzen im Jahr 2025. Das jetzige Alters- und Pflegeheim Augiessen bietet 44 Plätze. Die mehrmals erweiterte Liegenschaft am Standort des ehemaligen Bürgerheims stosse betrieblich, baulich und auch energetisch an Grenzen. Und das Heim stehe an der Peripherie statt im Zentrum, begründete Christa Köppel das Neubauvorhaben.