ALTENRHEIN: Auf der Suche nach «Theo 1»

Markus Kopf, Eigentümer der People’s Viennaline und der Airport Altenrhein AG, hat zwei Flugzeuge nach seinen Töchtern benannt. Das neue Tanklöschfahrzeug soll nun den Namen seines Sohnes tragen.

Kurt Latzer
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Demnächst entscheidet sich, ob das Flugplatz-Tanklöschfahrzeug, das einst in Genf stationiert war, den Namen des Sohnes des Flugplatzbetreibers bekommt. (Bild: Kurt Latzer)

Demnächst entscheidet sich, ob das Flugplatz-Tanklöschfahrzeug, das einst in Genf stationiert war, den Namen des Sohnes des Flugplatzbetreibers bekommt. (Bild: Kurt Latzer)

Kurt Latzer

«Laura» und «Nora» können fliegen, «Theo 1» soll im Notfall löschen. Etwa ab kommendem Juli jedenfalls. Demnächst entscheiden die Verantwortlichen des Airport St. Gallen-Altenrhein, welches Flugplatz-Tanklöschfahrzeug (TLF) definitiv beschafft werden soll. Ein Kandidat, der in die engere Wahl fällt, steht bereits in einem Hangar.

Im Depot der Flugplatz-Feuerwehr hat das TLF, das bis vor Kurzem am Flugplatz in Genf eingesetzt wurde, keinen Platz. Das Ungetüm mit vier Achsen hat 12 500 Liter Löschwasser, 1200 Liter Schaumextrakt und 300 Kilogramm Löschpulver an Bord. Zum Vergleich: Ein normales Tanklöschfahrzeug einer Ortsfeuerwehr fasst etwa 3500, die heutigen TLF am Airport St. Gallen-Altenrhein rund 6500 Liter Löschwasser.

Höchstens drei Minuten bis zum Flugzeug

Der Motor des möglichen «Theo 1» leistet etwa 1000 PS und beschleunigt das über 50 Tonnen schwere Fahrzeug von 0 auf 80 km/h in 25 Sekunden. «Zeit, auf dies es im Ernstfall ankommt», sagt Enzo Termine, Kommandant des Sicherheitsverbundes Rheineck-Thal-Lutzenberg und der Flugplatz-Feuerwehr. Den Vorschriften des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) zufolge muss das erste Tanklöschfahrzeug spätestens drei Minuten, nachdem der Alarm ausgelöst wurde, beim Flugzeug eintreffen. «Egal wo auf der Piste», sagt Enzo Termine. Deshalb stehe das Depot mit «Theo 2» und «Theo 3» in der Mitte des Flugfeldes. «Die Anforderungen an die Flugplatzfeuerwehr hängen von der Feuerwehrkategorie ab», sagt Bazl-Pressesprecher Antonello Laveglia. Grundsätzlich sei das Flugzeug mit den grössten Abmessungen – Länge und Rumpfdurchmesser – das den Flugplatz regelmässig anfliege, für die Feuerwehrkategorie des Airports massgebend. Je nach Feuerwehrkategorie würden bis zu drei TLF gefordert (Kategorie 10).

Bei Kategorie 1 ist mindestens ein TLF verlangt. Die Löschmittelmengen und Ausstossraten hängen ebenfalls von der Feuerwehrkategorie ab, aber auch vom verwendeten Schaumtyp. Enzo Termine: «Der Airport in Altenrhein hat die Kategorie 6. Das heisst, wir müssen zwei Tanklöschfahrzeuge vor Ort haben.

Grösstes TLF in der Ostschweiz

Das Fahrzeug, das zurzeit im Hangar steht, ist nicht neu. Es stand am Flugplatz in Genf zwölf Jahre im Einsatz. «Fiele die Wahl auf dieses Fahrzeug, wäre es das grösste TLF in der Ostschweiz», sagt Enzo Termine. Eine Strassenzulassung braucht das Gefährt am Airport nicht, es wird weder von der politischen Gemeinde noch vom Kanton subventioniert.

Kauf und Unterhalt des Tanklöschfahrzeuges ist allein Sache der Flugplatzeigner. Den Neupreis eines TLFs, wie das aus Genf, schätzt Enzo Termine auf etwa 1,2 Mio. Franken. Das gebrauchte TLF, das in einwandfreiem Zustand ist, wäre für unter 200 000 Franken zu haben. Die Entscheidung, ob «der Genfer» nach Altenrhein kommt, fällt in den nächsten Tagen. Ist das Fahrzeug gekauft, müsse einiges werden. So zum Beispiel die Beschriftungen der Armaturen und Bedienungselemente, denn die sind noch französisch.