Altach vor der verflixten zweiten Bundesliga-Saison

VORARLBERGER FUSSBALL. Eine Fussball-Legende besagt, dass die zweite Saison für einen Aufsteiger immer die schwierigste sei. Trifft dies auch auf Altach in der österreichischen Bundesliga zu? Und wie steckt das Kader die (mögliche) Doppelbelastung weg?

Remo Zollinger
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VORARLBERGER FUSSBALL. Eine Fussball-Legende besagt, dass die zweite Saison für einen Aufsteiger immer die schwierigste sei. Trifft dies auch auf Altach in der österreichischen Bundesliga zu? Und wie steckt das Kader die (mögliche) Doppelbelastung weg?

Glaubt man dieser Legende, so ist der Aufstiegs-Schwung weg, die Vereine fallen auf den Boden der Realität zurück. Altach ist in der letzten Saison ziemlich hoch geflogen – und kann dementsprechend tief fallen. Mit Kontinuität sowie einer realistischen Erwartungshaltung möchte man in Altach aber auch die zweite Saison nach dem Aufstieg bewältigen.

Pech bei einem Neuzugang

Der Qualitätsverlust bei den sechs Abgängen, die Altach im Sommer verzeichnete, ist überschaubar. Leistungsträger war eigentlich nur der Libyer Ismael Tajouri-Shradi, der von seinem Besitzerverein Austria Wien zurückgepfiffen wurde – der Rest waren Ergänzungsspieler. Neu gekommen ist mit Flügel Martin Harrer ein alter Bekannter, mit Dominik Hofbauer ein talentierter zentraler Mittelfeldspieler und mit Juan Barrera ein Offensivspieler aus Nicaragua, auf den man in Altach sehr gespannt ist. Dazu kam mit Christian Schilling ein junger Linksverteidiger, auf den man eigentlich gesetzt hätte. Nun fällt er aber die gesamte Hinrunde aus: Eine Gelenkverletzung mit damit verbundener Entzündung macht dem 23-Jährigen schwer zu schaffen.

Aufgrund der Bauarbeiten im Schnabelholz-Stadion – Tribünen werden überbaut sowie ein neuer, etwas grösserer Rasen eingebaut – startet Altach mit zwei Auswärtsspielen in die zweite Bundesliga-Saison. Die Spielzeit beginnt am Samstag mit dem Gastspiel in Grödig, eine Woche später ist Altach am Schweizer Nationalfeiertag bei der Wiener Austria zu Gast. Das erste Heimspiel in der Festung Schnabelholz steht erst am Sonntag, 9. August, auf dem Programm, zu Gast wird Sturm Graz sein.

Wo kann sich Altach einreihen?

Trotz Legende: Altach steht in der Tat vor einer schweren Saison. Denn: Stärker einzuschätzen sind mit Salzburg, Rapid und Sturm wirklich nur drei Mannschaften, die Anzahl an Teams, die nach objektiven Kriterien realistisch schwächer einzuschätzen sind, hält sich aber auch in Grenzen.

Es steht eine unberechenbare Saison bevor, zumal Altach auch noch auf der europäischen Ebene tanzt: In der Europa-League-Qualifikation treffen die Vorarlberger bei ihrer Europacup-Premiere auf den portugiesischen Verein Vitoria Guimarães. Altach ist in dieser Begegnung doch relativ deutlicher Aussenseiter, möchte aber nicht nur zwei internationale Fussballfeste bestreiten und setzt alles daran, weiterzukommen. Nur: Ist das Kader breit genug für eine Doppelbelastung? Spätestens Mitte August können wir eine weitere Standortbestimmung über den Vorarlberger Branchenleader vornehmen.