Altach ist jetzt gefordert

Nach der Heimniederlage gegen Belenenses ist Altach heute im Rückspiel in Portugal zum Siegen verdammt. Die Vorzeichen standen auch schon besser.

Remo Zollinger
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VORARLBERGER FUSSBALL. Es ist keine einfache Situation, mit der sich Rheindorf Altach aktuell auseinandersetzt: Die Vorarlberger klopfen als Letzter der Bundesliga an die Tür zur Gruppenphase der Europa League.

Sechs Spiele, fünf Pleiten

In der Bundesliga hat Altach fünf von sechs Spielen verloren. Zuletzt gab es zwar eine leistungsmässige Steigerung, am Ende unterlagen die Altacher dem derzeitigen Überraschungsteam Admira Mödling aber 1:2. Es ist eine Leistung, auf die sich aufbauen lässt – nicht aber in der Tabelle Boden gutmachen könnte. Angesichts der aktuellen Krise in der Meisterschaft wäre es verständlich, wenn Altach nicht auf den Europacup setzen würde. Doch mit den beiden Spielen gegen Vitoria Guimarães haben die Altacher Blut geleckt. Die Honigtöpfe und die wirklich interessanten Gegner sind zum Greifen nah, insbesondere die Fans träumen von Partien, die sie noch ihren Enkeln erzählen würden. Doch ist Altach überhaupt dazu im Stande, in eine europäische Gruppenphase einzuziehen, ohne dabei seine Existenz in der Bundesliga zu gefährden? Dieser Frage müssen sich die Verantwortlichen aber erst stellen, wenn es in Portugal zu einem zweiten kleinen Altacher Fussballwunder kommt. Denn der SCRA steht im Estadio do Restelo von Lissabon-Belém mit dem Rücken zur Wand, nachdem er das Hinspiel mit 0:1 verloren hat. Das Resultat ist dabei noch gnädig, zeigte sich Altach doch inferior, zumindest in der ersten Hälfte. Kann Altach aber an die Schlussphase anknüpfen, liegt doch noch etwas drin.

Zwei Tore müssen her

«Etwas» reicht aber nicht: Altach muss zwingend zwei Tore schiessen, um in die Gruppenphase einzuziehen. Ein 2:0 würde reichen, ein 2:1 auch, ebenso ein Sieg nach Verlängerung oder Penaltyschiessen. Damit ist die Marschrichtung vorgegeben: Altach wird es nicht helfen, sich in der Verteidigung zu verstecken, sondern muss nach vorne spielen. Eine Niederlage würde das Out im europäischen Geschäft bedeuten und viele Fans betrüben, sich möglicherweise aber positiv auf den Bundesliga-Alltag auswirken. Denn für eine Doppelbelastung scheint das Altacher Kader aktuell deutlich zu dünn besetzt.