Altach ist bei europäischer Premiere klarer Aussenseiter

VORARLBERGER FUSSBALL. Heute Donnerstag steigt in Innsbruck ein geschichtsträchtiges Spiel: Zum ersten Mal spielt der SCR Altach im Europacup. Gegen den portugiesischen Vertreter Vitoria Guimarães sind die Vorarlberger aber klarer Aussenseiter.

Remo Zollinger
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VORARLBERGER FUSSBALL. Heute Donnerstag steigt in Innsbruck ein geschichtsträchtiges Spiel: Zum ersten Mal spielt der SCR Altach im Europacup. Gegen den portugiesischen Vertreter Vitoria Guimarães sind die Vorarlberger aber klarer Aussenseiter.

Als Aufsteiger in den Europacup: Was der FC St. Gallen vor drei Jahren bewerkstelligte, gelang dem SCR Altach in der abgelaufenen Saison. Die Ostschweizer schrieben ihre Geschichte dann mit der Qualifikation für die Gruppenphase weiter – Altachs Weg dahin ist noch lang.

Tabellenfünfter aus Portugal

Die erste Hürde heisst Vitoria Guimarães und schloss die letzte Saison in Portugals höchster Liga auf dem fünften Rang ab. Vitoria pflegt denselben Spielstil wie die meisten erfolgreichen Mannschaften aus Portugal: Schnörkelloses, technisch einwandfreies und taktisch ausgereiftes Angriffsspiel mit jungen Spielern, die irgendwann teuer ins Ausland verkauft werden sollten.

Das letzte Beispiel hierfür ist Bernard Mensah, der soeben für 10 Millionen Euro zu Atletico Madrid wechselte. Überdies ist Guimarães ein populärer Verein, hat im Durchschnitt 15 000 Zuschauer bei seinen Heimspielen im Estadio Dom Afonso Henriques.

Von solchen Zahlen – sowohl die Zuschauer wie auch die Ablösesummen – kann Altach nur träumen. Die Vorarlberger sind Underdog, und müssen erst noch im gut zwei Stunden entfernten Innsbruck zum Heimspiel antreten, wo schon mehr als 5000 Zuschauer eine Überraschung wären. Von einem Heimvorteil zu sprechen, ist also nur bedingt richtig. Um seinen Fans eine günstige Anreise zu ermöglichen, hat Altach einen Extrazug und einige Busse organisiert. Die vom Fernsehen vorgegebene Anspielzeit um 19 Uhr begünstigt die Präsenz der Fans aber nicht wirklich.

Altachs Topskorer fraglich

Ein Vorteil für Altach könnte sein, dass in Portugal die Meisterschaft noch nicht begonnen hat, Vitoria Guimarães also noch mitten in der Vorbereitung steckt. Allerdings ist den Altachern der Saisonstart misslungen: Die Vorarlberger verloren trotz Führung bei Grödig mit 1:2. «Ich weiss, dass meine Mannschaft besser spielen kann. Und wir werden versuchen, es am Donnerstag deutlich besser zu machen», gab sich Trainer Damir Canadi nach dem Spiel im Salzburgerland angriffig.

Gerade aber im Angriff hat Altach sein grösstes Problem: Topskorer und Teamleader Hannes Aigner schied beim Gastspiel in Grödig mit muskulären Problemen aus. Der Einsatz des Leitwolfs ist höchst fraglich, wobei Altach alles unternehmen wird, um auf seinen Topskorer zählen zu können.