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«Als Rektor war ich ein Kutscher»

HEERBRUGG. Nach fünfeinhalb Jahren im Amt des Rektors der Kantonsschule Heerbrugg tritt Bertram Mogg zurück und widmet sich fortan wieder dem Lehrerberuf. Seine Amtszeit wurde geprägt von der Bauperiode an der KSH, die dem Rektorat und den Lehrpersonen viel abverlangte.
Seraina Hess
Der Um- und Neubau der Kantonsschule wird auch die neue Rektorin Judith Mark noch eine Weile beschäftigen, weiss Bertram Mogg. (Bild: Seraina Hess)

Der Um- und Neubau der Kantonsschule wird auch die neue Rektorin Judith Mark noch eine Weile beschäftigen, weiss Bertram Mogg. (Bild: Seraina Hess)

Letzte Woche gab Bertram Mogg, seit 2007 Rektor an der Kantonsschule Heerbrugg, die Zügel aus der Hand. Den Kutschbock überlässt er Prorektorin Judith Mark.

Um sein Amt an der KSH zu erklären, benutzt Mogg – ganz der Deutsch- und Geschichtslehrer – eine Allegorie von Goethe, indem er den Rektor mit einem Kutscher gleichsetzt: «Als Schulleiter war ich der Kutscher, der das Pferd von hinten lenkte und leichte Korrekturen anbrachte. Nur wenn grössere Korrekturen an den Zügeln vorzunehmen sind, muss der Kutscher nach vorne zum Pferd.» Grössere Korrekturen waren an der Kantonsschule Heerbrugg aber nie nötig, sagt Mogg. «In der Schweiz ist es sehr gut möglich, als Rektor aus dem Hintergrund zu agieren.»

Hierarchie in Rom

Mogg weiss, dass dieser Führungsstil nicht überall funktioniert. Von 1998 bis 2002 leitete er als Direktor die Schweizerschule in Rom. Dort wurde von Anfang an mehr Einfluss von seiner Seite gefordert, da das italienische Schulsystem viel hierarchischer aufgebaut ist, als man es sich hierzulande gewohnt ist. Anordnungen des Schulleiters hatten in Rom ein grosses Gewicht.

In Heerbrugg war das anders – ein Grund, weshalb er sich als Rektor in der Schweiz immer sehr wohl fühlte. Eine grosse Stütze während seiner Amtszeit waren ihm seine Kolleginnen und Kollegen an der KSH, die stets im positiven Sinne kritisch waren und vieles hinterfragten: «Dieses Verhalten steuerte einiges zu einem guten Arbeitsklima bei.»

Während seiner Zeit als Schulleiter der Kanti setzte sich Bertram Mogg stets für eine gute Atmosphäre an der Schule ein, was durch Schüler- und Lehrer-Feedbacks unterstützt wurde. Kantonsschüler selbst spürten den Rektor – abgesehen von den Rahmenbedingungen des Schulalltags, die vom Rektorat festgelegt werden – kaum. Mogg war es dennoch wichtig, als Rektor Präsenz zu zeigen und durch das Grüssen auf den Gängen eine Beziehung zu den Schülern aufrechtzuerhalten.

Lieber ohne Neubau

Mit seinem Eintritt ins Rektorat vor bald sechs Jahren war geplant, die Hektik aus dem Schulalltag zu nehmen und den Schwerpunkt auf Verbesserungen im Unterricht zu legen. Der damals bevorstehende Baubeginn vereitelte dieses Vorhaben. Moggs gesamte Rektoratszeit wurde vor allem vom Um- und Neubau der Kantonsschule geprägt: «Ich hätte mein Amt lieber ohne Bauperiode innegehabt. Es hat uns alle belastet, zumal man sich gerne auf andere Dinge im Schulalltag konzentriert hätte.»

Schon im kommenden März findet der Umzug der Schulzimmer in den Neubau statt. Bis spätestens im Mai 2014 sollen dann auch die Umbauarbeiten abgeschlossen und die Ruhe wieder einkehrt sein. Allerdings nicht mehr mit Mogg als Rektor. Er wird sich die letzten eineinhalb Jahre vor seiner Pension voll und ganz dem Unterrichten widmen. Er ist gern Lehrer, schätzte es aber auch, zu erfahren, was ein Rektorat Tag für Tag leistet. «Man lernt, der Schulleitung mehr Wertschätzung entgegenzubringen», sagt Mogg.

Zufrieden mit Nachfolgerin

Ein Thema, das ihn auch nach seiner Rektorats-Zeit noch beschäftigen wird, sind die Sparmassnahmen im Bildungswesen. Sämtliche Einschränkungen im Schulbereich führen zu einem Qualitätsverlust der ganzen Institution. «Man sollte in der Bildung unbedingt auf Sparmassnahmen verzichten», findet Mogg.

Der ehemalige Rektor ist überzeugt, dass Judith Mark die richtige Wahl für seine Nachfolge ist: «Da sie bereits über einen längeren Zeitraum Prorektorin war, kennt sie die Schule gut und weiss, wo unsere Stärken und Schwächen liegen.» Mogg hofft, dass seine Nachfolgerin viele gute Aspekte aus seiner Rektoratszeit beibehalten wird. Dass sie die Kutsche namens KSH aber in ihrer eigenen Manier lenken wird, weiss Mogg: «Sie darf und sie soll in ihrer Amtszeit neue Ideen und Änderungen einbringen.»

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