«Alles klar» will es genau wissen

OBERRIET/EICHBERG/RÜTHI. Statistiken zeigen, dass Jugendliche immer früher erste Erfahrungen mit Alkohol und anderen Suchtmitteln machen. Wie steht es damit in unserer Region? Eine neue Umfrage unter Schülern und Eltern soll einen Vergleich zum Jahr 2002 erlauben.

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Wann trinkt ein Kind erstmals Alkohol oder raucht seine erste Zigarette? Mitglieder der Arbeitsgruppe «alles klar» verteilen die Elternumfragen an die Schulhäuser. (Bild: pd)

Wann trinkt ein Kind erstmals Alkohol oder raucht seine erste Zigarette? Mitglieder der Arbeitsgruppe «alles klar» verteilen die Elternumfragen an die Schulhäuser. (Bild: pd)

Wann wird mit dem Alkoholmissbrauch begonnen? Aus welchen Gründen wird mit dem Rauchen angefangen? Wie verbreitet sind illegale Rauschmittel? Diesen und weiteren Fragen geht «alles klar», das Suchtpräventionsprojekt der Gemeinden Eichberg, Oberriet und Rüthi, auf den Grund.

Anonyme Befragung

Es ist das Bestreben von «alles klar», nicht als Eintagsfliege zu versanden, sondern mit einer nachhaltigen Kampagne die öffentliche Diskussion immer wieder anzuregen. Besonders sollen in dieser Phase die Direktbetroffenen und deren Eltern involviert werden. Die Oberstufenschüler sowie die Schüler der fünften und sechsten Primarschulklassen der beteiligten Gemeinden werden in der Schule an einer Online-Umfrage teilnehmen. Dabei sollen sie sich zu folgenden Themen äussern: Konsum von alkoholischen Getränken, Drogen, Rauchen, Taschengeld, Ausgang, TV-Konsum usw. Die Umfrage wird in Absprache mit den jeweiligen Schulräten durchgeführt und ist absolut anonym und vertraulich.

Eltern werden einbezogen

Aber auch die Ansichten der Eltern interessieren. Wie stehen sie zum Konsum von Suchtmitteln? Wie oft gewähren sie den Kindern Ausgang? Wie nehmen sie Einfluss auf deren Freizeitverhalten? Die Eltern wurden deshalb über die Schülerinnen und Schüler bereits mit einem reduzierten Umfragebogen bedient. Sie sollen diese, idealerweise im Gespräch mit den Kindern, in diesen Tagen ausfüllen und wieder in die Schulen zurückgeben. Die Umfrage will damit auch die Kommunikation zwischen Kindern und Eltern anregen und für die angesprochenen Themen sensibilisieren.

Durch die vollständige Erfassung einer ganzen Altersgruppe kann ein repräsentatives Bild über das Sucht- und Freizeitverhalten der Jugendlichen in den drei Gemeinden gewonnen werden. Die Daten werden als Grundlage für weitere Projekte dienen. Zudem sind Vergleiche mit anderen Regionen möglich.

Empfehlungen für Eltern

Im Gespräch mit Eltern stellt sich immer wieder heraus, dass in vielen Erziehungsfragen eine gewisse Verunsicherung vorherrscht. Wie viel Sackgeld ist noch normal? Ab welchem Alter soll dem Kind der Ausgang bewilligt werden? Mit der laufenden Umfrage ist es möglich, solche und ähnliche Fragen zu beantworten und Empfehlungen abzugeben.

Gleiche Umfrage bereits 2002

Ebenfalls kann das Verhalten der heutigen Jugendlichen mit demjenigen von 2002 verglichen werden. Damals wurde die gleiche Umfrage bereits einmal durchgeführt. Diese zeigte unter anderem, dass Mädchen tatsächlich immer jünger mit dem Konsum alkoholischer Getränke begannen und bei den Knaben der Cannabiskonsum als problematisch eingeschätzt werden musste.

Infoanlass nächsten Sommer

Die Ergebnisse werden der Bevölkerung nach der arbeitsintensiven Auswertung der Umfrage und unter Einbezug des Zepra St. Gallen, der Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung, an einem Informationsanlass, vermutlich noch vor den nächsten Sommerferien, bekanntgegeben. Die Resultate werden auch für Fachgremien und Hochschulen abrufbar sein. Ebenso ist vorgesehen, die Erkenntnisse aus der Umfrage für die Diskussion an Elternabenden zur Verfügung zu stellen.

«alles klar» ist dankbar, wenn sich die Eltern möglichst lückenlos an der Umfrage beteiligen. Gerade auch, weil sie und ihre Kinder es sind, die letztlich am meisten von deren Ergebnis profitieren können. (pd)

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