Alles ging Schlag auf Schlag: Wie die Corona-Aktualität die Pläne an der Oberstufe Mittelrheintal überholte

Die Corona-Krise zwingt die OMR zum digitalen Unterricht – den sie jedoch ohnehin schon geplant hatte.

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Die OMR möchte direkt nach der Krise Tablets für alle drei Oberstufenklassen einführen.

Die OMR möchte direkt nach der Krise Tablets für alle drei Oberstufenklassen einführen.

Bild: pd

(red/pd) Auf den Sommer 2020 plante die Oberstufe Mittelrheintal mit den ersten Oberstufenklassen die Einführung von IT-unterstütztem Unterricht. Im Sommer 2022 hätte die Einführung des IT-Werkzeugs abgeschlossen sein sollen. Plötzlich kam alles ganz anders, heisst es in einer Mitteilung der OMR.

Am späten Freitag vorletzter Woche wurden alle Schulen informiert, dass ab dem folgenden Montag kein Präsenzunterricht mehr stattfinden darf. Am Montagabend, direkt nach dem Beschluss des Bundesrates, musste die OMR ihre Bürgerversammlung absagen. Am letzten Donnerstag starteten die Lehrpersonen mit einem Homeschooling, nachdem dieses intensiv vorbereitet wurde. Seit dieser Woche arbeiten die Oberstufenschüler gemäss dem aktuell geltenden Spezialplan online.

Alles ging Schlag auf Schlag, die Ereignisse überschlugen sich, ja sie tun es immer noch.

Urnenabstimmung statt Bürgerversammlung

In Anbetracht der Lage, die eine Durchführung der Schulbürgerversammlung nicht zulässt, und weil eine Durchführung in der vorgegebenen Frist unwahrscheinlich ist, ordnet der Schulrat an, in einer Urnenabstimmung über die unaufschiebbaren Geschäfte abzustimmen.

Es ist die Absicht des Schulrats, die Schulbürgerinnen und Schulbürger der OMR zu informieren, dass über die Geschäfte am Abstimmungstermin vom Sonntag, 17. Mai, befunden werden sollte. Doch noch während des Verfassens dieses Artikels wurde die OMR von der Information überrascht, dass dieser gesamtschweizerische Termin gestrichen wurde.

Mangels Alternativen und in Anbetracht der Dringlichkeit entschied der Schulrat, die Abstimmung doch am 17. Mai durchzuführen. Es wird nur eine briefliche Stimmabgabe möglich sein.

Fehlende Tablets werden jetzt schon angeschafft

Die Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen arbeiten beim «Distance Schooling» an Computern, Laptops, Tablets oder Handys. Selbstverständlich leisten auch Schulbücher ihren Beitrag zum Lernerfolg. Der Aufwand, diese Art von Unterricht ad hoc einzurichten, war und ist riesig. Der Lerneffekt daraus ist jedoch für alle vielfältig und sehr wertvoll. Nach dem Abschluss des Notunterrichts sollen die positiven Erkenntnisse unverzüglich in den Unterricht einfliessen. Dies ist nur möglich, wenn die dazu nötigen IT-Mittel zur Verfügung stehen, was gemäss der aus 2019 stammenden Planung aber erst im Sommer 2022 der Fall sein würde.

Darum beschloss der Schulrat, die fehlenden Tablets nicht wie geplant in drei Tranchen einzuführen, sondern für die Schüler aller drei Oberstufenjahre gleichzeitig. «Dies bringt die OMR einen grossen Schritt weiter, denn wir können das vor allem in den letzten Tagen und Wochen erworbene Wissen nach der Krise in den normalen Unterricht einfliessen lassen. Die Lehrpersonen sind der neuen Situation mit grossem Einsatz und viel Motivation begegnet, den Schwung wollen wir mitnehmen.», sagt Ivo Riedi, Schulpräsident der OMR. Die Schulbürger können am 17. Mai darüber brieflich abstimmen.

C-Trakt: OMR hat die Kosten im Griff

Seit Sommer 2019 wird im neuen C-Trakt unterrichtet. Alle fühlen sich im neuen Schulgebäude wohl. Auch von der Öffentlichkeit waren bislang nur positive Reaktionen zum Neubau zu vernehmen. Zurzeit laufen Garantiearbeiten und bald wird die letzte Etappe, der Bau der Fahrradunterstände, in Angriff genommen.

Aus Sicht aller Steuerzahler und des Schulrats ist «erwähnenswert und sehr erfreulich zugleich», wie die OMR schreibt, dass sich die Kosten innerhalb des Budgets bewegen. Es dürfe gemäss Prognose des Architekten von einer Punktlandung ausgegangen werden.