Ali Yavuz: «Mit <Larifari> bleibt der Erfolg aus»

Der Knaller in der Winterpause war der freiwillige Abgang von Trainer Ali Yavuz beim 2.-Liga-Leader Montlingen. Ein Versuch, einen unverständlichen Trainerwechsel zu erklären.

Yves Solenthaler
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Kein Sesselkleber: Ali Yavuz. (Bild: ys)

Kein Sesselkleber: Ali Yavuz. (Bild: ys)

Der FC Montlingen im Sommer 2012: Acht Siege in Serie, nur zwei Niederlagen in der Vorrunde und Tabellenführer.

Eigene Montlinger Gesetze

Der Erfolg gibt dem Trainer recht – ein Fussballgesetz, das in Montlingen offenbar nicht gilt.

Was ist geschehen? Ein paar Wochen nach dem Rücktritt erklärt Ali Yavuz, weshalb es aus seiner Sicht zur Trennung gekommen ist.

«In der Mannschaft herrschte riesige Unruhe, als ich vor einem Jahr die Trainerstelle angetreten habe», sagt der frühere A-Juniorentrainer der Kolbensteiner. Auch durch Entlassungen von Spielern ist es Yavuz vorläufig gelungen, das Gefüge zu stabilisieren. «Am Schluss hatte ich aber den Eindruck, dass die Gräben wieder aufgerissen wurden.»

Das Resultat war eine unbefriedigende Vorbereitung, für den Trainer war es gar frustrierend: «Im Januar begrüsste ich jeweils zwischen sechs und acht Spieler zum Training.» Bei den Laufeinheiten sei er, 41-jährig, jeweils der Zweitvorderste gewesen: «Die meisten anderen trotteten hinterher.»

Yavuz sagt, er habe alles versucht, die Mannschaft wieder mitzureissen, während der Fasnacht hat er den Spielern sogar zwei Wochen freigegeben («dabei weiss ich nicht mal, was Fasnacht ist»). Als er keine Fortschritte erkannte, redete er den Spielern vor der Fasnachts-Pause laut ins Gewissen. Er sagte: «Ich will von jedem ein Bekenntnis zu unseren Zielen hören. Im ersten Training nach der Fasnacht werde ich die Vertrauensfrage stellen.»

Trainer wollte Bekenntnis hören

Präsident Norbert Pfister sagt: «Dieses Vorgehen war ein Fehler – wenn schon hätte er das mit dem Vorstand besprechen müssen.» Yavuz entgegnet: «Ich bin Präsident Pfister und Sportchef Willi Lüchinger dankbar für die Chance, die ich erhalten habe. Am Schluss fehlte mir aber die Unterstützung.» Dabei spricht Yavuz den Umstand an, dass das Kader mit 19 Spielern, die teilweise im Schichtbetrieb arbeiten, sehr knapp sei – und vom Verein nichts dagegen unternommen wurde. «Unterstützung hängt auch davon ab, ob man danach fragt», sagt Pfister. Was das Kader betrifft, sei der finanzielle Spielraum ausgereizt.

Wie angekündigt, stellte Yavuz im ersten Training nach der Pause die Vertrauensfrage: «Sechs Spieler – darunter erschreckenderweise die meisten Führungsspieler – rangen sich nicht zu einem Bekenntnis durch.» Yavuz sagte: «Tschüss, das wars!» Er knallte die Türe zu und informierte am nächsten Tag den Vorstand.

Seither hatte er nur noch mit zwei Spielern Kontakt (Remo Eicher und Michael Kehl). «Ich hätte den Vertrag absitzen können», sagt Yavuz. Das sei aber nicht seine Art: «Ich will Erfolg haben – mit <Larifari> im Training geht das nicht.»

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