Alarmübung im Bahnhof-Tunnel

WALZENHAUSEN. Im Bahnhof-Tunnel der Rheineck-Walzenhausen-Bahn übte die Feuerwehr Walzenhausen am Montag den Ernstfall eines Tunnelbrandes. Der steile Zustieg erwies sich dabei als Knackpunkt.

Karin Steffen
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Der Entraucher wird vor dem Tunneleingang in Stellung gebracht.

Der Entraucher wird vor dem Tunneleingang in Stellung gebracht.

Rauch tritt aus dem Bahnhof Walzenhausen und dem unteren Ende des Tunnels aus. Die Feuerwehrleute rücken von unten vor. Sie schleppen den schweren Entraucher, eine Art Ventilator, halb rennend, halb stolpernd über das steile Wiesenbord und die Gleise zum Tunneleingang. Im Zug und im Bahnhof befinden sich 15 Passagiere. Es ist heiss und die Männer schwitzen und keuchen – es zählt jede Minute. Bis die Passagiere, meist Kinder und ältere Menschen, gerettet werden können, vergehen rund 32 Minuten. Unter diesen erschwerten Bedingungen sei das eine gute Zeit, lobt der Feuerwehrinstruktor Robert Fässler an der Schlussbesprechung.

Gute Zusammenarbeit

An der Übung beteiligt waren nebst der Feuerwehr auch die Kantonspolizei und der Ausserrhoder Rettungsdienst. Unterstützt wurden diese vom Gemeindeführungsstab Walzenhausen unter der Leitung von Kantons- und Gemeinderat Peter Gut und den Appenzeller Bahnen. Hauptziel der Übung sei es gewesen, die Zusammenarbeit des Gemeindeführungsstabes mit den Blaulichtorganisationen zu stärken, sagte Roger Rüesch, Übungsleiter der Feuerwehr. Bei Ereignissen in grösserem Ausmass hält der Gemeindeführungsstab der Einsatzleitung den Rücken frei. Der Stab fungiert als Anlaufstelle für die Bevölkerung und Medien oder tätigt weitere logistische Abklärungen.

Probleme mit IES

Das seit letztem Jahr im Einsatz stehende IES (Informations- und Einsatzsystem), mit dem Verletzte erfasst und bei Bedarf weitergeleitet werden, funktionierte nicht zufriedenstellend. Welche Gründe dazu führten, konnte René Frei, Leiter des Rettungsdienstes, an diesem Abend nicht abschliessend erklären.

Wie Detlev Eberhard, Leiter der Koordinationsstelle für Bevölkerungsschutz, anderntags informierte, funktioniere das System wieder fehlerfrei. Die Informatikprobleme hinderten den Sanitätszug jedoch nicht daran, professionell und schnell zu arbeiten.

Der als Gast anwesende Landammann Hans Diem zeigte sich erfreut über die erfolgreiche Rettung und unterstrich, dass bei solchen kombinierten Übungen die meisten Erkenntnisse gewonnen werden können.

Der Zustieg im steilen Gelände erschwerte die Rettungsübung. (Bilder: Karin Steffen)

Der Zustieg im steilen Gelände erschwerte die Rettungsübung. (Bilder: Karin Steffen)

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