Abstieg zum Abschied

Die «enorme Bedeutung» des Heimspiels hob Speaker Roland Stähli hervor, und erklärte den spärlich erschienenen Zuschauern (auch die willkommen geheissenen Fans von Linth 04 waren nicht auszumachen) den Tabellenstand.

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Die «enorme Bedeutung» des Heimspiels hob Speaker Roland Stähli hervor, und erklärte den spärlich erschienenen Zuschauern (auch die willkommen geheissenen Fans von Linth 04 waren nicht auszumachen) den Tabellenstand.

Optimismus war ein rares Gut; es roch schon vor dem Spiel nach einem Abstieg der Rheininsler. Zuletzt entscheidende Spieler wie Roger Meyer, Antonio Paglianiti und Egzon Brahimaj fehlten gesperrt oder verletzt. Selbst ein Sieg hätte das Zittern nur um eine Woche verlängert, und bei jedem anderen Resultat musste man mit dem Gang in die 2. Liga regional rechnen. Das taten auch die Spieler, als der Schiedsrichter die Partie beendete. Noch in Unkenntnis des Spielausgangs in Seuzach, warfen sie sich enttäuscht auf den Boden und schlurften leeren Blickes vom Platz. Wenig später überbrachte Stähli die Botschaft: «Seuzach hat gegen Töss 1:0 gewonnen.» Den Abstieg besiegelt hat eine Niederlage gegen Linth, gegen das sich Diepoldsau-Schmitter vor einem Jahr in der letzten Runde gerettet hatte.

Knackpunkt Seuzach-Spiel

Entscheidend war aber die Niederlage gegen den direkten Konkurrenten Seuzach vor zwei Wochen: Mit einem Sieg hätte man die Winterthurer damals um sechs Punkte distanziert, was wohl die Entscheidung im Abstiegskampf gewesen wäre. «Dort haben wir den Ligaerhalt vergeben», sagt nicht nur Präsident Leo Kuster: «Aber der Abstieg kann auch eine Chance sein: Wir können vermehrt wieder eigene Spieler ins Team einbauen. Ich höre im Dorf oft: <Mann kennt ja niemanden von den Spielern.>»

«Das Positive sehe ich im Moment nicht», sagte der scheidende Sportchef Edwin Meyer kurz nach dem Match enttäuscht: «Unsere Defensive war stabil, aber wir schossen zu wenig Tore.» Diepoldsau stellt nach Anzahl Gegentoren die viertstärkste Abwehr der Liga, weniger Tore erzielt hat aber nur Mitabsteiger Bazenheid.

«Wir nutzten die Chancen nicht konsequent, auch heute», sagte Trainer Roman Hafner, «kurz nach der Pause hätten wir das 2:1 erzielen müssen – dann wäre das Spiel ganz anders gelaufen.» Der Trainer, seit sechs Jahren in Diepoldsau, bleibt auch eine Liga tiefer. Und der neue Sportchef Martin Frei, der diese Position gemeinsam mit Bobby Spirig einnimmt, sagt: «Wir sind nicht untätig gewesen. Diepoldsau wird eine konkurrenzfähige Mannschaft stellen.»

Vier Jahre Interregio

Den weiteren Werdegang des FC Diepoldsau-Schmitter von aussen betrachten wird Edwin Meyer. Der langjährige Sportchef hätte einen schöneren Abschied verdient. Er war die treibende Kraft dahinter, dass Diepoldsau – bis vor sieben Jahren noch ein Drittligist – während vier Saisons in der 2. Liga interregional mitspielen durfte. Meyers Schlusswort zum Abstieg: «Sicher sprach die Konstellation des Spielplans gegen uns. Ich erinnere mich auch an Spiele, in denen wir Punkte liegen liessen. Aber die Tabelle lügt nicht: Wir waren das Bisschen zu wenig gut, um den Ligaerhalt zu schaffen.»

Yves Solenthaler

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