Abschied von der Fahne

ALTSTÄTTEN. Am Donnerstag haben 58 Angehörige der Armee aus dem Rheintal, Werdenberg und Sarganserland im würdig gestalteten Akt Abschied von der aktiven Wehrpflicht genommen.

René Jann
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Ein letzter Gruss gilt der Fahne. (Bild: René Jann)

Ein letzter Gruss gilt der Fahne. (Bild: René Jann)

ALTSTÄTTEN. Nach der musikalischen Einleitung vom ad hoc für die Feier zusammengestellten Entlassungsspiel Rheintal, unter der Leitung von Spielführer Oblt Christian Speck aus St. Margrethen, begrüsste Kreiskommandant Maj Andreas Schwarz die per Ende Jahr aus der Armee ausscheidenden Unteroffiziere, Gefreiten und Soldaten zur Entlassungsfeier im «Sonnen»-Saal. Noch einmal wurde in Achtungstellung das Detachement gemeldet und zum feierlich intonierten Fahnenmarsch die von Hauptfeldweibel Stefan Hutter vorbei getragene Fahne gegrüsst. Damit wurde wohl auch von einem bewegten Lebensabschnitt Abschied genommen.

Bleibende Erinnerungen

Mit dem Zeremoniell wurden Erinnerungen geweckt. So biete sich während der aktiven Militärdienstzeit kaum eine andere Gelegenheit, so viele Menschen und Regionen, vor allem aber auch sich selber, kennenzulernen, sagte Brigadier Heinz Niederberger in der Grussbotschaft der Armee.

Niederberger rief die in der Armee «frisch Pensionierten» auf, die Jugend für den Dienst in der Armee und damit für den Dienst zur Sicherheit und Stabilität im Land zu motivieren. Mit Blick auf die Geschehnisse seit ihrem Eintritt in die Armee bis zu den jüngsten Ereignissen, geprägt von Terror und Konflikten, brauche es auch in Zukunft eine bestens ausgebildete und gut ausgerüstete Schweizer Armee. Dafür müsse deren Qualität stets verbessert werden. Die Sicherheit sei die Basis für Stabilität, die für das Gedeihen einer gesunden Wirtschaft und des damit verbundenen Wohlstands verantwortlich sei. Brigadier Heinz Niederberger dankte den aus der Wehrdienstpflicht Entlassenen für deren Engagement und treue Pflichterfüllung gegenüber dem Staat. Künftig gelte es, mit gesundem Augenmass zuschauen und Entscheidungen für Erneuerungen mitzutragen. «Unsere Miliz ist die Grundlage für das Erfolgsmodell Schweiz.»

Armeereform mittragen

Auch Regierungsrat Fredy Fässler würdigte und verdankte das Engagement der nun in den militärischen Ruhestand Übertretenden. Sie hätten Probleme angepackt und zu deren Lösungen beigetragen.

Fässler appellierte an sie, als verantwortungsbewusste Bürger die Armeereform mitzutragen. Sie dürfe nicht verantwortungslos blockiert werden. Der St. Galler Militärdirektor ermunterte dazu, die Erfahrungen und das persönliche Wissen in die Diskussionen über die Armee mit einzubringen.

Mit Fokus auf die Bedrohung von morgen seien die Weichen heute schon zu stellen. Mit der Weiterentwicklung der Armee würden notwendige Verbesserungen in der Kaderausbildung, Ausrüstung und Bereitschaft umgesetzt. Die Armee soll die Freiheit und die Unabhängigkeit der Gemeinschaft gewährleisten.

Mit Blick auf die momentanen Krisenherde und das Gebaren der IS mit all ihren Greueltaten und Verbrechen gegen die Menschlichkeit dürfe man sich auch hier nicht in Sicherheit wiegen. Vielmehr müsse die Sicherheit tagtäglich neu geschaffen werden. «Wir stehen vor grossen Herausforderungen», sagte Fässler.

Der Ausserrhoder Kabarettist Willi Näf lockerte die Feier mit träfem Witz auf. Mit der Landeshymne wurde die würdig gestaltete Feier zu Ehren der Abtretenden abgeschlossen. Nach dem nochmaligen Vorbeimarsch der Fahne und dem obligaten Zapfenstreich hiess es: «Abtreten!»