Unteres Rheintal
Abschied aus dem Vorstand des Bäuerlingen Vereinigung: Zwei Urgesteine gehen

Die Bäuerliche Vereinigung unteres Rheintal ehrte zwei abtretende Vorstandsmitglieder.

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Kurt Rohner (vorne, 2. v.l.) und Peter Kuster (vorne, 3. v.l.).

Kurt Rohner (vorne, 2. v.l.) und Peter Kuster (vorne, 3. v.l.).

Über 50 Mitglieder der Bäuer­lichen Vereinigung unteres Rheintal haben sich auf dem Betrieb von Christian Eugster in Au zur jährlichen Hauptversammlung getroffen. Ein wichtiges Traktandum des Abends war die Verabschiedung zweier Urgesteine in der Vorstandsarbeit der Vereinigung, die aktuell rund 120 Mitglieder zählt.

Präsident Peter Kuster aus Diepoldsau ist seit 1984 Mitglied des Vorstandes. 1996 trat der damals amtierende Präsident Jakob Ritz aus Balgach zurück und Kuster übernahm das Amt nach einstimmiger Wahl. Nach 25 Jahren als Präsident übergibt Peter Kuster sein Amt nun in jüngere Hände. Christian Eugster wurde von den Anwesenden einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt. «In seiner Zeit als Präsident hat sich die Landwirtschaft gewandelt – und Peter Kuster hat dabei Höhen und Tiefen erlebt», sagte Peter Nüesch, Präsident des kantonalen Bauernverbandes, bei der Verabschiedung. Peter Kuster sei in seiner Vorstandszeit in vielen Gremien tätig gewesen, das wichtigste sei seit 2014 sicherlich das Mandat als Kantonsrat. «Peter Kuster hat seine Meinung immer und überall vertreten. Er hat viele kritische Voten eingebracht und auch als Botschafter für die Landwirtschaft agiert», so Nüesch.

Für die Bauern bis nach Wien

Auch das zweite Urgestein des Vorstandes gibt seinen Rücktritt. Kurt Rohner, ebenfalls aus Diepoldsau, war 21 Jahre im Vorstand der Bäuerlichen Vereinigung unteres Rheintal. Er übergibt sein Amt seinem Sohn Hanspeter Rohner, der ebenfalls einstimmig gewählt wurde. Kurt Rohner ist in der Region in Landwirtschaftskreisen bekannt, vor allem seit er im Jahr 1992 trotz Flugangst nach Wien reiste, um dort gegen das Verbot der Gülleausbringung durch Schweizer Bauern in Österreich zu kämpfen. «Kurt Rohner war ein kritischer Mitdenker und hat uns Junge oft auf den Boden der Realität zurückgeholt», sagt Peter Nüesch. Rohner selbst hatte einiges aus seinen bewegten Vorstandsjahren zu erzählen. Dabei machte er vor allem auf die Un­terschiede in der Landwirtschaft zwischen der Schweiz und dem EU-Raum aufmerksam. Seine Anekdoten reichten von tierschutzunwürdigen Zuständen bei der französischen Kapaun- Mast (kastrierte Hähne) bis hin zum fragwürdigen Einsatz von Spritzmitteln bei den Tiroler Erdbeeren.

Investitionen stehen bevor

Sowohl der abtretende Präsident Peter Kuster als auch der Präsident des Bauernverbandes Peter Nüesch erwähnten in ihren Beiträgen die aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft. Dies seien das kommende Schleppschlauch-Obligatorium zur emissionsarmen Ausbringung von Gülle, das am 1. Januar 2022 in Kraft tritt und für Landwirte grosse Investitionen bedeute. Sie müssen ihre Güllefässer nachrüsten. Weiter kam der Wolf zur Sprache, der sich rasch vermehre und auf den Alpen Schäden anrichte. Beide Redner kamen auch auf die Abstimmungen über die Pestizidinitiativen vom 13. Juni zurück. «Die Mobilisation der Bauernfamilien brachte den Erfolg, obwohl die Umfragen alles andere als positiv für uns waren», sagte Kuster. Damit sei aber noch nicht alles vom Tisch. Da sei immer noch eine parlamentarische Initiative mit dem Ziel, das Risiko des Pestizideinsatzes um 30 Prozent zu verringern. (pd)

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