Abraham – ein Vorbild für den Jahreswechsel

An Silvester und Neujahr denke ich an Abraham. Zwar wird heute vieles gleich bleiben. Die gleiche Arbeit, die gleichen Menschen um uns herum, die gleichen kleinen Freuden zwischendurch und manchmal die gleichen Müdigkeiten und Angewohnheiten.

Reinhard Paulzen Pfarreibeauftragter In Heerbrugg
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An Silvester und Neujahr denke ich an Abraham. Zwar wird heute vieles gleich bleiben. Die gleiche Arbeit, die gleichen Menschen um uns herum, die gleichen kleinen Freuden zwischendurch und manchmal die gleichen Müdigkeiten und Angewohnheiten. Aber trotzdem ist Abraham in der Bibel die Gestalt des grossen Neuanfangs, des Aufbrechens. Vieles wird heute gleich weitergehen – aber wir wissen nicht, was alles auf uns wartet im Jahr 2016?

Ich möchte gerne an Abraham denken zum Jahreswechsel, weil er mutig auf das Neue zugegangen ist. Weil er aufgebrochen ist. Abraham versteht das, was vor ihm liegt, als Chance und als Geschenk Gottes. Er hört geradezu den Ruf und die Stimme Gottes: «Zieh weg aus deinem Land in das Land, das ich dir zeigen werde.» Völlig unbekanntes Land! Er hat keine Ahnung, wie es dort aussehen wird, nicht einmal die Richtung ist klar. Nur: Gott wird es zeigen. Gott führt ihn. So wie Gott uns heute je an unserem Ort den Weg in das Unbekannte, in das neue Jahr zeigt und uns führt in das Jahr 2016 hinein.

Damals hiess er noch Abram, aber er war schon 75 Jahre alt. Es ist nie zu spät zum Aufbrechen und neu Anfangen. Besser spät als nie. Ich muss ja nicht alles ändern im neuen Jahr. Nicht einmal die Hälfte! Aber an einigen Stellen noch mal etwas ändern und neu anfangen, das möchte ich.

Abraham hat das Neue gestaltet. Er ist aktiv damit umgegangen, ist nicht passiv und träge oder ängstlich hocken geblieben. Er hat nicht Nein gesagt, als er für das Neue gerufen worden ist.

Wie viele Male sind wir in unserer Vergangenheit schon mit guten Vorsätzen gestartet und dann wieder stecken geblieben; aufgebrochen und dann wieder in die alten Muster zurückgefallen. Von solchen Erfahrungen will ich mich nicht gefangen nehmen lassen. Versuchen wir es wieder neu! Brechen wir auf! Da und dort! Auch der grosse Weg fängt mit kleinen Schritten an. Wolf Biermann hat gesagt: «Nur wer sich verändert, bleibt sich treu.»

An Abraham sehen wir: Gott segnet unsere Neu-Anfänge und unsere Aufbrüche. «Ich werde dich segnen und deinen Namen gross machen.» Das ist Gottes Zusage auch für uns. Sein Versprechen betrifft auch die Menschen um uns herum: «Ich will segnen, die dich segnen» und sogar:

Du sollst ein Segen sein für die anderen, durch dich sollen die anderen gesegnet sein. Wenn mir das gelingt, da und dort, dann freue ich mich jetzt schon darauf!

Wenn uns das gelingt, dann lohnt es sich, das neue Jahr zu feiern. Prosit Neujahr! Aufbrechen mit Gottes Segen! Lasst die Gläser klingen!

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