Abdoskis Torfestival

In einem guten und abwechslungsreichen Spiel konnte Widnau den Tabellenersten FC Kosova auf eigenem Rasen verdient 5:3 besiegen. Stürmer Abdoski startete mit einem Hattrick. Widnau – Kosova 5:3 (3:0)

Gerhard Huber
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Hattrick-Torschütze Abdoski in seiner unnachahmlichen Art. (Bild: Ulrike Huber)

Hattrick-Torschütze Abdoski in seiner unnachahmlichen Art. (Bild: Ulrike Huber)

Diesmal fand man nach dem Spiel einen entspannten und gut gelaunten Widnau-Trainer Misko Rankovic vor. Zu Recht, hatten doch seine Jungs in einem teils furiosen Match den aktuellen Tabellenführer gleich mit 5:3 besiegt. «Ich bin stolz auf meine Spieler», so Rankovic, «sie hatten den starken Gegner bis auf eine kurze Zeit in der zweiten Halbzeit immer im Griff.»

Strategisch-taktische Partie

Tatsächlich waren die Widnauer zwar zu keiner Zeit wirklich spielbeherrschend, zogen aber den Zürcher Kosovaren mit ihrer geduldigen, routinierten, ja manchmal beinahe behäbigen Spielweise den Zahn. Es entwickelte sich zunächst eine strategisch-taktische Partie, bei der sich die Teams gegenseitig neutralisierten. Die Gäste aus Zürich kamen nur zu wenigen Chancen. Wenn doch, fanden die Kosovaren mit Widnau-Goalie Frei ihren Meister, wie bei einem Flachschuss von Kabashi oder einem Freistoss von Hotnjani, die von Frei prächtig pariert wurden.

Die Rankovic-Schützlinge wurden Mitte der ersten Halbzeit stärker. In der 29. Minute schlenzte Lüchinger den Ball von halblinks vor das gegnerische Tor. Dieser wurde von Freund und Feind verpasst, nur Abdoski stand richtig am langen Eck und staubte zur 1:0-Führung ab. Derselbe Abdoski packte knapp zehn Minuten später erneut seinen Torinstinkt aus. Maliqi hatte Yorük im Tor der Kosovaren angeschossen. Der Ball prallte ab, Abdoski stand wieder goldrichtig und lochte ins linke Eck ein. Diesmal vergingen nur noch vier Minuten, bis Bujar Thaqi einen schönen Ball direkt auf den Fuss des mitten im Strafraum agierenden Stürmers zirkelte. Dieser konnte von Innenverteidiger Ljimani nur noch mit einem Foul am Torschuss gehindert werden. Den fälligen Elfmeter verwertete Abdoski selbst und erzielte damit sowohl einen Hattrick, als auch die 3:0-Führung.

Kosova versuchte nach der Pause, das Kommando zu übernehmen, die Aegeten-Kicker liessen ihren Gegner aber nicht ins Spiel kommen, so dass vorläufig ein Lattentreffer durch Hasani die einzige Ausbeute der Gäste blieb. Die Widnauer erhöhten nach einer guten Stunde auf 4:0. Der an diesem Tag grossartig spielende Nüesch ersprintete einen langen Ball und legte von der Linie ideal zu Bösch auf. Der gross gewachsene Fussballfeinmechaniker nutzte diese Chance sicher und verwertete gegen die Laufbewegung von Goalie Yorük sicher.

Nach einem Doppelschlag innert zweier Minuten Mitte der zweiten Halbzeit witterten die Gäste noch eine Chance, die Partie zu drehen. Shkiperim und Zahir hatten kurz nacheinander Widnau-Goalie Frei keine Chance gelassen. In der 76. Minute sorgte Bösch für die endgültige Entscheidung, als er nach einem Eckball von Maliqi, der vom Tormann verfehlt wurde, per Kopf zur 5:2-Führung verwertete. Das schöne Tor des Kosovaren Zahir zum 5:3 war nur noch Kosmetik.

Kompaktes Team

Widnau agierte kompakt und kraftvoll und wies an diesem Tag keine Schwachstelle auf. Wie immer gegen einen guten Gegner wurde stark gespielt. Es läuft immer dann auf der Aegeten, wenn die Heimischen nicht selbst das Spiel machen müssten. Daher darf man sich schon auf kommenden Sonntag freuen. Dann treffen sie auf den FC Kreuzlingen, in der Tabelle nur drei Punkte vor den Widnauern auf Platz vier gelegen.

2. LIGA INTER, GRUPPE 6

Aegeten – 570 Zuschauer – SR: D. Nevistic.

Tore: 29./38./42. Abdoski 1:0/2:0/3:0; 64. Bösch 4:0, 70. Shqiperim 4:1, 72. Zahir 4:2, 76. Bösch 5:2, 90. Zahir 5:3.

Widnau: Frei; Bujar Thaqi, Diego Liechti, Aggeler, Kuster; Lüchinger, Bösch, Jevtic (85. D. Faleschini), Maliqi; Nüesch (92. Jan Liechti), Abdoski (89. Rankovic).

Kosova: Yorük; Shpetim (62. Zahir), Ljimani, Jakupi, E. Thaqi (46. Shqiperim); Hotnjani, Gashi, Lazri, Hasani; Shala (69. Avdija), Kabashi.

Gelbe Karten: 42. Ljimani, 72. Maliqi.

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