Ab Januar wird der Damm saniert

AU/ST.MARGRETHEN. Das Genehmigungsverfahren für die Dammsanierung zwischen Au und St. Margrethen ist abgeschlossen. Die Internationale Rheinregulierung (IRR) gibt grünes Licht für den Einbau von sogenannten Schmaldichtwänden.

Kurt Latzer
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Für Interessierte erstellt die Internationale Rheinregulierung an der Baustelle am Damm eine Informationstafel. (Bild: pd)

Für Interessierte erstellt die Internationale Rheinregulierung an der Baustelle am Damm eine Informationstafel. (Bild: pd)

AU/ST. MARGRETHEN. Gegen die Projekte dies- und jenseits des Rheins hat es keine Einsprachen gegeben. Deshalb ist bei der Umsetzung der Dammsanierung mit keinen Verzögerungen zu rechnen. Daniel Dietsche, Schweizer Rheinbauleiter: «Neben der Planauflage haben wir weitere Randbedingungen wie zum Beispiel das Wetter, das allenfalls eine Verzögerung verursachen kann.»

Weitere Massnahmen nötig

Der Einbau der Dichtwände zwischen Au und St. Margrethen beginnt am 11. Januar. «Die Arbeiten in Österreich sind bereits am 23. November erfolgt. Beim Illspitz (Gemeinde Meiningen) werden die ersten 500 Meter Dichtwände eingebaut», sagt Daniel Dietsche. Weitere dieser Massnahmen folgen im Bereich der Zollbrücke in Au, beim Rheinunternehmen in Widnau (unmittelbar beim Rhybähnli-Kreisel) und im rechten Widerlagerbereich bei der Rietbrücke in Diepoldsau. Diese Arbeiten wolle man nach der Dammsanierung im Abschnitt Au–St. Margrethen in Angriff nehmen. In nächster Zeit wird für Interessierte auf dem Damm eine Infotafel errichtet.

Grundwasser nicht tangiert

Wie muss man sich diese speziellen Wände vorstellen? «Wir bauen die Dichtwände ausschliesslich bis in die Überschwemmungs-Sedimente oder Deckschichten ein. Auf diesen Schichten steht der Damm. Darunter befindet sich der durchlässige Rheinschotter, in dem das Grundwasser zirkuliert», sagt der Rheinbauleiter. Dieser Strom werde nicht tangiert. Die Wände verhindern das Durchsickern oder das Durchströmen des Hochwasserdamms. Sie bewirken eine Verlängerung der Sickerwege des Wassers im Dammkörper. Dadurch reduziert sich der Strömungsdruck auf der Luftseite des Dammes. Dietsche: «Gefährliche Austritte von Sickerwasser am Fuss des Dammes treten nicht auf und der Damm bleibt somit standfest und stabil.»

Hätte man die Wände auch einbauen müssen, wenn das Projekt Rhesi bereits umgesetzt wäre? «Die Dämme wären dann mit Rhesi umgebaut oder saniert worden. Dank Rhesi und den umfangreichen geotechnischen Untersuchungen, die in diesem Zusammenhang ausgeführt wurden, hat man diese Defizite überhaupt erst erkannt.»

Besserer Schutz nötig

Hält der Hochwasserdamm nach der Sanierung über längere Zeit dem Druck Stand, der bei einer Wassermenge von 3100 Kubikmetern pro Sekunde herrscht? Daniel Dietsche: «Die Sicherheit der Dämme wird dank der Dichtwände deutlich erhöht. Und sie sollten einem Jahrhunderthochwasser standhalten.» Mit den Sofortmassnahmen an den Dämmen sei zwar das heutige Schutzziel von 3100 m3/s zu halten, aber damit sei das Sicherheitsniveau nicht auf den Oberlauf des Alpenrheins abgestimmt. «Eine Erhöhung der Abflusskapazität auf mindestens 4300 m3/s, wie es das Hochwasserschutzprojekt Rhesi vorsieht, ist deshalb auch nach den aktuellen Sicherungsmassnahmen nötig», sagt Dietsche. Die beiden Rheinbauleiter müssten zudem immer damit rechnen, dass bei einem Hochwasser in gewissen Abschnitten nicht vorhersehbare Schadstellen an Dämmen auftreten können.

Interventionspisten wichtig

«Darum bauen wir ja die Interventionspisten entlang des Dammfusses, zum Beispiel am unteren Rheinspitz in Diepoldsau und im Bereich des Rastplatzes Kriessern», sagt der Schweizer Rheinbauleiter.

Über die Pisten könne man bei starkem Durchsickern von Wasser an den Schutzbauten jederzeit schwere Baumaschinen zum Beheben der Schäden einsetzen. Daniel Dietsche: «Diese Arbeiten an den Pisten werden uns die kommenden drei bis fünf Jahre beschäftigen. Und auch danach müssen wir das Verhalten der Schutzbauten bei Hochwasser zusammen mit den Wasserwehren gut beobachten und allenfalls intervenieren.»

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