«A Riesengaudi» in der Eishalle

Mit einem schnellen Wechsel von bunten Gruppennummern und herausragenden Solovorführungen begeisterte die «Show on Ice» das zahlreich erschienene Publikum. Der Mix aus beliebten Schlagern kam bei Jung und Alt gut an.

Maya Seiler
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Eingeladen von den 200 Läuferinnen und Läufern des Eislaufvereins Mittelrheintal liessen sich die Zuschauer auf den fast ausverkauften Rängen mitreissen von der Frühschoppen-Stimmung der diesjährigen Show. Weisswürste und Brezeln, Lederhosen und Dirndl, auf dem Eis eine Alphütte mit grosser Holzbeige unter den Fenstern, unterstrichen das Ambiente; die «Partyhelden» lieferten den passenden Sound zur Eis-Hüttengaudi.

Alle Niveaus zeigten ihr Können

Dass alle einmal klein angefangen haben, kann man bei den Leistungen der Spitzenläufer kaum mehr glauben. Aber genau das macht die besondere Faszination der Widnauer Show on Ice aus: Man erlebt hautnah alle Niveaus vom kleinsten Anfänger bis zur Teilnehmerin an internationalen Wettkämpfen. Die Schwierigkeiten gehen vom Dreiersprung der Erst-Stern-Läufer über den Doppelaxel der Vereinsmeisterin Romana Kaiser bis zum Dreifachen des italienischen Gaststars Paolo Bacchini. Wie die ersten Schritte aussehen, zeigten die Eiskindergärtler als niedliche Eisbären. Zum Fan-Song des Berliner Hockeyclubs «Hey, wir woll'n die Eisbär'n sehn» machten sie Bekanntschaft mit dem Scheinwerferlicht. Den Schlager vom knallroten Gummiboot interpretierte Silber-Läuferin Aline Buschor mitten unter den Kunstlauf-Anfängern. In einen Traum versetzte der Auftritt der Viert-Stern- und Interbronze-Läuferinnen, welche in silbrig-schwarzen Glitzerkostümen «atemlos» durch die Nacht glitten. Zur Strandparty am Karneval von Rio ging es mit «Samba do Brasil»: Die zehn Bronze-Girls in Grün-Pink-Gelb brachten die Eishalle mit lateinamerikanischem Schwung zum Kochen.

Beliebte Schlager zum Mitklatschen

Zu einem weiteren Latino-Schlager lief die grosse Schar der Mädchen und Buben mit Zweit- und Drittstern-Niveau. Auch bei ihrem «Mambo No 5» klatschten die Zuschauer im Takt; Sonderapplaus gab es für die Biellmann-Pirouette der ehemaligen Vereinsmeisterin Katrin Bünter.

Eislaufen ist eine Sportart für echte Kerle, das bewiesen die drei Brüderpaare Schafhäutle, Steger und Leupold, zusammen mit den Nachwuchs-Jungs Timon und Lucas, in einer reinen Männernummer. Ihre Mischung aus Kunstlauf-Elementen, Klamauk und Akrobatik – dargeboten in kurzen Lederhosen – machte riesig Spass.

Es «regnete Männer» (It's Raining Men) und Talente, als das EVM-Kader das Eis stürmte: Die zehn clubeigenen Läuferinnen und Läufer vom Intersilber- bis zum Intergold-Niveau beherrschten nicht nur Schlittschuhe, sondern auch Regenschirme in Perfektion.

Seit seinen Anfängen hat der Eislaufverein neben dem Kunstlauf auch den Eistanz gepflegt und viele Tanzauftritte bestritten. Heuer tanzten die Erwachsenen zu «Hulapalu» einen Folklore-Rundtanz und liessen Lorena, 8, und Timon, 10, das jüngste Paar, gleich mitlaufen. Mit ihrer Kür dürfen Alina Klein und Maxim Kobelt in 14 Tagen erstmals an den Schweizer Meisterschaften auf Stufe Jugend teilnehmen. Internationales Niveau hat das Junioren-Paar Marie Louise Leupold und Christof Steger, welche das Publikum mit beiden Wettkampfprogrammen verwöhnten.

Als Vorreiter hat der EVM der jüngsten Kunstlauf-Disziplin Synchronized Skating (SYS) in Widnau zum Durchbruch verholfen. Von der Beginner-Gruppe Ice Bubbles über die Ice Goldies (sie trainieren einmal pro Woche SYS für jedermann) bis zu den beiden Wettkampfteams erlebte man Synchroneislauf auf verschiedenen Niveaus. Ice Spice und Ice Storms erhielten für die präzise ausgeführten Höchstschwierigkeiten ihrer Küren grossen Applaus.

Die Partyhelden verschafften mit einem Mix von populären Schlagern Abwechslung. Ebenso bunt und verschiedenartig waren Kostüme und Choreografien der verschiedenen Gruppen, von der professionellen Beleuchtung ins beste Licht gesetzt.