Auf höchstem Niveau musiziert

Seltene Meisterstücke der Kammermusik begeisterten am Freitag die Besucherinnen und Besucher des alljährlichen Benefizkonzerts in der katholischen Kirche von Berneck.

Gerhard Huber
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Die Musiker des Abends: (vorne von links) Lyonel Schmit, Christoph Brüggemann, David Quiggle, Anna Tyka Nyffenegger und Viturin Döring; hinten links: Daniel del Pino. (Bild: Ulrike Huber)

Die Musiker des Abends: (vorne von links) Lyonel Schmit, Christoph Brüggemann, David Quiggle, Anna Tyka Nyffenegger und Viturin Döring; hinten links: Daniel del Pino. (Bild: Ulrike Huber)

BERNECK. Das Kulturforum Berneck hatte als Veranstalter zu einem ungewöhnlichen Benefiz-Kammermusikkonzert zugunsten der Kinderspitex Ostschweiz geladen. Ermöglicht wurde dieser bereits traditionelle Musikabend durch die Unterstützung der Familie Döring aus Berneck.

Einzigartiger Klangkörper

Ein ungewöhnliches Programm mit wahren Perlen der Kammermusik erwartete die Zuhörer, vorgetragen von hervorragenden Solisten, die sich jährlich für dieses eine Konzert zu einem einzigartigen Klangkörper von Weltklasse vereinigen. Zum Pianisten Daniel del Pino, der seit Jahren die Kammermusikkonzerte in Berneck prägt, gesellten sich die Violinisten Lyonel Schmit und Christoph Brüggemann, Violaspieler David Quiggle und der Bernecker Cellist Viturin Döring. Dieser wurde aufgrund einer kleinen Handverletzung, die ihn an einigen Proben gehindert hatte, im einleitend vorgebrachten Klavierquartett des französischen Komponisten Gabriel Fauré durch die Cellistin Anna Tyka Nyffenegger kongenial vertreten.

Musik in romantischer Tradition

Gabriel Fauré, eine zentrale Künstlerfigur des Fin de siècle in Paris, orientierte sich bei der Komposition seiner Werke stets an romantischen Vorbildern. Gerade das Klavierquartett Nr. 1 in c-Moll, op. 15, ist beispielhaft für seine zugleich zupackende, doch stets elegant, melancholisch, aber niemals depressiv oder aggressiv erscheinende Musik.

Zurückhaltend und doch akzentuiert das Klavierspiel von Daniel del Pino, einfühlsam, harmonisch und mit feiner Akkuratesse die Streicher – das Stück wurde von der ad hoc spielenden Klavierquartettgruppe perfekt interpretiert. Mit dem zeitgenössischen amerikanischen Komponisten Philip Glass, einem der wichtigsten und schaffenskräftigsten Komponisten der Gegenwart und hervorragenden Vertreter der New Age Minimal Music, und dessen Streichquartett Nr. 5 hatten sich die Veranstalter an ein ungewöhnliches, selten gespieltes Stück gewagt.

Dieses Musikstück zitiert den von Glass geprägten hypnotisch-repetitiven Stil, meist auf einfachen Akkorden und Arpeggien beruhend, die in kreisenden Mustern gespielt werden, wobei Atonalität vermieden wird.

Überraschend und aufwühlend

Ein treibendes Cello, geradlinig und schnörkellos die Violinen – einfach gute, tatsächlich aufwühlende Musik, die geeignet ist, die Hörgewohnheiten der sichtlich begeisterten Konzertbesucher zu verändern. Den Abschluss dieses hocherfreulichen Konzertabends bildete dann Antonin Dvoráks bekanntes «amerikanisches Quartett» in F-Dur, op. 96. Und auch bei diesem Stück, wie schon zuvor, bewiesen die von Viturin Döring um sich versammelten Kammermusiker ihre ausserordentliche Klasse, ihre Einfühlsamkeit und ihre perfekte Harmonie.

Das Publikum zeigte seine Anerkennung und Zuneigung durch einen herzlichen, lang andauernden Applaus.

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