50 Stunden Improvisation

ALTSTÄTTEN. Kürzlich wurde das evangelische Kirchgemeindehaus zur Bühne. Junge Erwachsene liessen sich in die Kunst der Theater-Improvisation einführen, fassten Mut und erfuhren Vertrauen.

Mirjam Noser/Severin Mayrhofer
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Von Monstern bedroht: Teilnehmende in einer Improvisations-Szene. (Bild: Mirjam Noser)

Von Monstern bedroht: Teilnehmende in einer Improvisations-Szene. (Bild: Mirjam Noser)

Auch schon einen Vortrag gehalten, ohne ein Wort zu sagen? Auch schon einen Abfalleimer als Telefon benutzt? Am vergangenen Wochenende taten dies rund ein Dutzend junge Erwachsene im Rahmen des 50-Stunden-Theaters im reformierten Kirchgemeindehaus in Altstätten. Unter dem Motto «Au scho probiert uf Wasser z'laufe» lud das Netzwerk Junge Erwachsene der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen, in Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde Altstätten, zum grossen Theater ein.

Verena Goetz, Theaterpädagogin, und Marcel Grissmer, angehender Theaterpädagoge, führten die Teilnehmenden in die Kunst der Improvisation ein. Was am Freitag mit kleinen Übungen und Spielen begann, wuchs sich bis zum Sonntag zu spannenden Improvisations-Stücken aus.

«Steh dazu»

«Es gibt nur das, was du machst und dazu musst du stehen», sagte Verena Goetz wiederholt. Trotz anfänglicher Skepsis einiger Teilnehmer legte sich ihre Aussage wie ein roter Faden durch das ganze Wochenende. Sie gab den Teilnehmenden die Gewissheit, dass es weder richtig noch falsch gibt. Doch im Spiel stets Ja sagen ist nicht immer einfach. Genau dies sei in der Improvisation eine der wichtigsten Regeln. «Wenn dir dein Spielpartner einen Heiratsantrag macht, dann nimm ihn an», so Marcel Grissmer. Dabei geht es natürlich nicht nur um das Ja-Wort, sondern vor allem darum, auf den Partner einzugehen.

Mehr Theater

Neben Anpassungsfähigkeit war Spontanität gefragt. Inmitten einer Szene rief plötzlich jemand «Text», und ein vorgegebener Ausdruck musste sofort in den Wortwechsel eingebaut werden. So bekam die Szene urplötzlich ein völlig neues Gesicht. Das Geplante fiel über Bord und es galt, auf die neue Gegebenheit einzugehen – vorbereiten lohnt sich also nicht. Das ist Improvisation.

Nach 50 Stunden Theater waren sich die Teilnehmenden und die jungen Erwachsenen der Arbeitsgemeinschaft des Netzwerkes einig: Das Projekt, das nun schon zum zweiten Mal stattgefunden hat, soll auf jeden Fall weitergeführt und in Zusammenarbeit mit weiteren Kirchgemeinden umgesetzt werden.

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