50 Rappen pro Kubikmeter teurer

BERNECK. An der Orientierungsversammlung von gestern Abend erörterten die Gemeindepräsidentinnen Margrit Wellinger (Berneck) und Christa Köppel (Widnau), warum Berneck dem Zweckverband WMR beitreten sollte.

René Schneider
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Christa Köppel (l.) und Margrit Wellinger nach der Info-Veranstaltung

Christa Köppel (l.) und Margrit Wellinger nach der Info-Veranstaltung

Es gab nach gut einer Stunde Informationen herzlichen Applaus für die beiden Referentinnen, fast keine Fragen und keine Opposition in der Sache. Sie sei überzeugt von der Vorlage und dem «fairen Angebot» des Zweckverbandes Wasserwerk Mittelrheintal (WMR), sagte die Interims-Gemeindepräsidentin Margrit Wellinger. Die drei anderen Kandidierenden um das Gemeindepräsidium in Berneck sassen mit etwa vierzig weiteren Interessierten im Publikum. Abgestimmt wird am 15. November.

«Gewisse Pikanterie»

In den letzten sieben Jahren hat Berneck kräftig in den Ausbau der Wasserverteilung im Dorf investiert. Bis 1991 unterhielt Berneck gar eine eigene Versorgung; mit Quellen und einem Grundwasserpumpwerk im Gebiet Wisen. Ab 1991 bezog Berneck mehr als die Hälfte seines Wasser-Bedarfs aus Diepoldsau. Aber nicht über eine direkte Transportleitung, sondern über das Netz des Zweckverbandes Wasserwerk Mittelrheintal (WMR). Man bezahlte Diepoldsau für das Wasser und den WMR (Au, Balgach, Rebstein, Widnau) für den Transport. Dass Berneck dem WMR nie beitreten mochte, der Zweckverband den Berneckern auf 2015 den Durchleitungsvertrag kündigte und Berneck dem Zweckverband erst jetzt beitreten will – dem allen liege «eine gewisse Pikanterie und politisches Geplänkel» zugrunde. Das räumte Christa Köppel auf eine Frage aus dem Publikum ein. Die Widnauer Gemeindepräsidentin ist VR-Präsidentin des WMR, «mit Wasser im Kreislauf statt Blut», wie sie sagte. Der Zweckverband pochte aber auch aus anderen Gründen auf eine neue Regelung: Die Einspeisung von zuweilen grossen Mengen von Diepoldsauer Wasser in das WMR-Netz führte manchmal aufgrund von chemischen Reaktionen zu zwar qualitativ harmlosen aber optisch beunruhigenden Trübungen. Der WMR fördert Wasser aus Brunnen im Rheinvorland und auf dem Viscose-Areal. Am 1. Januar ist der Vertrag mit Berneck ausgelaufen. Der WMR beliefert seitdem die Bernecker zu Konditionen wie die anderen Partner.

50 Rappen mehr pro Kubik

Sollte sich Berneck mit einem Ja an der Urne dem WMR anschliessen, würde der Wasserpreis von 2.35 Franken auf 2.85 Franken steigen. Also um 50 Rappen pro Kubikmeter, pro Tausend Liter. Der WMR würde die 3,8 Mio. Franken aus dem Einkauf für die Schuldentilgung verwenden. Dass der Einkaufspreis fair ist, bestätigte eine externe Fachstelle, betonte Margrit Wellinger.

Neues Reglement

Der Bernecker Gemeinderat Jakob Federer erörterte das neue Wasserversorgungsreglement. Der Gemeinderat hat es im Zug der Neuausrichtung der Versorgung erarbeitet, aber auch, weil das alte Reglement ohnehin hätte erneuert werden müssen. Das Reglement liegt noch bis zum 13. November öffentlich auf.

Das ehemalige Pumpwerk Wisen der Gemeinde Berneck ist schon lang ausser Betrieb. Das Wasser wäre in Qualität und Menge nicht genügend. (Bilder: René Schneider)

Das ehemalige Pumpwerk Wisen der Gemeinde Berneck ist schon lang ausser Betrieb. Das Wasser wäre in Qualität und Menge nicht genügend. (Bilder: René Schneider)