Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

40 Jahre Kunsteisbahn in Widnau

Der 55-jährige SC Rheintal feiert am Samstag, 26.Oktober, den Geburtstag der Eishalle, in der er seit 40 Jahren seine Heimspiele austrägt.
Die Eishalle in Widnau feiert ihren 40.Geburtstag. Bild: ys

Die Eishalle in Widnau feiert ihren 40.Geburtstag. Bild: ys

Die Feier findet rund um das Spiel gegen den SC Herisau (17.30 Uhr) statt. Vier «Mannen der ersten Stunde» werden den Festakt beehren: Edgar Oehler als erster Präsident der Genossenschaft, Beat Langenegger (Ex-Kantonsrat und -Sportkommissionspräsident), Edy Zellweger (Mitinitiant und später Betriebsleiter) sowie Konrad Spirig (Architekt und Bauleiter).

Nach dem 1.-Liga-Meisterschaftsspiel bittet der SC Rheintal zur Party mit Musik aus den 70er-Jahren.

Einzigartige regionale Zusammenarbeit

Der Schlittschuh-Club trainierte und spielte 15 Jahre in St.Gallen, Lustenau oder Feldkirch. Mitte der 70er-Jahre formierte sich eine Sportkommission und reichte beim Bund ein Gesuch um Beitragsleistungen für ein Sportzentrum ein. Massgeblich beteiligt waren Edgar Oehler, damals Nationalrat, Beat Langenegger, Edy Zellweger, und der damalige Widnauer Gemeindeammann Hans Spirig.

1977 bewilligten die Bürger der Gemeinden Widnau, Balgach, Berneck, Au und Die- poldsau ihren Beitrag zum Bau der Eishalle, eine bis heute einzigartige regionale Zusammenarbeit. Mit der Gründung der Genossenschaft Kunsteisbahn 1978 rückte die Halle in greifbare Nähe, aber es blieben noch Hürden zu überwinden.

Die grösste war die Vorgabe, dass die Halle erst gebaut werden durfte, nachdem die Finanzierung sichergestellt war. Die Bausumme von 2,65 Mio. Franken war ein grosser Lupf, im Verhältnis zu anderen Anlagen aber sehr tief. So kostete die zeitgleich erstellte Halle in Kreuzlingen 6,2 Millionen und in Arosa wurde für 7 Mio. Franken nur ein Dach über die Eisbahn gebaut. Der zusätzlich realisierte Kiosk – der sich als Einnahmequelle entpuppte – schraubte die Summe auf 2,9 Mio. Franken.

Die 1979 fertiggestellte Halle ist bis heute sicherlich eine der günstigsten der Schweiz. Auch der SC Mittelrheintal, wie der Eishockeyclub bis in die 90er- Jahre hiess, hat mit 30000 Franken und unzähligen Frondienststunden seinen Beitrag geleistet. Über 1000 Genossenschafter zeichneten für mehr als 370000 Fr. Anteilsscheine und allein die Viscose spendete eine Viertelmillion. Der Boden wurde von der Gemeinde Widnau zur Verfügung gestellt.

Am 21.Oktober 1979 konnte die Halle mit einem Eisfest eingeweiht werden. Das Eröffnungsspiel zwischen Mittelrheintal und Engiadina gewannen die Gastgeber mit 4:3.

Gleichzeitig wurde der Eislaufverein Mittelrheintal auf die Kufen gestellt. Auch dieser Verein erarbeitete sich sofort seinen Platz in der Schweizer Eislaufszene. Das jährliche Schaulaufen und der Swisscup sind Publikumsmagneten und haben einen festen Platz im Sportkalender.

Die Halle wurde eigentlich für den allgemeinen Eislauf gebaut: An fünf Abenden pro Woche sowie am Wochenende musste das Eis für die Öffentlichkeit offen sein. Der Sportbetrieb nahm wenig Platz ein: Ein bisschen Eiskunstlaufen und 3.-Liga-Eishockey, fast ohne Nachwuchsabteilung.

Diese Vorgaben und Bedürfnisse haben sich in den letzten 40 Jahren aber stark verändert. Während die Nachfrage nach öffentlichem Eislauf stetig gesunken ist, belegen die Sportvereine heute die meiste Zeit mit ihren Jugend- und Aktiv-Mannschaften. Allerdings tragen EVM und SCR auch heute noch einen beachtlichen Teil an die Betriebskosten bei. Mit ihren Zuschauern und Gästen entlasten sie die Budgets der Gemeinden.

Die Genossenschaft Kunsteisbahn wurde im Lauf der Jahre in einen Zweckverband umgewandelt. Seither leitet die Gemeindepräsidentin von Widnau, Christa Köppel, mit Vertretern der Gemeinden Au, Berneck und Diepoldsau die Geschicke der Sportstätte. Balgach trägt die Kosten des Hallenbades und ist darum an den Kosten der Eisbahn nicht beteiligt.

In Frondienst zusätzliche Garderoben gebaut

Den Garderoben-Notstand löste der SC Rheintal mit der Erstellung zusätzlicher Garderoben unter der Nordtribüne, die in 2088 Frondienststunden 1992 durch Rolf Maurer, Hampi Walser und vielen Helfern realisiert wurden. Die einzige grosse Veränderung in der Eishalle geschah mit dem Bau der Dreifachturnhalle vor 25 Jahren. Der Kiosk und der anschliessende kleine Aufenthaltsraum verschwanden. Dafür entstand ein grösseres Bistro, ein neuer Eingang mit einem Grillplatz und der Club-86-Corner für die Gönner des SCR.

Der SC Rheintal feiert den 40.Geburtstag der Eishalle, weil es ein einzigartiges und wegweisendes Beispiel regionaler Zusammenarbeit war. Die Anlage ist nicht primär für den Sport gebaut worden, aber ein Wunsch der St.Galler Regierung ging in Erfüllung: Dass das Rheintal ist eine Hochburg im Eishockey und Eiskunstlauf wird. Noch immer ist die Eishalle in Widnau die einzige zwischen der Stadt St.Gallen und dem Kanton Graubünden. (smr)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.