2017 braucht Rüthi einen neuen Ammann

RÜTHI. Mit der Wahl in den Nationalrat richtet sich Thomas Ammann neu aus: Gemeindepräsident bleibt er noch bis Ende 2016, aber bei reduziertem Pensum. Auch im Kantonsrat wird er die Legislatur zu Ende führen, aber nicht mehr zu den Wahlen antreten.

Max Tinner
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Am Sonntag im Pfalzkeller: Thomas Ammann und seine Frau Gabi freuen sich über die gewonnene Wahl. (Bild: Michel Canonica)

Am Sonntag im Pfalzkeller: Thomas Ammann und seine Frau Gabi freuen sich über die gewonnene Wahl. (Bild: Michel Canonica)

RÜTHI. Den vergangenen Sonntag wird Thomas Ammann sein Lebtag nicht vergessen. Die Wahl in den Nationalrat ist immerhin der bisherige Höhepunkt seiner politischen Karriere. Sein Wahlresultat nahm er im Pfalzkeller in St. Gallen entgegen. Gefeiert wurde dann aber in Rüthi im Kreise von Familie, Freunden und Bekannten und darum auch im Werkhofsaal – die heimische Stube wäre zu klein gewesen. Gestern stand bereits wieder eine Sitzung mit der kantonalen Parteileitung an. Thomas Ammann gab dort seinen Verzicht auf eine Kandidatur für den zweiten Ständeratswahlgang bekannt.

Vieles zu regeln

Im Rathaus wird Rüthis Gemeindepräsident erst morgen wieder erreichbar sein. Bis dahin hat er sich vorsorglich Ferien genommen. «Mir war klar – sollte ich gewählt werden, muss jetzt vieles neu geregelt werden.» Als Nationalrat wird er schon bald öfter ausser Haus sein. Thomas Ammann geht davon aus, dass das Mandat eine Abwesenheit von 50 Prozent zur Folge hat. Das ist seiner Ansicht nach mit dem Gemeindepräsidium auf Dauer nicht vereinbar. Er will die Amtszeit noch zu Ende führen, an den Kommunalwahlen in einem Jahr aber nicht mehr antreten. Das Gemeindepräsidium ist in Rüthi zwar kein Vollamt, gerade in einer kleinen Gemeinde sei man aber operativ stark eingebunden, sagt er, «und ich stelle an mich den Anspruch, für die Bürger da zu sein». Rüthi muss sich also auf 2017 einen neuen Gemeindepräsidenten suchen. Als Thomas Ammann sein Amt 1997 antrat, war die offizielle Bezeichnung dafür noch Gemeindammann.

Verwaltungsaufgaben verteilen

Dass er sein Pensum im Falle einer Wahl reduzieren kann, ist mit dem Gemeinderat bereits besprochen. Die Gemeindeführung wird er weiterhin wahrnehmen, die Verwaltungsaufgaben, die er bisher nebst dem Gemeindepräsidium wahrnahm (beispielsweise in der Bauverwaltung), werden aber für die Zeit bis Ende 2016 neu verteilt. Wer was übernimmt, wird der Gemeinderat noch entscheiden. Bis Ende der kommunalen Legislatur weiter wahrnehmen wird er seine Aufgaben in den verschiedenen Zweckverbänden, an denen Rüthi beteiligt ist.

Kantonsrat noch bis Ende Mai

Auch zu den Kantonsratswahlen im Frühling wird Thomas Ammann nicht mehr antreten. Er will die bis Ende Mai 2016 dauernde Legislatur zwar noch zu Ende führen, wird aber bei Überschneidungen den nationalrätlichen Terminen Priorität einräumen. An der bevorstehenden Novembersession wird er darum in St. Gallen fehlen: Gleichzeitig startet nämlich in Bern mit der Wintersession die neue Legislatur auf Bundesebene. Es wird dies übrigens die fünfzigste seit Gründung des modernen Bundesstaats anno 1848 sein.

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