2016 war ein Jahr der Nebenwerte

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Nicht wenige der im Swiss Market Index vertretenen Aktien schliessen das Jahr 2016 mit Kursverlusten ab. Um einiges besser fällt hingegen die Bilanz bei den Nebenwerten aus. Ein Blick auf die Gewinner- und Verliererliste offenbart allerdings, dass sich längst nicht mit allen Aktien kleinerer und mittelgrosser Firmen Geld verdienen liess. Das Geschehen bei den Nebenwerten dürfte auch im kommenden Jahr über weite Strecken selektiv bleiben.

Am Schweizer Aktienmarkt spielte die Musik in den vergangenen zwölf Monaten besonders in den Nebenwerten. Während der um Dividendenabgänge bereinigte Swiss Market Index (SMI) das Börsenjahr 2016 mit einem Minus von drei Prozent abschliesst, schneiden die Nebenwerte deutlich besser ab.

Riesige Kluft zwischen Gewinnern und Verlierern

Der Unterindex für Aktien mittelgrosser Unternehmen liegt um acht Prozent, der Unterindex für Aktien kleiner Unternehmen sogar um mehr als 13 Prozent über dem Stand von Anfang Januar.

Die Flut hebt alle Boote, so lautet eine alte Börsenweisheit. Allerdings liess sich 2016 längst nicht mit allen Nebenwerten Geld verdienen. Freuen durften sich vor allem die Aktionärinnen und Aktionäre der Banque Profil de Gestion (+ 179 Prozent), des Milchverarbeiters Hochdorf (+ 82 Prozent), des Pharmazulieferers Bachem (+ 72 Prozent) sowie jene der beiden Industriekonzerne Bobst (+ 66 Prozent) und Arbonia (+ 64 Prozent). Die Aktien dieser Unternehmen führen die Liste der Jahresgewinner an.

Doch auch auf der Liste der Verlierer sind die Nebenwerte prominent vertreten, beispielsweise durch die Aktien des Finanzdienstleisters Leonteq (– 76 Prozent), die des Solarzuliefe­-rers Meyer Burger (– 62 Prozent) oder jene des Immobilienentwicklers Orascom (– 50 Prozent). Selten zuvor war die Kluft zwischen den Gewinnern und Verlierern so riesig wie in diesem Jahr. Im Zuge der starken Kursentwicklung der letzten Jahre ist die Bewertung der Schweizer Nebenwerte kräftig gestiegen. Auf Basis der Gewinnerwartungen für das kommende Jahr errechnet sich ein durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zwischen 21 (mittelgrosse Unternehmen) und 25 (kleine Unternehmen), was rund 40 Prozent über dem durchschnittlichen KGV der Aktien aus dem SMI und sogar um 80 Prozent über dem Normalwert der vergangenen zehn Jahre liegt.

Risiken nicht übereilt erhöhen

Wir bleiben bei Aktien im Hinblick auf 2017 weiterhin leicht untergewichtet, was auch für Aktien aus der Schweiz gilt. Bis sich der politische und geldpolitische Nebel in Europa lichtet, besteht unseres Erachtens keine Eile, die Risiken in den Wertschriftenportfolios rasch zu erhöhen.