20 Jahre Frauenfussball in Staad

Vor 20 Jahren wurde die Damenabteilung des FC Staad auf Initiative dreier Mädchen gegründet. Mittlerweile haben sich die Seemädchen in der höchsten Spielklasse etabliert und feierten dies am Samstag. Zu den Feierlichkeiten gehörte auch ein Spiel der Herren gegen den FC St. Gallen.

Remo Zollinger
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Staads Laura Geering beim Freundschaftsspiel gegen das Team Rheintal-Bodensee U14. (Bilder: Remo Zollinger)

Staads Laura Geering beim Freundschaftsspiel gegen das Team Rheintal-Bodensee U14. (Bilder: Remo Zollinger)

FUSSBALL. Die Damenabteilung des FC Staad feierte am Samstag ihr 20-jähriges Bestehen. Die Staaderinnen hatten gleich doppelt zu feiern, denn nächste Saison werden die Fussballerinnen ihre fünfte Saison in der Nationalliga A in Angriff nehmen. Dazu kam es dank kontinuierlicher Arbeit in einem Provinzverein, der sich unter Grössen wie YB, GC und Basel etabliert hat.

Mädchen klingelten an der Tür

Vor 20 Jahren klingelten drei Mädchen an der Tür von Felix Rüst und äusserten den Wunsch, in Staad Fussball spielen zu können. Er forderte sie auf, Gleichgesinnte zu suchen – kurze Zeit später standen zwölf junge Damen auf dem Bützel, der Spielbetrieb wurde aufgenommen. Der Weg führte rasant nach oben, bis in die höchste Liga.

Staad verkörpert nach dem Frauen-Verantwortlichen Luc Haltner ein Gallierdorf, das mit den Grossen mithalten kann. Tatsächlich kann Staad seinen Spielerinnen weder Geld zahlen noch eine professionelle Infrastruktur bieten. «Unsere Stärke ist das Familiäre: Der Frauenfussball ist hier völlig integriert, die Spielerinnen fühlen sich wohl», so Haltner.

In der nächsten Saison werden die Seemädchen von der neuen Trainerin Sissy Raith geführt. Die zweifache Europa- und vierfache deutsche Meisterin soll in Staad eine Ausbildnerin sein, die ihre Persönlichkeit einbringt und die Spielerinnen weiterentwickelt. Schliesslich soll Staad auch weiterhin Spielerinnen in die Nationalmannschaften bringen – aktuell sind dies Claudia Stilz sowie die Juniorinnen-Internationalen Sandra Aloi, Lena Bruderer und Nina Schäpis.

Seebuben fordern St. Gallen

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Damenabteilung konnten die Herren des FC Staad auf dem Bützel den FC St. Gallen empfangen. Die verstärkten Seebuben unterlagen dem Super-League-Dritten mit 0:5. Wenngleich der Klassenunterschied deutlich spürbar war und St. Gallen das Spiel dominierte, Staad spielte mit und kam zu Torchancen. Mit 0:5 fiel die Niederlage dann in einem annehmbaren Rahmen aus, wobei man merkte, dass St. Gallen noch am Anfang der Saisonvorbereitung steht.

In der ersten halben Stunde schnürte St. Gallen Staad in seiner Platzhälfte ein und hatte deutlich mehr Ballbesitz, ein Tor gelang Saibenes Schützlingen aber nicht. Dies lag primär daran, dass Staad tapfer verteidigte. Daneben war aber auch St. Gallens mangelhafte Chancenauswertung Schuld an der Nullnummer. Den Bann brach dann Neuzugang Alhassane Keita, der noch vor der Pause zwei sehenswerte Treffer erzielte. Das 1:0 war ein Volley mit links, das 2:0 ein gefühlvoller Heber über den stark aufspielenden Torhüter Nemanja Babic.

Auch Karanovic trifft doppelt

Vor und nach der Pause fand Staad Chancen vor. Zuerst war es Irisme, der Lopar mit einem Weitschuss zu einer Glanzparade zwang. Danach scheiterten sowohl Milenkovic wie auch Hodzic, weshalb St. Gallen schliesslich zu null spielte.

Vorne erhöhte der Europacup-Teilnehmer aus St. Gallen noch bis auf 5:0. Zwei Tore erzielte dabei der zweite Neuzugang, Goran Karanovic. Dieser traf zuerst nach der Pause wunderschön mit der Hacke, in der letzten Minute verwertete er zudem einen Elfmeter. Dazwischen hatte Marco Mathys auf 4:0 erhöht.

FREUNDSCHAFTSSPIEL

FC Staad – FC St. Gallen 0:5 (0:2)

Bützel – 1000 Zuschauer – SR: Hänni.

Tore: 35. Keita, 41. Keita, 47. Karanovic, 71. Mathys, 93. Karanovic (Foulpenalty).

Staad: Babic (88. Tscherne); Hajrullahu (61. Meier, 78. Steccanella), Rüst (46. Spahiu), Ruzic, Lovric (46. Forgia); Grecuccio (46. Skenderovic), Abazi (46. Beqiraj), Popadic (46. Latifi), Hausmann (46. Hodzic); Milenkovic (88. Bucheli), Irisme (72. Blum).

St. Gallen: Lopar (46. Herzog); Martic (46. Lüchinger), Montandon (46. Ivic), Besle (46. Stocklasa), Lenjani (46. Mutsch); Vitkieviez (46. Wüthrich), Nater (46. Janjatovic), Franin (46. Schönenberger), Nushi (46. Mathys); Keita (46. Tadic), Cavusevic (46. Karanovic).

Cavusevic versucht sich gegen Staads Ruzic durchzusetzen.

Cavusevic versucht sich gegen Staads Ruzic durchzusetzen.

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